Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis – 14. Juni 2020

A prima Duminică după Sfânta Treime, 14 iunie 2020 serviciu divin

2020. június 14-en, Szentháromság utáni 1. vasárnap, Istentisztelet


Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Psalm 34,1 - 9
2. Ich will den HERRN loben allezeit; / sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
3. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, / dass es die Elenden hören und sich freuen.
4. Preiset mit mir den HERRN / und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
5. Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir / und errettete mich aus aller meiner Furcht.
6. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, / und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
7. Als einer im Elend rief, hörte der HERR / und half ihm aus allen seinen Nöten.
8. Der Engel des HERRN lagert sich um die her, / die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
9. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. / Wohl dem, der auf ihn trauet!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

5. Mose 6,4 - 5:
4. Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. 5. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.	
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Vom liturgischen Kalender her gesehen, sind wir in die sogenannte »festlose« Hälfte des Kirchenjahres eingetreten. In diesem »Halbjahr der Kirche« (im Gegensatz zum »Halbjahr des Herrn«, welches mit Advent einsetzt und in dem die „Hochfeste“ der Christenheit gefeiert werden) sind die Sonntage in dieser Zeit ziemlich phantasielos als 1., 2. oder 3. Sonntag nach Trinitatis benannt. Die Themen dieser liturgischen Zeit, bzw. die dafür vorgesehenen Bibeltexte versuchen den weiten Raum auszufüllen, den uns Altes und Neues Testament mit seiner Weisheit, seinen Ermahnungen und seinen Glaubensinhalten abstecken. Der (vergangene) Sonntag Trinitatis fasste noch einmal das zusammen was die »festliche« Hälfte des Kirchenjahres an ihren Hochfesten zu vermitteln trachtete: die Offenbarung Gottes in dieser Welt, die wir Menschen in drei Wesensäußerungen oder Hypostasen zur Kenntnis genommen haben: Vater – also Schöpfer, Sohn – oder Erlöser und Heiliger Geist – auch Tröster genannt. Heute nun, geht es um das Bekenntnis zu diesem Gott, der uns geschaffen hat und der uns in Liebe zugewandt ist. 
Das vorhin verlesene Bibelwort aus dem Alten Testament ist ein Glaubensbekenntnis; und zwar ist es DAS Glaubensbekenntnis des jüdischen Volkes bis auf den heutigen Tag. Allerdings können wir es nicht gleich als solches identifizieren, weil das was wir Christen als Glaubensbekenntnis kennen, etwas anders klingt; erfahrungsgemäß beginnt ein Bekenntnis des Glaubens mit den Worten „Ich glaube“. Danach folgt eine Aufzählung von Personen, Dingen und Ereignissen, die Gegenstand des Glaubens sind. Die bekannten christlichen Glaubensbekenntnisse – einerseits das APOSTOLISCHE, welches wir Christen der westlichen Tradition verwenden und das NIZÄNO-KONSTANTINOPOLITANISCHE, welches die orthodoxe Kirche verwendet – sind aus Konfliktsituationen heraus erwachsen bzw. vor dem Hintergrund entstanden, dass die Verantwortlichen in der alten Kirche auf Irrlehren reagieren mussten. Es waren Situationen in welchen es darum ging, einen Glaubenskonsens festzuhalten. Wer das Glaubensbekenntnis spricht, bekennt sich zur Kirche und äußert damit, dass er sich im Rahmen jenes – von den Kirchenvätern festgelegten – Konsenses im Blick auf seinen Glauben befindet. Im Alten Testament, bzw. in der jüdischen Religion, setzt das Glaubensbekenntnis nicht (aktiv) mit einer Definition dessen ein, was denn nun Gegenstand des Glaubens ist, sondern (passiv) mit dem Hören. „Höre Israel, der HERR unser Gott, der HERR ist einer“. Es steht gar nicht zur Debatte, ob man das GEHÖRTE glaubt oder nicht. Allein das konfrontiert werden mit dieser Botschaft versetzt den Hörer in eine Beziehung mit Gott. Diesem Gedankengang liegt die Logik zugrunde, dass ab dem Moment, wo ich von diesem Gott weiß, es für mich gar keinen anderen Weg mehr geben kann, als dass ich ihn erkenne und anerkenne. Wir, Menschen des 21. Jahrhunderts, wollen gerne an etwas glauben, wenn es uns plausibel erklärt wird und wenn wir es verstandesmäßig erkennen. Davon ist im Alten Testament keine Rede. Im Gegensatz zum christlichen Glaubensbekenntnis, wo wir unsern Mitmenschen gegenüber dokumentieren, WAS oder AN WEN oder WIE wir glauben, ist hier Gott der direkte Kommunikationspartner. Der Glaube an Gott, wächst aus der Beziehung zu ihm. 
Dieses Beziehungsgeschehen wird deutlich in der Aufforderung: „Du sollst lieben!“ Die Liebesbeziehung, die der Mensch zu Gott entwickeln sollte ist eine ganzheitliche Beziehung: von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit aller Kraft. Wenn ich von Gott höre und ihn als solchen anerkenne, dann hat dies direkte Konsequenzen für mein konkretes Leben. Amen.

Gebet:
Allmächtiger Gott wir danken Dir, dass Du uns Deine unermeßliche Liebe offenbart hast. Du hast uns als Dein Gegenüber geschaffen und bist uns mit Deiner Güte allezeit nahe. Lass uns das je neu erkennen, und darauf Antwort geben, indem wir Dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von aller Kraft lieben.  
Wir bitten Dich für die Welt in der wir leben. Vieles ist nicht so, wie es sein sollte und daran hat jeder von uns eine kleinere oder größere Schuld. Vergib uns, wo wir unseren Pflichten nicht nachgekommen sind und hilf uns, zur rechten Zeit das Rechte zu tun. Wir bitten Dich für alle Menschen: die Mächtigen und Starken rüste mit Weisheit und Verstand aus und die Schwachen und Notleidenden mit Gnade und Barmherzigkeit. Lass alle Dich recht erkennen und das Ziel erreichen, welches Du unserem Leben gesetzt hast.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 




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