Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Andacht anlässlich der 300. Geburtstag von Samuel von Bruckenthal, 26. Juli 2021, 

Te Deum cu ocazia comemorării a 300 de ani de la naşterea lui Samuel von Brukenthal, 26 iulie 2021 

2021. július 26-an, áhítat Samuel von Bruckenthal 300. születésnapja alkalmából 


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Choral „Großer Gott wir loben dich“ (Nr. 275,1 – 2)

Lasst uns beten! /Domnului să ne rugăm! (Psalm 145 i. A.)
Ich will dich erheben, mein Gott, / und deinen Namen loben immer und ewiglich. 
Kindeskinder werden deine Werke preisen / und deine gewaltigen Taten verkündigen. 
Sie sollen reden von deiner Pracht; / deinen Wundern will ich nachsinnen. 
Gnädig und barmherzig ist der HERR, / geduldig und von großer Güte. 
Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke / und deine Heiligen dich loben. 
Die Ehre deines Königtums sollen sie rühmen / und von deiner Macht reden. 
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Înălța-Te-voi Dumnezeul meu, / și voi binecuvânta numele Tău în veacul veacului. 
Neam și neam vor lăuda lucrurile Tale / și puterea Ta o vor vesti. 
Măreția slavei sfințeniei Tale vor grăi / și minunile Tale vor istorisi. 
Îndurat și milostiv este Domnul, / îndelung-răbdător și mult-milostiv. 
Să Te laude pe Tine, Doamne, toate lucrurile Tale / și cuvioșii Tăi să Te binecuvânteze. 
Slava împărăției Tale vor spune / și de puterea Ta vor grăi.
Mărire Tatălui și Fiului și Sfântului Duh.
Și acum și pururea și în vecii vecilor. Amin.

