Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, 4. Advent – 20. Dezember 2020, 

A patra Duminică din Advent, 20 decembrie 2020 serviciu divin

2020. november 20-an, Advent negyedik vasárnapja, Istentisztelet


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Wochenspruch – Philipper 4,4.5b:
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

Lobgesang der Maria (Magnifikat) – Lukas 1,46 – 55
46. Meine Seele erhebt den Herrn, 47. und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48. denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. / Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49. Denn er hat große Dinge an mir getan, / der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50. Und seine Barmherzigkeit währet für und für / bei denen, die ihn fürchten. 51. Er übt Gewalt mit seinem Arm / und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52. Er stößt die Gewaltigen vom Thron / und erhebt die Niedrigen. 53. Die Hungrigen füllt er mit Gütern / und lässt die Reichen leer ausgehen. 54. Er gedenkt der Barmherzigkeit / und hilft seinem Diener Israel auf, 55. wie er geredet hat zu unseren Vätern, / Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Philipper 4,4 - 7
4. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5. Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6. Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.	  
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!


Liebe Brüder und Schwestern!
Der vierte Adventsonntag will uns definitiv auf Weihnachten einstimmen. Diese Einstimmung erfolgt – wie so viele andere Dinge in diesem zu Ende gehenden Jahr 2020 – anders als sonst. Allerdings würde ich dies „anders“ nicht unbedingt in negativem Sinne sehen wollen.
Vielleicht ist das, was früher selbstverständlich in der Einstimmung auf so wichtige Feiertage war, jetzt wieder verstärkt möglich, nämlich die Fokussierung auf das Innere, auf die Seele, auf den Glauben, auf die Transzendenz. 
Das Bibelwort aus dem Philipperbrief – das vor Optimismus und Freudigkeit geradezu strotzt – kommt uns an dieser Stelle entgegen. Einige Verse aus diesem Text haben einen hohen Bekanntheitsgrad: etwa jener Wunsch vom „Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft“ der unsere „Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren soll“ – er ist als Kanzelsegen in unsern liturgischen Sprachgebrauch eingegangen. Dabei ist es so, dass Paulus aus einer Situation heraus schreibt, die wenig mit Frieden und Freude zu tun hatte. Er war nämlich inhaftiert im Gefängnis von Ephesus, weil er die christliche Botschaft verkündet hatte. Das war in dem heidnischen Umfeld nicht bei allen gut angekommen; ein Silberschmied namens Demetrius – der als Erzeuger von heidnischen Devotionalien um sein Geschäft fürchtete – hatte (wie man heute sagen würde) einen Mob gegen Paulus angezettelt. Aufgrund der Anklage sah der Apostel einem ungewissen Schicksal entgegen; im schlimmsten Fall hätte es für ihn die Todesstrafe bedeuten können. 
 Die zweimalige Aufforderung „Freuet euch!“ lässt jedoch darauf schließen, dass es Paulus – den äußeren Umständen entgegen – nicht schlecht geht; innerlich zumindest scheint er gefasst und abgeklärt zu sein. Diese Haltung des Apostels hängt mit seiner Überzeugung zusammen: „Der Herr ist nahe.“ Weil er sich mit Christus verbunden fühlt – in dieser Welt, aber erst recht darüber hinaus, gibt er das Wesentliche weiter, was ein Christenleben ausmachen sollte. Das könnte man im heutigen Sprachgebrauch etwa so formulieren: „Weil der Herr nahe ist, besteht nicht der geringste Grund sich um irgendetwas Sorgen zu machen. Die Sorgen soll man Gott im Gebet anvertrauen. Aber mehr noch; die rechte Haltung gegenüber Gott, ist die Dankbarkeit, welche sich in einem positiven Verhältnis zum Mitmenschen äußert.“ 
Sicher spielt eine Rolle, dass Philippi seine „Lieblingsgemeinde“ ist, zu der Paulus sein Leben lang ein Verhältnis herzlicher Verbundenheit hatte. Die Philipper hatten ihn in seiner Missionstätigkeit mit Gebet, aber auch finanziell unterstützt. Diesen Leuten überlässt Paulus nun sozusagen sein Glaubensvermächtnis, das lautet: auch die schlimmste anzunehmende Situation (in welche man in dieser Welt geraten kann), kann die Freude, die aus der tiefen Verbundenheit mit Christus hervor geht, NICHT trüben. 
Heute darf – auch wenn sich unser Kontext von jenem des Paulus doch sehr unterscheidet – sein Glaubensvermächtnis als Einstimmung für die kommenden Feiertage genommen werden. Der Sinn des Adventes als Vorbereitung auf das Christfest, ist nicht vordergründig Gefühle zu erzeugen (und sei es noch so erhebende), sondern zu einer tiefen Überzeugung zu kommen, die uns den inneren Frieden bringt. 
Wir feiern das Kommen des Gottessohnes in diese Welt, der mit seiner Liebe all das zurecht rücken kann, was in unserem Leben in eine Schieflage gekommen ist. Das generiert in der Tat eine Freude, welche von gar nichts getrübt werden kann und darum gilt die Aufforderung, die zugleich Wochenspruch für den 4. Advent und die Weihnachtswoche ist „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!“ Amen. 
„Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Lasst uns beten:
Allmächtiger barmherziger Gott! In väterlicher Güte hast Du unser Heil bereitet, indem Du Deinen Sohn in dieser Welt gesandt hast. Mit Macht und Gnade kehrt er bei uns ein, um unser Leben zu wandeln und zu erneuern. Das ist ein Grund zu tiefer Freude und wir danken Dir dafür.
Mit Gebet, Flehen und Danksagung bringen wir unsere Bitten vor Dich. Nimm uns die Angst vor der Zukunft und gib uns Kraft, die Freude über Dein Kommen in diese Welt verinnerlichen und unsern Mitmenschen weiter geben. Wir bitten Dich für jene, denen es nicht so gut geht: die Armen und Schwachen, die Verfolgten und Entrechteten, die Kranken und Sterbenden. Begleite jeden Menschen in seiner besonderen Situation zeige auch uns, wo wir helfen können. 
Gib denen, die Verantwortung in dieser Welt tragen Weisheit und Verstand, damit sie uns zum Wohl und Dir zur Ehre regieren.
Aus der Dunkelheit dieser Welt vertrauen wir uns Dir an mit allem was wir sind und haben. 
Vater unser im Himmel … 

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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