Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis – 16. August 2020

A X-a Duminică după Sfânta Treime, 16 august 2020 serviciu divin

2020. augusztus 16-en, Szentháromság utáni 10. vasárnap, Istentisztelet



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Wochenspruch – Psalm 33,12:
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 74 i. A.
1. Gott, warum verstößest du uns für immer / und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?
2. Gedenke an deine Gemeinde, / die du vorzeiten erworben // und dir zum Erbteil erlöst hast, / an den Berg Zion, auf dem du wohnest.
3. Richte doch deine Schritte zu dem, / was so lange wüst liegt. …
10. Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen /
und der Feind deinen Namen immerfort lästern?
20. Schau auf den Bund; / denn die dunklen Winkel des Landes sind Stätten voller Gewalt.
21. Lass den Geringen nicht beschämt davongehen, /
lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

2. Mose 19 i. A.
3. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: … 5. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. 	
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
I) Am 10. Sonntag n. Trinitatis feiern wir den «Israelsonntag» eingedenk dessen, dass der christliche Glaube im Judentum verwurzelt ist. Zugleich erinnern wir uns an diesem Sonntag aber auch daran, dass über die Jahrhunderte hinweg, das Verhältnis zwischen Christen und Juden nicht immer spannungsfrei war. Gerade die Geschichte des 20 Jh. zeigt uns schmerzhaft und ernüchternd, wie viel Schlechtes der Mensch zu tun imstande ist. Daher verbindet man dieses Gedenken mit dem Wunsch, dass sich so etwas nicht wiederholen möge. Zugleich weiß man aber auch darum, wie schwer es ist, dauerhafte Verständigung unter den Menschen bzw. zwischen Völkern zu haben. Das gilt nicht nur für das heutige Israel und den gesamten Nahen Osten, sondern auch für viele andere Orte der Welt. 
Wir müssen immer neu erkennen, dass wir in einer gefallenen Welt leben. Unsere Existenz spielt sich in dem ab, was die Dogmatik (genauer, die Eschatologie) die »vorletzten Dinge« nennt. Es ist eigentlich eine paradoxe Situation: wir sind gerufen jetzt und hier an den göttlichen Frieden zu glauben, ihn zu fördern, dahingehend zu wirken, dass „Friede auf Erden“ werde. Zugleich aber machen wir die Erfahrung, dass in dieser Welt Friede brüchig ist und immer nur bruchstückhaft erlebt wird. Der große Widerspruch besteht zwischen dem, wozu Gott den Menschen berufen hat, und dem was der Mensch tatsächlich imstande zu leisten ist. Der Mensch scheitert offenbar immer wieder an dieser Berufung. Und trotzdem: Gott gibt den Menschen nicht auf und hält an seiner Berufung. Und was Berufung ist, lernen wir an Israel.
II. Das Alte Testament berichtet darüber, wie am Berge Sinai, Israel zum «Volk des Bundes» wird: unter besonderen Zusagen aber auch mit besonderen Ansprüchen Gottes. Ein kleines Volk inmitten der Völkerwelt erklärt Gott – nicht aufgrund seiner Verdienste, sondern aus Liebe – zu SEINEM Volk. Diese Erwählung geschieht nicht um ihrer selbst willen. Gerade anhand der Erwählung Israels sollen die andern Völker erkennen können, was Gott mit ihnen vorhat. Diese Erwählung Israels soll nicht als Bevorzugung, sondern als Aufgabe und Dienst verstanden werden. Dieses Wissen um seine Erwählung durch Gott, hat Israel durch alle Zeiten begleitet. Es diente zum Feiern in frohen Tagen und es machte Mut zum Durchhalten in schweren Stunden. Selbst in bittersten Momenten hat Israel an seinem Gott festgehalten, ihn beim Wort genommen und an seine Zusagen erinnert. Die Liebesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk besteht im „DENNOCH“.
III. Wenn wir als Christen über Gott und über das Verhältnis zu IHM nachdenken, dann wird klar ersichtlich: dieses Verhältnis hat – zumindest aus der Perspektive Gottes – keine Veränderung im Laufe der Zeit erfahren. Er ist derselbe: barmherzig, gnädig und von großer Güte. Allerdings hat sich bei uns Menschen die Definierung dieses Verhältnisses immer neu gewandelt. Als Christen glauben wir, dass in dem Menschen Jesus Christus, Gott uns zu einem besseren Verständnis Seiner Selbst, aber auch zu einem neuen Zugang zu Ihm Selbst verholfen hat. Jesus hat aber – und das dürfen wir nicht vergessen – im jüdischen Kultus- und Kulturkreis gelebt. Vor diesem Hintergrund hat unser Glaube eine besondere Beziehung zu dem jüdischen Glauben. Sich der Berufung Gottes bewusst zu sein oder zu werden, heißt Gabe und Aufgabe zu erkennen: Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein …  Diese Zusagen dürfen wir uns aneignen. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott der Väter Abraham, Isaak und Jakob, / Du hast Dein Volk aus den Völkern erwählt und hast es durch die Jahrhunderte begleitet. / Wir danken Dir, dass Du in Christus auch UNS erwählt hast. Wir bitten Dich, bewahre Deine Kirche auch fernerhin und lass uns unsere Berufung nicht vergessen.
Wir bitten Dich um Frieden für Jerusalem und in der ganzen Welt. Wir bitten Dich für alle, die politische und wirtschaftliche Macht in ihren Händen haben. Lass auch sie Deine Stimme hören, und schenken ihnen Weißheit und Einfühlungsvermögen, Deinen Bund zu halten. Den Machtlosen verhilf zu ihrem täglichen Brot, und Rechtlosen, verhilf zu ihrem Recht.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 





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