Wir sammeln uns um Worte der Heiligen Schrift aus dem 1. Buch Samuel im 3. und im 20. Kapitel: 
Samuel aber wuchs heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen. 20. Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel damit betraut war, Prophet des HERRN zu sein. 21. Und der HERR erschien weiterhin zu Silo …[und] … offenbarte sich Samuel … Da sprach Samuel zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt. Siehe, nun wird euer König vor euch herziehen; ich aber bin alt und grau geworden, ….  Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen; denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen. 
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Die verlesenen Verse sind zwei Fragmente vom Anfang und vom Ende einer längeren Geschichte über eine bemerkenswerte Gestalt des Alten Testaments: Samuel oder Schmu-El (so die ursprüngliche hebräische Version des Namens). Es ist eine komplexe, vielschichtige Persönlichkeit, die prophetische und priesterliche aber auch administrative und judikative Funktionen zeitgleich ausgeübt hat. Samuel lebte irgendwann im 11. Jahrhundert v. Chr. und steht im Alten Testament symbolisch für einen wichtigen Zeitenwandel, den das Volk Israel durchschreitet, nämlich jenen von einer Stammeskultur zu einer Erbmonarchie. 
Samuel ist nicht nur Prophet, wie wir aus der biblischen Geschichte gehört haben, sondern auch der letzte Richter des Alten Testamentes, wobei jene Richter nur schwer mit dem zu vergleichen sind, was heute unter diesem Begriff gemeint ist. Sie waren charismatische Persönlichkeiten, vor denen das Volk sich in Notsituationen versammelte. Das konnte z. B. Krieg mit anderen Völkern, Streit untereinander oder Strafe Gottes aus unterschiedlichen Gründen sein. Die Aufgabe dieser Richter war dann nicht nur jene Recht zu sprechen, sondern auch Gesetze zu erlassen, Ratschläge zu erteilten oder zu Gott zu beten bzw. Weisung von ihm zu erhalten, um die Verhältnisse wieder zu stabilisieren. Bemerkenswert (und für uns im 21. Jh. vielleicht auch etwas sonderbar) ist, dass dieses Richteramt des Alten Testamentes politisches und geistliches Amt zugleich war. 
Irgendwann aber wurde dieser Mix aus Verwaltung, Regierung und geistlicher Leitung nicht mehr als zeitgemäß empfunden und da die Nachbarvölker Israels Schritt für Schritt zu Monarchien als Regierungsform übergingen, tat Israel dasselbe. Samuel ist es, der den ersten König Israels, nämlich Saul, salbt und damit den Übergang von der Richterzeit zum Königtum herbeiführt. Er ist ein Modernisierer im wahrsten Sinne des Wortes. 
Der Name Samuel hat zwei Bedeutungen: einerseits „Der von Gott erbetene“, da seine Mutter Hanna lange kinderlos war, und dieses Kind unter Tränen von Gott erfleht hatte. Kinderlosigkeit galt damals als Strafe Gottes und Hanna dankt Gott damit, dass sie diesen Sohn sozusagen Gott zurück gibt, indem sie ihn schon als Kind dem Priester Eli im Heiligtum Silo anvertraut. Die andere Bedeutung ist „Der von Gott erhörte“. Zu Samuel kommen die Menschen mit ihren diversen Anliegen, weil sie wissen, dass sein Gebet von Gott erhört wird (Gott lässt keines seiner Worte „zur Erde fallen“) und weil seine Weisung untergöttlicher Autorität geschieht. Soweit die Geschichte des biblischen Samuel.
Mir ist es sehr wohl bewusst, dass man nur schwer eine Verbindung zwischen Israel im 11. Jh. v. Chr. und Siebenbürgen im 18. Jh. n. Chr. herstellen kann, sei es in politischer, kultureller oder religiöser Hinsicht. Ich habe diese alttestamentliche Geschichte aber darum ausgewählt, weil der Name SAMUEL Programm zu sein scheint: 
•             Programm für einen vielseitig begabten Menschen, 
•             Programm für jemanden, der für seine Mitmenschen Verantwortung bereit zu übernehmen ist, 
•             Programm für einen Modernisierer, der sich gleichzeig seiner Wurzeln bewusst ist. 
„Fidem genusque servabo“ (Meinem Glauben und meinem Volk diene ich oder bleibe ich treu): diesen Spruch – den Samuel von Brukenthal gesagt haben soll, als er in Wien höhere Ämter in Aussicht gestellt bekam – hätte wahrscheinlich auch der alttestamentliche Samuel geprägt, wenn er vor die Wahl gestellt worden wäre, zu Hause in Israel weiter sein Propheten- und Richteramt auszuüben, oder ein gut dotiertes administratives Amt, z. B. in Memphis zu bekommen (der Vergleich zwischen der Hauptstadt des Neuen Pharaonenreiches und der Kaiserstadt Wien hinkt ein wenig, aber Sie haben verstanden was ich meine).
Wir gedenken hier am Geburtsort Samuel von Brukenthals, heute 300 Jahre danach in Dankbarkeit eines Menschen, der in schwerer Zeit sich mit Energie und Können eingebracht hat und mit Mut und Phantasie wichtige Entscheidungen für sein Volk getroffen hat: in erster Linie waren es sicherlich Entscheidungen politischer und administrativer Natur; wenn man jedoch tiefer blickt, entbehren sie nicht eines geistlichen Tiefgangs. Dass er daneben auch noch ein großer Kunstsammler, Kulturförderer und auf Bildung für alle Bedachter war, lässt ihn um so mehr als leuchtendes Beispiel auch 300 Jahre nach seiner Geburt erscheinen. Es ist für mich eine große Ehre, ein Landsmann des Samuel von Brukenthal zu sein.  
Die Aufklärung, deren Kind Samuel von Brukenthal war, hat dazu geführt, dass wir heute zwischen politischem und geistlichem Amt sehr wohl zu unterschieden wissen. Das ist grundsätzlich gut und richtig, denn wir sehen auch heute noch was geschehen kann, wenn die Religion (nicht unbedingt die christliche) zum Steigbügelhalter von Autokraten und Diktatoren wird. Wichtig und wesentlich ist aber – und das ist gültig zu allen Zeiten – dass Menschen mit hohen Funktionen und wichtigen Verantwortlichkeiten nicht vergessen, dass auch sie selber einer höheren Macht unterstehen, und dass sie einen Dienst ausüben, der sich Höherem und Wichtigerem als nur eigenen Interessen unterordnet. Bei Samuel von Brukenthal wie auch bei seinem Namensvetter aus dem Alten Testament kann man lernen, was es heißt im Dienst des Mitmenschen zu stehen. Man darf und soll dies tun in der Zuversicht des anfangs verlesenen Bibelwortes: „Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.“ (1. Samuel 20,22) Amen.

Lasst uns beten (jeder in seiner Muttersprache): 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Tatăl nostru, Care eşti în ceruri, sfinţească-se numele Tău; / Vie împărăţia Ta; facă-se voia Ta, precum în cer şi pe pământ. / Pâinea noastră cea spre fiinţă dă-ne-o nouă astăzi; / Şi ne iartă nouă greşealele noastre, precum şi noi iertăm greşiţilor noştri; / Şi nu ne duce pe noi în ispită, ci ne izbăveşte de cel rău. Că a Ta este împărăţia şi puterea şi slava în veci. Amin!

Mi Atyánk, ki vagy a mennyekben! / Szenteltessék meg a Te neved! / Jöjjön el a Te országod! / Legyen meg a Te akaratod! / Mint a mennyben, úgy a földön is! / A mi mindennapi kenyerünket / add meg nékünk ma! / És bocsásd meg a mi vétkeinket! / Mint mi is megbocsátunk azoknak / akik ellenünk vétkeztek! / És ne vígy minket kísértetbe! / De szabadíts meg minket a gonosztól. / Mert tiéd az ország és a hatalom és a dicsőség, mind örökké. Ámen.

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater der Sohn und der Heilige Geist! / Să vă binecuvânteze atotputernicul și milostivul Dumnezeu: Tatăl, Fiul și Duhul Sfânt. Amin 
Choral „Großer Gott wir loben dich“ (Nr. 275,4 – 5)



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