Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, 3. Advent – 13. Dezember 2020, 

A treia Duminică din Advent, 13 decembrie 2020 serviciu divin

2020. november 13-an, Advent harmadik vasárnapja, Istentisztelet


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Wochenspruch – Jesaja 40,3.10:
Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig.

Lobgesang des Zacharias – Lukas 1,68 - 79
68. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! / Denn er hat besucht und erlöst sein Volk 69. und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils / im Hause seines Dieners David – 70. wie er vorzeiten geredet hat / durch den Mund seiner heiligen Propheten –, 71. dass er uns errettete von unsern Feinden / und aus der Hand aller, die uns hassen, 72. und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern / und gedächte an seinen heiligen Bund, 73. an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, / uns zu geben, 74. dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, / ihm dienten ohne Furcht 75. unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit / vor seinen Augen. 76. Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. / Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest 77. und Erkenntnis des Heils gebest / seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 78. durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, / durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79. auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, / und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Matthäus 11,2 – 6.10
2. Da aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3. und ließ ihn fragen: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?“ 4. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: 5. »Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6. und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.« 10. Dieser ist's, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«“	  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!


Liebe Brüder und Schwestern!
1) Herodes Antipas herrschte zwischen den Jahren 4 v. Chr. bis 39 n. Chr. in Galiläa. Wegen seiner Heirat mit Herodias (der Frau seines Bruders), war er von Johannes dem Täufer verbal hart angegriffen worden. Die Reaktion des Herrschers ließ nicht lange auf sich warten: Johannes wurde ins Gefängnis geworfen. Herodes hätte Johannes am liebsten gleich umgebracht, tat es aber nicht, weil er sich vor der Reaktion des Volkes fürchtete; Johannes der sich so ähnlich wie ein Prophet des Alten Testamentes verhielt und gebärdete war beliebt unter den Menschen. Schließlich führte aber ein hinterlistiger Plan – ausgeheckt von Herodias und ihrer Tochter – dazu, dass der Täufer doch noch sein Leben verlor. 
Jesu öffentliches Auftreten beginnt erst nach der Festnahme und Einkerkerung Johannes des Täufers. In dem vorhin verlesenen biblischen Fragment erfahren wir, dass Johannes im Gefängnis von Jesu Wirken hört, aber nicht genau weiß wie er das Ganze einordnen soll und direkt nachfragen lässt. 
2) Johannes der Täufer ist eine ADVENTLICHE Gestalt par excellence. Er rief das Volk zur Umkehr von einem sündigen Wandel, er verpasste all denen, die zu ihm kamen eine ordentliche Kopfwäsche, und er wies auf das Reich Gottes hin. Seinen Auftrag sah er darin, den Gesalbten Gottes anzukündigen. Eine ganz konkrete Vorstellung von diesem Messias hatte er nicht. Seiner Ansicht nach sollte dieser aber in allen gesellschaftlichen Bereichen und vor allem auch auf politischem Gebiet mit eisernem Besen kehren. 
Was Johannes an Jesus wohl etwas irritierte war, dass Jesus nicht so radikal vorging, wie Johannes sich das vorgestellt hatte. Jesus wusch Füße und nicht Köpfe. In der sanften Art, kann man keine Ordnung schaffen; nicht so wie Johannes und viele Menschen damals sich das vorstellten und vor allem nicht mit Typen wie dem Fürsten Herodes oder der römischen Besatzungsmacht; aber auch nicht im religiösen Bereich, etwa innerhalb der Jerusalemer Tempelaristokratie. Solche und ähnliche Gedanken müssen Johannes wohl durch den Kopf gegangen sein, als er Jesus durch seine Jünger fragen lässt: „Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?“ Auf so eine eindeutige Frage kann man eigentlich nur eine eindeutige Antwort erwarten. Doch Jesus antwortet weder mit JA noch mit NEIN. Bemerkenswerter Weise sagt Jesus nicht was oder wer ER ist, sondern klärt seine Zuhörer darüber auf, wer Johannes ist: ein Prophet im wahrsten Sinne des Wortes, der ihm den Weg vorbereitete. Ob Johannes mit dieser Antwort zufrieden war, wissen wir nicht; die biblischen Texte schweigen darüber. Aber hier und heute geht es ja auch weniger darum, wie Johannes mit Jesu Antwort zurecht kam, sondern was wir damit anfangen.
3) Diese Antwort Jesu in Form einer Parabel will vermitteln, dass es KEINE Checkliste gibt, anhand welcher man den Messias identifizieren kann. Das sollten wir uns umso mehr zu Herzen nehmen, wenn es darum geht menschliche Machthaber zu Gottes Gesalbten hochzustilisieren. Vielmehr wird uns damit gesagt, dass es Zeichen gibt, die auf das Reich Gottes hinweisen und wer diese Zeichen weitergibt, der soll nicht zum Ärgernis werden. Diese Zeichen müssen aber jeweils neu entdeckt, gedeutet und interpretiert werden, wobei man sich dabei nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen soll. 
Jesu Autorität liegt gerade darin, dass er nicht so extrem oder so radikal eingreift, wie Johannes aber auch andere Menschen sich das gewünscht haben bzw. wünschen. Er ist nicht der „starke Mann“ im politischen Sinne aber er ist auch nicht der Weihnachtsmann, der alle Wünsche und Sehnsüchte erfüllt. Die Erwartung, dass eine Autorität „von außen“ oder „von oben“ kommt und alles regelt, wird durch Jesus nicht erfüllt. Wohl aber werden von IHM Menschen auf ihre Verantwortung angesprochen und darauf, ihre Sinne und ihren Verstand eigenverantwortlich zu gebrauchen. Wenn wir all das tun, dann werden wir feststellen, wie nahe uns der Messias bereits ist. Und dann wird auch bei uns ADVENT. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Wir danken Dir, dass Du Deinen Sohn in diese Welt gesandt hast, damit er uns unsere Augen öffne. In seiner sanften Art hat er dieser Welt einen neuen Weg gezeigt, den es sich zu gehen lohnt. Hilf uns, dass wir seine Botschaft verstehen und uns an ihm nicht ärgern.
Herr Jesus Christus! Wir bitten Dich für all jene Menschen, die äußere und innere Nöte durchstehen. Hilf den Blinden zum Sehen, den Lahmen zum Gehen und den Tauben zum Hören; hilf allen Kranken in ihrer besonderen Not und lass die frohe Botschaft von Deinem Kommen alle Menschen erreichen.
Wir bitten Dich für jene, die Verantwortung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik tragen. Rüste sie mit Deinen Gaben aus, damit sie das tun, was nötig ist.
Sei mit uns im Dunkel dieser Zeit und lass uns Eingang finden in Dein Reich. 
Vater unser im Himmel … 

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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