Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis – 6. September 2020

A XIII-a Duminică după Sfânta Treime, 6 septembrie 2020 serviciu divin

2020. szeptember 6-an, Szentháromság utáni 13. vasárnap, Istentisztelet


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Wochenspruch – Matthäus 25,40:
Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Psalm 112 i. A.
1. Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, / der große Freude hat an seinen Geboten!
5. Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht / und das Seine tut, wie es recht ist!
6. Denn er wird niemals wanken; / der Gerechte wird nimmermehr vergessen.
7. Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; / sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.
8. Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, / bis er auf seine Feinde herabsieht.
9. Er streut aus und gibt den Armen; / seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

1. Johannes 4,7 - 12
7. Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. 8. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 9. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. 11. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.		
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Insgesamt 15x kommt der Begriff „Liebe“ in diesem doch relativ kurzen Text vor. Was sich zunächst wie eine philosophische Abhandlung über den Liebesbegriff anhört, erweist sich beim näheren Hinsehen als ein Wegweiser für eine ganz praktische Lebenshaltung. Die Grundidee dieses  Bibelwortes ist folgende: Gott schenkt sich uns Menschen durch die Liebe, die in Jesus Christus Gestalt angenommen hat; der Mensch ist gerufen, die Liebe (die er empfangen hat) weiter zu geben. Die deutsche Sprache kennt ein EINZIGES Wort für diesen so gewaltigen, umfassenden und facettenreichen Begriff „Liebe“. Die Ursprache des NT (das Altgriechische) kennt drei Umschreibungen dafür: Eros (die körperliche Liebe), Philia (ein Begriff der mit Freundschaft widergegeben werden kann) und Agape (dieser letztgenannte Begriff ist, man im Deutschen mit Nächstenliebe umschreibt). Dieser letztgenannte Begriff ist Gegenstand unseres heutigen Nachdenkens. Gemeint ist jene Liebe, die sich selbst vergisst und ausschließlich für andere da ist. Agape ist die Art von Liebe, wie wir sie aus vielen Beispielen kennen, beginnend vom barmherzigen Samariter, bis hin zur Diakonie unserer Tage. Agape, die Nächstenliebe ist nicht das Ding einiger weniger Heiligen, oder sollte es nicht sein. Jeder Mensch, der im ANDERN seinen Nächsten (seinen Mitmenschen) sieht und sich dementsprechend auch verhält, leistet das, was wir mit Agape umschreiben. Die Nächstenliebe ist die Vollkommenste, weil sie keine Gegenleistung für sich selbst erwartet. Der Apostel Johannes verwendet große Worte dafür. Er sagt: wenn diese Art von Liebe, die sich Agape nennt unter uns existiert, dann sind wir von Gott geboren und kennen Gott. 
Doch leider gibt es in dieser Welt immer auch jene Orte oder Situationen, wo von dieser Art Liebe, NICHTS zu spüren ist. Und auch das ist nichts Neues. Bereits die Propheten des Alten Testamentes beklagen diesen Zustand. Ohne wirklich plausiblen Grund – die Bibel spricht von Verstockung und Hartherzigkeit – wird Unrecht getan, werden Menschen benachteiligt, wird der Umwelt geschadet. Wie oft werden wir in unserem Alltag mit der Tatsache konfrontiert, dass von dem, was theoretisch so schön klingt, praktisch so wenig umgesetzt wird? Angefangen von kleinen Nachbarsstreitigkeiten und unfreundlichen Worten die man sich gedankenlos an den Kopf wirft, bis hin zu Provokationen auf zwischenstaatlicher Ebene, die bewusst auch militärische Konflikte in Kauf nehmen. Beispiele dafür gibt es immer wieder, und es gibt sie dort, wo man meinte, dass es nicht mehr der Fall sein sollte: in den letzten Tagen etwa wurde der Ton zwischen Griechenland und der Türkei im rauer aufgrund von Unstimmigkeiten bezüglich Grenzziehung im Mittelmeer. Und so ist es nicht verwunderlich, dass so mancher Mensch seine Mühe damit hat, die vielen negativen Erfahrungen des Lebens in dieser Welt, mit dem Grundton des christlichen Glaubens in Einklang zu bringen.
Den Zustand unserer verfallenen Welt zu beklagen bringt uns nicht weiter. Unser Auftrag als Christen ist, dort wo Gott uns hingestellt hat, mit unseren – und sei es auch bescheidenen – Mitteln zu helfen. Wir können nicht den Herrn Trump, Putin oder Ergoğan verändern. Wir können aber in unserem Alltag einem Kranken oder Hilfsbedürftigen unter die Arme greifen. Wir können nicht den Weltfrieden garantieren. Wir können aber Menschen aus dem Umfeld (Arbeitskollegen, Freunde oder Bekannte), die immer Recht haben wollen, die immer nur sich selber in den Vordergrund stellen in Liebe begegnen. Denn wer das tut, der vermittelt nicht mehr und nicht weniger als die Nähe Gottes. Mit Liebe auf Hass und Ignoranz zu antworten, das ist eine wahre Herausforderung des Lebens in dieser Welt. Das kann der Mensch tun, der im christlichen Glauben verankert ist. Es ist jener Glaube, dass Gott uns zuerst geliebt hat, der uns dazu befähigt, Liebe weiter zu geben auch dort wo einem gar nicht danach ist. Wie gesagt: es müssen nicht die großen Gesten sein, z. B. so wenn Politiker medienwirksam Einheit oder Versöhnung inszenieren. Oft sind es die kleinen Dinge, die unseren Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern: ein helfender Griff, ein freundliches Wort. Das können tun und das sollten wir auch tun! Amen.

Ich lade dazu ein, mit einem Gebet zu schließen, welches dem Heiligen Franziskus von Assisi zugeschrieben wird:
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 





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