Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, 1. Advent – 29. November 2020, 

prima Duminică din Advent, 29 noiembrie 2020 serviciu divin

2020. november 29-en, Advent első vasárnapja, Istentisztelet


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Wochenspruch – Sacharja 9,9:
Siehe, dein König kommt zu dir, / ein Gerechter und ein Helfer.

Psalm 24
1. Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, / der Erdkreis und die darauf wohnen. 2. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet / und über den Wassern bereitet. 3. Wer darf auf des HERRN Berg gehen, / und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? 4. Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, / wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug: 5. der wird den Segen vom HERRN empfangen / und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. 6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, / das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. 7. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, / dass der König der Ehre einziehe! 8. Wer ist der König der Ehre? / Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. 9. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, / dass der König der Ehre einziehe! 10. Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sacharja 9,9 - 10
9. Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10 Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde. 		Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Die Prophetie des ersten Teils des Sacharja-Buches (Kap. 1 - 8) geht – das weiß man relativ genau – auf das Jahr 520 v. Chr. zurück. Nachdem 18 Jahre vorher, nämlich im Jahr 538 v. Chr. der Perserkönig Kyros den Israeliten die Heimkehr aus der babylonischen Gefangenschaft erlaubt hatte, genehmigt nun sein Nachfolger Darius I. den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem. Der zweite Teil des Prophetenbuches Sacharja, der mit Kapitel 9 einsetzt (dem der vorhin verlesene Text entnommen ist) dokumentiert nun totale Aufbruchstimmung. Im Gegensatz zur vorexilischen Zeit, in der gerne das kriegerische Potenzial eines Machthabers hervorgehoben wurde, malt diese messianische Weissagung ein völlig anderes, ein neues wie ungewöhnliches Herrscherbild: der König kommt auf einem Esel geritten, er ist arm aber gerecht, und seine Mission ist Frieden zu stiften. Darum werden die Zeuginnen dieses Auftrittes aufgefordert sich zu freuen, da sie allen Grund dazu haben (gemeint ist das Volk, welches in den typologischen Begriffen „Tochter Zion“ und „Tochter Jerusalem“ hier genannt wird). Im Alten Testament werden diese überschwängliche Freude generierenden Eigenschaften auf einen irdisch-weltlichen Messias projiziert. Die Vision eines neuen Typus von Herrscher ist geboren – nicht zu verwechseln mit heutigen Politikern, die versprechen einen neuen Typus zu verkörpern, und doch nicht besser als ihre Vorgänger sind. Im Neuen Testament bekommt diese messianische Vision eine neue, eine großartige, wie unerhörte Konnotation: in dem Messias wird nicht mehr ein von Gott erwählter Politiker gesehen, sondern ein Gott-König, ja Gott selber. 
Als nach Ostern die christliche Kirche entstand, war es für diese ersten Christen (die allesamt Juden waren) klar und deutlich, dass Jesus dieser gottgesandte Retter sein musste, von dem der Prophet Sacharja in aller Deutlichkeit geredet hatten. Sie kamen zu der Überzeugung, dass JESUS der Christus, also der Messias, der Gesalbte und Gesandte Gottes war. Das ist bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass Jesus ja ganz offenkundig nicht der „starke“ Herrscher (und vor allem nicht der „politische“ Herrscher) war, wie ihm das einige andichten wollten, die letztlich auch seine Kreuzigung herbeigeführt hatten. Doch Jesus erfüllte seinen Auftrag, gerade weil er NICHT an der Politik seiner Zeit interessiert war. Wenn wir zum Vergleich die politischen Entwicklungen unserer Zeit heranziehen, dann kann man Jesu Verhalten durchaus verstehen. Wer sich in die Politik hinein begibt, wird früher oder später Kompromisse eingehen und sich die Hände schmutzig machen. Nichts lag Jesus ferner als das. Die Veränderung, welche er anstrebte und predigte, sollte bzw. soll in den Herzen stattfinden. Gerechtigkeit und Frieden waren bzw. sind sein Markenzeichen. Die Quelle woraus sich diese Perspektive speist, liegt nicht in dieser Welt und darum kann kein Herrscher dieser Welt eine solche Perspektive bieten.
Wir gehen beginnend mit dem 1. Adventsonntag dem Weihnachtsfest entgegen, in dem uns aufs Neue verkündigt wird, dass Christus damals – leiblich – zu uns gekommen ist und heute – geistlich – in unser Leben kommen will. Wie bereiten wir uns auf diesen ADVENT (der Begriff bedeutet „Ankunft“) vor? Das Prophetenwort aus dem Sacharja-Buch ist auch heute dazu angetan, uns in dieser Vorbereitung zu unterstützen: mit Freuden und Jauchzen soll diese Ankunft des Gottessohnes erwartet werden. Ich weiß, dass in unserer aktuellen Situation es nicht allen zum „freuen“ oder zum „jauchzen“ zumute ist. Doch dieser Prototyp des Herrschers, welcher durch den Ritt auf einem Esel zum Symbol geworden ist, schenkt uns eine wirklich neue Perspektive. Jesus hat durch die Macht der Liebe, durch Einfachheit und Ehrlichkeit, überzeugt. Diese ganz und gar unkonventionelle, aber auch nie da gewesene Art und Weise kann unser Leben von innen heraus verändern, wenn wir dies zulassen. Dann wird auch bei uns Advent. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger ewiger Gott, wir DANKEN Dir, dass Du Deinen Sohn Jesus Christus hast Mensch werden lassen in dieser Welt, und durch ihn die ewige Erlösung für uns bereitet hast. Schenke uns ein offenes Herz und einen wachen Sinn, dass wir ihn mit Freuden empfangen und bei uns aufnehmen.
Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du Dich erniedrigt hast und unter uns Menschen erschienen bist als ein Gerechter und ein Helfer. Deine Liebe und Deine Sanftmut sind stärker als der Hass und die Gewalt dieser Welt. Mache aller Not ein Ende, und zeige uns, wo auch wir uns daran beteiligen können.
Gott, Heiliger Geist geleite uns durch diese Zeit der freudigen Erwartung. Schenke Frieden unter uns und weltweit und sei mit Deinem Erbarmen bei den Kranken und Schwachen, bei den Alten und Einsamen, bei den Verfolgten und Entrechteten.
Dreieiniger Gott, geleite uns durch diese dunkle Zeit hin zu Deinem Licht.
Vater unser im Himmel …

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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