Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Letzter Sonntag nach Epihanias, 31. Januar 2021, 

A patra Duminică după Epifanie, 31 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 31-en, vízkereszt utáni utolsó vasárnap, Istentisztelet


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Wochenspruch – Jesaja 60,2b:
Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Psalm 97 i. A.
1. Der HERR ist König; / des freue sich das Erdreich // und seien fröhlich die Inseln, / so viel ihrer sind. 2. Wolken und Dunkel sind um ihn her, / Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. 3. Feuer geht vor ihm her / und verzehrt ringsum seine Feinde. 4. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, / das Erdreich sieht es und erschrickt. 5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, / vor dem Herrscher der ganzen Erde. 6. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, / und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. … 9. Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, / du bist hoch erhöht über alle Götter. 10. Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! / Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; / aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. … 12. Ihr Gerechten, freut euch des HERRN / und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!		
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

2. Korinther 4,6 - 10
6. Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. 7. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 		Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Das Textfragment aus dem 2. Korintherbrief führt uns ein komplexes Bild vor Augen, welches wert ist, eingehend meditiert zu werden. 
Der Apostel Paulus spricht von einem zerbrechlichen Gefäß, in dem etwas Wertvolles, ein „Schatz“ sozusagen, aufbewahrt wird. Um das Bild zu verstehen, müssen wir an die vorzeiten üblichen Gefäße aus Ton denken. Diese waren im Gegensatz zu den heutigen Plastik- oder Metallgefäßen viel weniger widerstandsfähig. Ein Tonkrug kann sehr schnell zu Bruch gehen. Man muss ihn gar nicht erst aus der Hand fallen lassen; es reicht ihn etwas fester auf die Tischplatte aufzusetzen und schon bekommt er einen Sprung und ist nicht mehr zu verwenden. 
Das Bild des zerbrechlichen Tongefäßes wird nun zu unserem Leben in dieser Welt in Relation gesetzt. Wir sind anfällig, sensibel, empfindlich. Selbst dann, wenn es einem gut geht, wenn man gesund ist, wenn man einen Arbeitsplatz hat, wenn man in der eigenen Familie gut aufgehoben ist, kann sich das „von jetzt auf gleich“ ändern. Ein Unfall oder eine Krankheit, kann einen Menschen – auch wenn er nicht gleich verstirbt – für den Rest seines Lebens gebrechlich werden lassen. Die letzten Monate haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie das Leben – sowohl jenes als Individuum, als auch das der Gemeinschaft – binnen kürzester Zeit gravierende Veränderung erfahren oder gar schnell zu seinem Ende kommen kann; ohne Vorwarnung, mit aller Härte. Auch enge zwischenmenschliche Beziehungen können in kürzester Zeit zerbrechen, wobei es dafür nicht einmal einen triftigen Grund braucht. Abschied nehmen von sich selbst, von lieben Menschen oder von wichtigen Dingen, dafür steht sinnbildlich das Tongefäß, welches wann immer zu Bruch gehen kann. 
Doch das Gefäß ist – wenn wir bei diesem Bild bleiben – nur die äußere Hülle; im Gefäß ist ein wertvoller Inhalt, den Paulus als „hellen Schein in unsren Herzen“ umschreibt. Die Zweckbestimmung dieses wertvollen Inhaltes ist (Zitat) „die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“. Es handelt sich um das göttliche Licht, welches in unsere Herzen Einzug finden soll. Dieses Licht, welches von Gott in unser dunkles Wesen kommt, ist der „Schatz in dem zerbrechlichen Gefäß“. Wieso dieser Schatz so gefährdet sein muss, ist eher ein philosophische, denn eine theologische Frage, aber wir können ihr nicht aus dem Wege gehen. Eine mögliche Antwort ist jene, (Zitat) „damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns“. Gemeint ist, dass der Mensch nicht überheblich wird und sich anmaßt ohne Gott klar zu kommen. Es gilt für uns, wieder zu Gott dem Schöpfer zurück zu finden, von dem wir uns entfernt haben. Der „helle Schein in unseren Herzen“, soll diese Rückführung zu Gott gewährleisten. 
Dieser Weg der Rückkehr besteht – wie wir bereits gehört haben – in der „Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“. Damit wir also nicht dem Missverständnis aufsitzen, als ob wir das aus eigener Kraft schaffen könnten, bzw. dieses Licht aus uns selber kommen würde, wird ganz klar zwischen zwei Dingen unterschieden: 1) einerseits das zerbrechliche Gefäß, mit welchem im übertragenen Sinne wir gemeint sind; 2) andererseits der Inhalt, bzw. der „Schatz“ oder das „Licht“, welches göttlichen Ursprungs ist. Dieser wertvolle Inhalt an sich kann nicht verloren gehen. Wir – als zerbrechliche Gefäße – können ihn wohl aber für uns verlieren. 
So könnte man unser Leben in dieser Welt auch mit einer Ellipse vergleichen, die um zwei Brennpunkte kreist. Der erste wäre die Verblendung, uns selber als das Maß aller Dinge zu sehen; zu meinen, dass das Licht aus uns selber kommt. Die Schlussfolgerung daraus wäre, Gott gar nicht zu brauchen. Der zweite Brennpunkt wäre an der eigenen Befindlichkeit (welche Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit bedeutet) zu resignieren und zu meinen, dass sowieso alles verloren ist. Die Schlussfolgerung daraus wäre, an Gott selber zu zweifeln. Beides will dies Bibelwort ausräumen und uns den rechten Weg zeigen; die „Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“ besteht darin, dass die Ellipse mit den zwei Brennpunkten zu einem Kreis mit einem Mittelpunkt wird. In diesem Mittelpunkt ist das göttliche Licht, worauf unser Leben mit seinen Anfälligkeiten, aber auch mit seinen Anfechtungen ausgerichtet sein und bleiben sollte. Es das Licht, welches von Bethlehem ausging, uns letztendlich aber auf die Auferstehung hinweist. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger ewiger Gott und Vater. Du hast vorzeiten das Licht geschaffen und es in diese Welt scheinen lassen. In deinem Sohn Jesus Christus hat es für uns neu zu strahlen begonnen. Lass Dein Licht auch heute scheinen: in unsere Herzen, auf unsere Hände, durch unsere Augen. Mehre Dein Licht in uns, damit es für uns und unsere Mitmenschen sichtbar werden möge. 
Wir bitten Dich für jene, die Dein Licht von dem Geblende unserer Zeit nicht mehr unterscheiden können. Stehe ihnen bei, und zeige uns, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen. Erleuchte jene, die Verantwortung tragen in dieser Welt, damit Gerechtigkeit und Frieden Einzug halten mögen.			
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.




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