Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis – 30. August 2020

A XII-a Duminică după Sfânta Treime, 30 august 2020 serviciu divin

2020. augusztus 30-en, Szentháromság utáni 12. vasárnap, Istentisztelet



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Wochenspruch – Jesaja 42,3:
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Psalm 147 i. A.
3. Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, / und verbindet ihre Wunden.
4. Er zählt die Sterne / und nennt sie alle mit Namen.
5. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, / und unermesslich ist seine Weisheit.
6. Der HERR richtet die Elenden auf / und stößt die Frevler zu Boden.
11. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, / die auf seine Güte hoffen.
12. Preise, Jerusalem, den HERRN; / lobe, Zion, deinen Gott!
13. Denn er macht fest die Riegel deiner Tore / und segnet deine Kinder in deiner Mitte.
14. Er schafft deinen Grenzen Frieden / und sättigt dich mit dem besten Weizen.
	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Jesaja 29,17 - 21
17. Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 18. Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19. und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. 20. Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21. welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen.		
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Der Prophet Jesaja wirkte in der zweiten Hälfte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, etwa zwischen den Jahren 740 bis 701 v. Chr. Der historische Hintergrund der vorhin verlesenen Worte, ist die brutale Herrschaft der Assyrer, welcher Israel zu jener Zeit ausgesetzt war. Assyrien war eine Weltmacht zu jener Zeit, und betrieb eine aggressive Expansionspolitik. Bekanntlich ist im Jahre 722 v. Chr. das Nordreich Israel mit seiner Hauptstadt Samaria von den Assyrern erobert worden, während das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem der Belagerung aus Jahr 701 v. Chr. standhalten konnte. Etwa 100 Jahre später wurde dann auch das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem von den Babyloniern eingenommen. 
Wenn Jesaja das Ende des «Tyrannen» voraussagt, dann kann dahinter die historische Gestalt des Assyrerkönigs Tiglat-Pileser III. vermutet werden. Doch wie so oft in solchen Fällen, ist nicht nur der äußere Feind eine reale Bedrohung, sondern – und das ist eigentlich noch schlimmer – die Schwachstellen in den eigenen Reihen. Im Jahre 733 v. Chr. nämlich, gab es den sogenannten syrisch-ephraimitischen Krieg. Das Nordreich Israel (auch Ephraim genannt) verbündete sich mit Syrien gegen das Südreich, auch Juda genannt. Der König des Südreiches rief darauf die Assyrer zu Hilfe. Es fand ein richtiger Bruderkrieg statt, der dem äußeren Feind alle Karten in die Hände spielte. Jesaja verurteilt diesen Bruderkrieg aufs heftigste. 
Ganz offensichtlich sieht Jesaja die äußere Not, als eine direkte Folge der inneren Verfehlungen an. Die Tyrannen und Spötter macht der Prophet im eigenen Volk ausfindig, und wenn Tyrannen von draußen über Israel herziehen, so ist das – in der Sicht des Propheten – bloß eine Folge dessen, dass in dem eigenen Volk solche Typen sich breit gemacht haben. Dass seine Landsleute sich auf fremde Mächte und nicht auf Gott verlassen, ist das, was Jesaja ihnen aufs Übelste ankreidet. Der andere Vorwurf ist jener, dass mit den Mitmenschen – vor allem mit jenen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – in übelster Weise verfahren, Recht gebeugt oder gar gebrochen wird. 
Der Grundtenor des Prophetenwortes ist – bei all den äußeren Widrigkeiten, die es vor Augen hat – trotzdem von einer starken Hoffnung geprägt. Jesaja spricht von einer historischen Wende, und JENE, denen ein besonderer Trost durch den Propheten zukommt, das sind gerade die einfachen Menschen, jene die körperliche oder geistige Gebrechen haben. Aber sogar für die Natur sieht der Prophet eine Verwandlung voraus: der Libanon soll fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 
Auch wenn die zwischen der Situationen damals und heute große Unterschiede bestehen, so gibt es aber doch evidente Parallelen. Verantwortliche in Staat und Gesellschaft gehen – unabhängig davon wie nützlich oder schädlich es für das Land und für die Gesamtbevölkerung ist – alle möglichen dubiösen Allianzen ein, schädigen die Volkswirtschaft durch krumme Geschäfte, beugen das Recht derer, die sich nicht wehren können. Menschen verhalten sich so, als ob Gott nicht sehen würde, was sie tun und meinen ihre Taten vor Gott verbergen zu können und keine Konsequenzen befürchten zu müssen. Und dann kommt – so wie jetzt hier in unserm Land – der Wahlkampf, wo sie ohne Schamgefühl wieder das Blaue vom Himmel versprechen, als ob Lüge und Wahrheit einfach so zusammen gehen könnten. 
Aber gerade weil dieses Prophetenwort eine Parallele zwischen der trostlosen und resignativen Situationen damals und heute herstellt, darf es uns zum Trostwort werden. Denn wir glauben fest daran, dass trotz allem Gott im Regimente sitzt, und menschliche Macht zeitlich begrenzt ist. Der Glaube an Gott trägt auch heute, so wie er unsere Vorfahren getragen hat; auch durch Krieg oder Deportation. Gott wir uns – wenn wir auf ihn vertrauen – helfen, das Leben in dieser Welt zu meistern und auch über solche Situation, wie wir sie jetzt erleben, hinweg zu kommen. 
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Ihm wollen wir danken: dafür das er uns bis zu diesem Tag begleitet und geführt hat. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger und gnädiger Gott, wir danken Dir, dass Du uns durch alle Höhen und Tiefen des Lebens in dieser Welt führst und leitest. In Christus hast Du unsere Krankheit und Schmerzen auf Dich genommen und getragen. 
Wir bitten Dich gib uns ein geduldiges Herz und einen gerechten Sinn, dass wir einerseits unser Schicksal aus Deinen Händen annehmen und andererseits dort unsere Stimme erheben, wo es nötig ist.
Wir bitten Dich für alle, die Führungspositionen innehaben. Hilf ihnen, dass sie der Versuchung der Macht nicht erliegen, sondern – dort wo sie Verantwortung tragen – diese Dir zum Wohlgefallen und ihren Mitmenschen zum Segen wahrnehmen.
Gib gute Witterung für die Ernte und lass und dankbar die Gaben und Früchte dieser Erde und den Ertrag der Arbeit unserer Hände annehmen. 
Wir bitten Dich für die Heimatlosen und Gefangenen, die Betrübten und Verlassenen, die Kranken und Sterbenden. Stehe ihnen und uns allen täglich bei mit Deinem Trost und Hilfe.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 





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