Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, 2. Sonntag nach Epihanias, 17. Januar 2021, 

A doua Duminică după Epifanie, 17 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 17-en, vízkereszt utáni 2. vasárnap, Istentisztelet



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Wochenspruch – Johannes 1,16:
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 

Psalm 105,1 - 9
1. Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; / verkündigt sein Tun unter den Völkern! 2. Singet ihm und spielet ihm, / redet von allen seinen Wundern! 3. Rühmet seinen heiligen Namen; / es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! 4. Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, / suchet sein Antlitz allezeit! 5. Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, / seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes, 6. du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, / ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 7. Er ist der HERR, unser Gott, / er richtet in aller Welt. 8. Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, / an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter, 9. an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, / und an den Eid, den er Isaak geschworen hat.	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Johannes 2,1 - 11
1. Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10. und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.	  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Eine bemerkenswerte Geschichte haben wir vor uns. Eine Geschichte die – bei näherer Betrachtung – etwas anders als die andern Wundergeschichten der Evangelien scheint. Der Anlass für das Wunder ist kein wirklich Ernster. Bei allen anderen Wundertaten, von denen die Evangelien berichten, da geht es um weitaus Schwerwiegenderes: da sind Menschen ernsthaft krank und werden von Jesus geheilt oder gehen einen falschen Weg und werden wieder zurecht gebracht. Aber hier haben wir es mit einem Hochzeitsfest zu tun, bei dem der Wein ausgeht. Das ist für die Brautleute sicherlich eine unangenehme Angelegenheit; eine Welt bricht deshalb aber noch lange nicht zusammen. Nach dem Gespräch Jesu mit seiner Mutter zu urteilen, war ER nicht von Anfang an davon überzeugt, hier eingreifen zu müssen. Dazu kommt noch etwas ganz anderes: in der Antike wurde Mitte Januar das Fest des Weingottes Dionysos gefeiert, dessen vorzüglichste Eigenschaft das Verwandeln von Wasser in Wein gewesen sein soll. Will der Evangelist hier den EINEN Gott, den Götzen gegenüberstellen, indem alle göttlichen Qualitäten in diesem einen Gott vereint werden? Hier wird kein Glaube mit Gesundheit belohnt und keine erlebte Rettung als Anlass zum Dank an Gott genommen. Hier gibt es ein rauschendes, feucht-fröhliches Fest, welches Jesus im letzten Moment sozusagen gerettet hat.
Warum tut Jesus dieses als erstes Zeichen? Es offenbarte seine Kraft, ja. Aber durch die Herstellung eines Rauschmittels auf unerklärliche Weise? Wozu eine gerettete Hochzeit am Anfang seiner Wirksamkeit? Vielleicht einfach darum, weil das Leben schön ist und es nicht abwegig ist, manchmal zu feiern. Das Leben besteht Gott-sei-Dank nicht nur aus Katastrophen. Es geht nicht immer um Leben und Tod, auch wenn man gerade in dieser Zeit – in der wir eine Reihe von Bekannten und Freunden verloren haben – uns dieses Eindrucks nicht erwehren können. Wir sind zwar stets von Krankheit und auch vom Tod potentiell bedroht, aber das Leben besteht nicht allein aus diesen Grenzsituationen. Das Leben besteht auch nicht nur aus Alltag, Arbeit und Anstrengung. Es gibt den Feiertag oder das Jubiläum. Es gibt das gesellige Zusammensein mit lieben Menschen, oder einen Empfang bei einem Glas Wein und gerade in den letzten Monaten ist uns aufgegangen, wie wichtig diese Dinge sind, weil sie uns fehlen. Das Leben ist zwar nicht direkt ein Fest, und schon gar kein rauschendes und ununterbrochenes. Aber das Feiern gehört zum Leben unabdinglich dazu, und ich möchte hoffen, dass dies bald wieder möglich sein wird. Vielleicht bietet gerade diese Zeit des „Nicht-Feiern-dürfens“ die Gelegenheit in sich zu gehen und den Wert der feiernden Gemeinschaft neu schätzen zu lernen.
Weil Gott uns Menschen liebt, darum will er auch, dass wir lachen, froh sind und uns gut fühlen. Unsere Rettung durch Gottes Menschwerdung hat selbstverständlich etwas mit Freude zu tun, die sich auf menschliche Art äußern darf. Wenn Gott zu uns kommt – und das feiern wir in dieser nachweihnachtlichen Zeit – dann wirkt das befreiend. Um bei dem Bild unserer Geschichte zu bleiben: wir haben den schlechten Wein, der zu allem Übel auch noch dann ausgeht, wenn wir ihn am Nötigsten haben. Gott schenkt uns aber den besten Wein, u. zw. genau dann, wenn wir ihn nötig haben. In dem Weinwunder auf der Hochzeit zu Kana kommt uns die menschliche Seite Jesu Christi besonders nahe. Mit seiner Teilnahme auf einer Hochzeit signalisiert Jesus, dass er weder weltfremd, noch weltabgewandt ist. Mit dieser Tat gibt ER zu verstehen, dass ER auch für die – von manchen als minderwertig abqualifizierten – Dinge dieser Welt, Verständnis hat. Das Schlagwort dieser Geschichte ist: FREUDE. Die Freude, die der Wein generiert, ist wie das Licht einer Kerze, welches andere Kerzen anzündet: sie vervielfältigt sich. Möge diese vervielfältigte Freude auch in unseren Herzen Einzug finden. 		

Lasst uns beten:
Ewiger Gott, barmherziger Vater. Mit Deinem Kommen in diese Welt hast Du unsern grauen Alltag erhellt und uns großer Freude teilhaftig werden lassen. Du hast uns in diese Welt gestellt und unserem Leben hier einen Sinn gegeben. Du hast Deine Herrlichkeit in Deinem Sohne offenbart und willst uns nach seinem Bilde wandeln. Schenke uns Deinen Geist, dass wir im Glauben gestärkt werden, Dir in allen Lebenslagen von Herzen vertrauen und dereinst Deine Herrlichkeit schauen.
Wir bitten Dich, dass auch jene Menschen die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die wahre Freude die Du schenkst, kennen lernen. Wir bitten Dich für die Armen und Kranken, für die Entrechteten und Verfolgten. Sei Ihnen nahe und zeige auch uns, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen.
Wir bitten Dich für jene, die mit großer Verantwortung betraut sind: in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Rüste sie mit Deinen Gaben aus, damit sie ihr nicht sich selber, sondern Dir zum Wohlgefallen und der Welt zum Segen ausführen. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist


Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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