Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis – 28. Juni 2020

A III-a Duminică după Sfânta Treime, 28 iunie 2020 serviciu divin

2020. június 28-en, Szentháromság utáni 3. vasárnap, Istentisztelet


Wochenspruch:
„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ 
(Lukas 19,10)

Psalm 103
1. Lobe den HERRN, meine Seele, / und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
2. Lobe den HERRN, meine Seele, / und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
3. der dir alle deine Sünde vergibt / und heilet alle deine Gebrechen,
4. der dein Leben vom Verderben erlöst, / der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
5. der deinen Mund fröhlich macht / und du wieder jung wirst wie ein Adler.
8. Barmherzig und gnädig ist der HERR, / geduldig und von großer Güte.
9. Er wird nicht für immer hadern / noch ewig zornig bleiben.
10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden / und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
12. So fern der Morgen ist vom Abend, / lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, / so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Buch des Propheten 
Hesekiel 18,1–3.23.31:
1. Des HERRN Wort geschah zu mir: 2. Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: »Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden«? 3. So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel. 23. Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? 31. Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
1) Es gibt viele Menschen, die – aufgrund negativer Kindheitserlebnisse in der Familie – sich vornehmen: „Bei meinen Kindern werde ich ganz anders vorgehen, wie meine Eltern es seinerzeit mit mir getan haben; ich werde es auf jeden Fall besser machen“. Inwiefern das dann auch gelingt, bleibt dahin gestellt; die negativen Erinnerungen oder traumatischen Erlebnisse (z. B. Gewalt- oder Alkoholexzesse) prägen, mehr als es einem lieb ist, mehr als man zugeben möchte. Dass begangene Fehler der Vorfahren auch für nachfolgende Generationen Konsequenzen haben, ist eine Erfahrung welche so alt ist wie die Menschheit selber. Vor allem aber ist es eine Erfahrung, die keineswegs nur im engen Kreise der Familie gemacht wird. Einer ganzen Gruppe, ja einem ganzen Volk kann sie widerfahren. Aber mehr noch: In unserer heutigen globalisierten Welt, kann der Fehler einiger weniger Entscheidungsträger, Auswirkungen auf die ganze Welt haben.
2) „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Schon im Alten Israel zirkulierte dieses Sprichwort; es war wohl auch im Munde jener Menschen, mit denen der Prophet Hesekiel zu tun hatte. Es handelte sich um die Nachkommen einer Generation, die ein besonders schweres Erbe hinterlassen hatte. Etwa 50 Jahre vorher war das passiert, wovor die Propheten vorher immer gewarnt hatten. Jerusalem war zerstört worden, ein Großteil der Bevölkerung nach Babylon zwangsumgesiedelt worden; die Eltern und Großeltern jener Menschen, zu denen Hesekiel spricht, waren gewissermaßen für den Verlust der Heimat verantwortlich. Nun – etwa ein ½ Jh. später – fragen sich Kinder und Enkelkinder: müssen wir immer noch für das büßen, was geschehen ist, als wir noch gar nicht geboren waren? Wie oft haben im Laufe der Zeit – etwa bei Kriegen – nachkommende Generation für die Schuld der Kriegsverursacher büßen müssen. Doch »So kann es nicht weitergehen und so soll es auch nicht endlos weitergehen«, sagt Gott durch die Stimme des Propheten Hesekiel. Jeder Mensch soll für sich selbst und für das was er getan hat gerade stehen. „So wahr ich lebe, spricht Gott: dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel ... Macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist.“ (VV. 3, 31). Jeder ist vor Gott für sich und seine Taten verantwortlich  jede Generation jeweils neu und jedes Individuum für sich selber. Die Kinder und Enkelkinder sollen nicht für immer und ewig die Versäumnisse der Eltern und Großeltern abarbeiten müssen. Jede Generation hat zu ihrer Zeit ihre besondere Verantwortung. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist für jede Generation und für jedes Individuum neu eine Herausforderung; eine Herausforderung, welche auch wir heute als solche erkennen müssen und welcher wir uns stellen müssen.
3) „Umkehren und leben“ lautet die Devise des Propheten Hesekiel. Was heißt das konkret? Um darauf zu antworten, müssen wir zunächst darüber ins Klare kommen, wo wir uns befinden. Wo komme ich her, wohin will ich gelangen? „Umkehren“ ist ein Begriff, den wir im Zusammenhang mit der Beichte immer wieder antreffen. Eine der größten Qualitäten eines Menschen ist jene, sich und sein Tun kritisch hinterfragen zu können. Wenn wir dazu in der Lage sind, dann werden wir „leben“. Gemeint ist damit nicht ein „dahinvegetieren“ (das ist auch „leben“), sondern in Harmonie mit dem Umfeld und der Umwelt dem Ziel entgegen zu gehen, dass Gott uns in Christus gesteckt hat und welches Gott selber ist.

Lasst uns beten:
Ewiger Gott, barmherziger Vater. Du gibst keinen von uns verloren. Deine Liebe zu uns endet nicht, sondern bleibt in Ewigkeit. Wir danken Dir dafür.
Wir bitten Dich für diese Welt, in die Du uns gestellt hast. Wir danken Dir für all das Schöne und Gute, an dem wir uns erfreuen dürfen und wir klagen Dir die Not und das Unrecht, die uns traurig stimmen. Du allein weißt um Sinn und Ziel des Ganzen.
Wir bitten Dich für die Schwachen und Starken, für die Kleinen und Großen, für die Armen und Reichen. Lass jeden Menschen, dort wo Du ihn hingestellt hast, seine besondere Verantwortung erkennen und ihr gerecht werden.
Sei mit uns auf allen unseren Wegen und lass uns den Weg finden, der zu Dir führt.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 




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