Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, 3. Sonntag nach Epihanias, 24. Januar 2021, 

A treia Duminică după Epifanie, 24 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 24-en, vízkereszt utáni 3. vasárnap, Istentisztelet


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Wochenspruch – Lukas 13,29:
Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

Psalm 86 i. A.
1. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; / denn ich bin elend und arm. 2. Bewahre meine Seele, / denn ich bin dir treu. // Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, / der sich verlässt auf dich. … 5. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, / von großer Güte allen, die dich anrufen. 6. Vernimm, HERR, mein Gebet / und merke auf die Stimme meines Flehens! 7. In der Not rufe ich dich an; / du wollest mich erhören! 11. Weise mir, HERR, deinen Weg, / dass ich wandle in deiner Wahrheit; // erhalte mein Herz bei dem einen, / dass ich deinen Namen fürchte. 12. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen / und ehre deinen Namen ewiglich. 13. Denn deine Güte ist groß über mir, / du hast mein Leben errettet aus der Tiefe des Todes.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Apostelgeschichte 10,34 - 35
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; 35. sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.	  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Dass Menschen sich voneinander abgrenzen, geschieht seit es den Menschen gibt. Die Juden grenzten sich von den Heiden ab, weil sie sie für unrein hielten. Man mag meinen, dass die Christen – spätestens nachdem Jesus unter das Dach des römischen Hauptmanns von Kapernaum gegangen war – es IHM gleichtun hätten sollen (Die eindrückliche Geschichte finden wir im Evangelium nach Matthäus im 8. Kapitel). Doch haben die ersten Christen, die in der jüdischen Kultur beheimatet waren, eine geraume Zeit gebraucht, um zu begreifen, dass vom Heil niemand ausgeschlossen werden kann und soll. Genau darüber berichtet Lukas in der Apostelgeschichte, wo es – ähnlich wie bei Matthäus – um einen römischen Hauptmann geht; aus jüdischer Perspektive also um einen FREMDEN im ethnischen, religiösen und kulturellen Sinne. Von diesem Hauptmann, der Kornelius heißt, wird berichtet: Er „war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete immer zu Gott“ (Apg. 10,2). Er wird also als so genannter «Gottesfürchtiger» ausgewiesen, von denen es damals im Umfeld Israels nicht wenige gab. Dies waren Nichtjuden, welche aber die Gebote des Moses bzw. die jüdischen Reinheitsvorschriften einhielten, die Gebete verrichteten, welche den Juden vorgeschrieben waren, und die den Armen halfen (also Almosen gaben). 
Sowohl Kornelius als auch der Apostel Petrus haben – so weiß der Evangelist Lukas zu berichten – jeweils eine Vision. In jener des Kornelius geht es darum, dass ihm befohlen wird den Apostel zu sich zu holen; was dann geschehen soll bleibt für den Hauptmann vorerst im Dunkeln. Man kann aber davon ausgehen, dass Kornelius eine Konversion zum jüdischen Glauben im Blick hatte, da er aller Wahrscheinlichkeit nach vom christlichen Glauben nichts oder wenig wusste. Eine Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft (die die Beschneidung voraussetzte) war nahe liegend, da Kornelius formal sich ja bereits wie ein Jude verhielt. Petrus hat auch eine Vision, in welcher ihm geboten wird, Tiere zu schlachten, die nach den jüdischen Reinheitsvorschriften auf keinen Fall konsumiert werden durften, wovor er erschreckt. 
Eigentlich ist es eine paradoxe Angelegenheit: Kornelius wünscht sich – wie auch immer – Gott näher zu kommen, weiß aber (trotz seiner Vision) letztendlich nicht, was auf ihn zukommt und verlässt sich auf Petrus. Von Petrus sollte man meinen, dass er als Apostel (aber auch als einer mit den alttestamentlichen Geboten vertrauter Jude) eingeweiht ist und genug über Gott weiß und daher auch weiter zu geben imstande ist. Aber ihm ist (trotz seiner Vision) nicht ganz klar, was der römische Offizier letztendlich von ihm begehrt. 
„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ – sagt Petrus als in das Haus des Hauptmanns kommt, ohne aber genau zu wissen, was er da eigentlich tun soll. Erst nachdem die ganze Hausgesellschaft in Verzückung gerät – ein Zeichen welches dahingehend gedeutet wurde, dass sie die Gabe des Heiligen Geist bekamen – erkennt Petrus, dass diese Menschen zu taufen, und damit in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen sind. Bekehrt (oder eines Besseren belehrt) wird letztendlich Petrus selber, der zur Einsicht kommt, dass vom Gnadenhandeln Gottes kein Mensch ausgeschlossen werden kann und darf, unabhängig von seiner ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit.
In den Tagen, die hinter uns liegen, hätte unter normalen Umständen die Ökumenische Gebetswoche stattfinden müssen, die hier in Schäßburg seit geraumer Zeit unter der Beteiligung der sechs historischen Kirchen dreisprachig stattfindet. Mir persönlich – und wahrscheinlich auch vielen anderen – fehlen diese Gottesdienste in denen ökumenische Spiritualität und interethnisches sowie interkulturelles Zusammensein gepflegt werden, sehr. Es ist wichtig die anderen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ignoranz und Feindschaft, Ablehnung und Hochmut erleben wir zur Genüge: nicht nur allgemein in dieser Welt, sondern oft auch unter uns, im allernächsten Umkreis. Dagegen gilt es anzukämpfen, weil uns die Geschichte von der Taufe des Hauptmanns Kornelius nahelegt: „Gott sieht die Person nicht an, sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“

Lasst uns beten:
Allmächtiger ewiger Gott und Vater. Du hast uns Menschen unterschiedlicher Sprache und Hautfarbe, Kultur und Glaubens geschaffen. Deine Liebe gilt uns allen. Lehre uns, einander als Geschwister anzunehmen und deine Liebe weiter zu geben. 
Wir bitten Dich für jene, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Lebensfreude verloren haben; lass sie Menschen finden, die ihnen beistehen. Wir bitten Dich für die, denen es gut geht; lass sie sich daran erinnern, was sie sie ihren Mitmenschen schuldig sind. 
Wir bitten Dich für jene, die regieren oder anderweitig Verantwortung in dieser Welt tragen. Gib ihnen Deinen Heiligen Geist, dass sie ihr Amt segensreich führen. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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