Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 19. Sonntag nach Trinitatis – 18. Oktober 2020

A XIX-a Duminică după Sfânta Treime, 17 octombrie 2020 serviciu divin

2020. oktober 18-an, Szentháromság utáni 19. vasárnap, Istentisztelet


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Wochenspruch – Jeremia 17,14:
Heile du mich, HERR, so werde ich heil; / hilf du mir, so ist mir geholfen.

Psalm 32,1 - 5.10 - 11
1. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, / dem die Sünde bedeckt ist! 2. Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, / in dessen Geist kein Falsch ist! 3. Denn da ich es wollte verschweigen, / verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. 4. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, / dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. 5. Darum bekannte ich dir meine Sünde, / und meine Schuld verhehlte ich nicht. // Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. / Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. 10. Der Gottlose hat viel Plage; / wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen. 11. Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, / und jauchzet, alle ihr Frommen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Jakobus 5,13 - 16
13. Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. 14. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. 		Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Wer mit der liturgischen Praxis der orthodoxen Kirche ein wenig vertraut ist, der weiß dass jeweils am Freitag das Krankengebet vollzogen wird. Eine der wichtigsten Bedingungen diesen Krankengebetsgottesdienst abzuhalten ist jene, dass mehrere Priester daran teilnehmen müssen. Die Tradition sieht die biblische Zahl sieben vor; wenn nicht so viele zusammen kommen können, dann sollten es wenigstens drei sein. Was die wenigsten Laien wissen ist, dass die Begründung für diese liturgische Praxis dem soeben verlesenen Bibelwort aus dem Jakobusbrief entstammt: „Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.“ Das Amt der Ältesten in der Urchristenheit wurde wenige Generationen später bereits an Spezialisten (sprich: an die geweihten Priester) delegiert. In der orthodoxen (aber auch in der katholischen) Kirche zählt die Salbung mit geweihtem Öl zu den sieben Sakramenten. Auch wenn diese Krankensalbung in unserem protestantischen Bereich nicht mehr gängige Praxis ist, so ist es das Gebet aber umso mehr, oder sollte es sein. 
Die Realität in der wir leben, sieht so aus, dass Behandlung von Krankheiten heutzutage gemeinhin in den Verantwortungsbereich der Medizin verwiesen wird. Vom Arzt erhofft man sich das heilende Medikament oder die richtige Operation. Der eine oder die andere betet vielleicht auch, oder bittet einen Pfarrer dieses zu tun. Die konkrete Hilfe erwartet man dann aber doch eher aus dem Krankenhaus, denn aus der Kirche. Dabei wird aber oft verdrängt, dass der Mensch mehr ist, als die Summe seiner Körperteile und Gesundheit eine komplexere Angelegenheit ist, als dass einzelne Körperteile wieder funktionstüchtig sind oder gemacht werden. Körperliche Beschwerden stehen nicht selten in engem Zusammenhang mit seelischen Leiden. Gerade diese Zeit der Pandemie macht uns dies aufs Neue bewusst: der Virus generiert wohl dort wo er um sich greift körperliche Beschwerden und muss medikamentös behandelt werden. Aber er erzeugt bei weitaus mehr Menschen, die ihn gar nicht kontaktiert haben, Angst und Schrecken, also seelische Beschwerden. Seine virtuelle Präsenz in den Medien, in Gesprächen, im Hinterkopf erzeugt nicht geringe Schäden. Wir verwechseln oft Symptome mit Ursachen und kurieren daher an falscher Stelle. Damit wir uns nicht falsch verstehen: natürlich soll, ja muss aus medizinischer Sicht alles menschenmögliche getan werden, um jemandem zu konkret zu helfen. Die Frage, die ich mir als Theologen aber stellen muss, ist jene, was aus der Sicht des Glaubens und der Spiritualität getan werden kann und soll?
Aus dem vorhin gehörten Bibeltext geht hervor ist, dass Krankheit mit Sünde im Zusammenhang gesehen werden müssen. Sünde bedeutet Gottesferne. Gottesferne ist kein gesunder Zustand. Gesund werden bedeutet eben nicht nur von einem körperlichen Gebrechen geheilt zu werden, sondern immer auch geistliche Heilung zu erfahren oder mit Gott ins Reine zu kommen. Ja mehr noch: auch wenn keine körperliche Heilung in Sicht ist – und damit müssen wir als sterbliche Menschen irgendwann einmal rechnen – so ist gerade die geistliche Heilung das wichtige und erstrebenswerte, damit wir nicht Schaden an unserer Seele nehmen. Es gibt keine 100%-tige Garantie, dass ein kranker Mensch körperlich wieder gesund wird, auch wenn aus medizinischer Sicht heute sehr viel mehr möglich ist im Vergleich zu vergangenen Epochen. Es gibt aber die Gewissheit, dass Gott unser Gebet erhört, vor allem dann wenn dieses ernsthaft ist. Diese Zuversicht, dass wir mit Gott im Reinen sind, oder – wenn es nicht der Fall sein sollte – ins Reine kommen können, ist ein großer Trost. Wenn dazu auch noch die körperliche Gesundheit kommt, dann dürfen umso dankbarer sein. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, Du bist unser Schöpfer. Lass uns das Geheimnis unserer Existenz verstehen, und lass Dein Licht unsere Seele durchdringen. Schenke und Vertrauen in Deine Barmherzigkeit, und sei unser Schutz in bösen Zeiten.
Mach uns fähig, Schmerz auszuhalten, wenn es sein muss, und ihm zu widerstehen, wo wir dagegen ankämpfen können. Lass uns an unsern Leiden stärker werden, indem wir uns auf Jesu Liebe, die ans Kreuz ging, besinnen.
Wir danken Dir, Vater, dass Du uns geschaffen hast.
Wir danken Dir, Herr Christe, dass Du uns erlöst hast.
Wir danken Dir, Heiliger Geist, dass Du uns mit Deiner Kraft heilst und heiligst.
Vater unser im Himmel …

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.





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