Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 4. Sonntag nach Trinitatis – 5. Juli 2020

A IV-a Duminică după Sfânta Treime, 5 iulie 2020 serviciu divin

2020. július 5-en, Szentháromság utáni 4. vasárnap, Istentisztelet


Wochenspruch:
„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“  (Galater 6,2)

Psalm 42
2. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, / so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
3. Meine Seele dürstet nach Gott, / nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, / dass ich Gottes Angesicht schaue?
4. Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, / weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
6. Was betrübst du dich, meine Seele, / und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; / denn ich werde ihm noch danken, / dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem 1. Petrusbrief 3,9:
9. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.
16. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.
 Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Der 1. Petrusbrief enthält eine ganze Reihe von Ermahnungen, die an Christen aus der Diaspora in Kleinasien ergingen. Der Apostel wünscht sich, dass jene – denen er schreibt – unbeschädigt das Ziel ihres Glaubens erreichen. Es war die Zeit der Christenverfolgungen im damalige Römischen Reich und der Briefschreiber macht sich Sorgen um seine Adressaten. Die Ermahnungen sind Ausdruck einer innigen Beziehung zwischen Briefschreiber und Adressaten. 
Wir, Menschen des 21. Jahrhunderts, haben meistens ein gebrochenes Verhältnis gegenüber Belehrungen. Wer lässt sich in unserer Zeit noch gerne ermahnen oder zurecht weisen? Eine Zeit, in welcher unabhängiges Denken und selbstständiges Handeln als kostbarstes Gut gepriesen wird. Das beginnt schon bei Kindern, die heranwachsen und Eigenständigkeit und Unabhängigkeit ausprobieren. Welche Eltern können nicht darüber ein Lied singen, was für einen schweren Stand sie vor ihrem pubertierenden Heranwachsenden mit – natürlich immer gut gemeinten – Ermahnungen haben? Wenn man in der Auseinandersetzung mit den Kindern im Normalfall fast immer dann doch noch eine akzeptable Lösung findet, so ist das mit Erwachsenen schwer bis unmöglich. Leider wird in unserer postkommunistischen Gesellschaft, Freiheit oft dahingehend missverstanden, dass Menschen meinen alles was sie wollen, tun oder lassen zu können. Das geschieht ohne Rücksicht auf den Mitmenschen; ohne Rücksicht auf das Umfeld oder auf die Umwelt. Und leider geschieht es mitunter auch bei Menschen mit höchster Verantwortung in Staat und Gesellschaft. 
Andererseits gibt es auch in unserer heutigen Zeit und Gesellschaft Bereiche, in denen nicht nur Ermahnungen und klare Anweisungen, sondern richtiges Drillen ganz selbstverständlich dazu gehören. Höchstleistungen können nicht abgerufen werden, wenn man sich nicht einer eisernen Disziplin unterwirft. Das nächst liegenste Beispiel kommt aus der Welt des Sportes, wo der Erfolg eben nicht nur von dem Talent eines Sportlers abhängt, sondern maßgeblich davon, inwieweit diese Begabung in vielen Trainingseinheiten in eine Strategie mündet, die letztendlich zum Erfolg führen kann. Nicht automatisch führen muss, denn ein Wettkampf, ist wie das wirkliche Leben: Einsatzbereitschaft, Kraft und Können bringen den Sieg nicht automatisch, wenn dazu nicht noch das Quäntchen Glück hinzukommt kommt. 
Wichtig ist, den anvertrauten Mitmenschen nicht aus dem Auge zu verlieren und selbst mit den Zeitgenossen, die einem weniger angenehm sind, irgendwie klar zu kommen. Dazu hören wir uns nochmals die beiden Ermahnungen an: „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.“ und „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“. Wenn wir bereit sind Verantwortung zu übernehmen, dann werden wir gesegnet werden. 
Amen.

Lasst uns beten:
Ewiger Gott, himmlischer Vater. Du bist barmherzig und gnädig und erweist Deine Macht vornehmlich im Verschonen und Erbarmen. Du hast uns Dein Wort gegeben, dass wir uns daran ausrichten sollen, und uns Verantwortung für diese Welt und ihre Menschen übertragen. Lass Deine Ermahnungen in unsern Herzen Früchte tragen, damit wir Deinen ewigen Segen ererben.  
Vor dich bringen wir unsere Sorgen und Nöte, unsere Sehnsucht nach Frieden und Eintracht, unsern Durst nach Gerechtigkeit und Wahrheit. Hilf Du und lass uns erkennen, wo wir Verantwortung übernehmen können, auf das wir das Gesetz Christi erfüllen.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!
   Vorlesen lassen:
   
   z.B. Microsoft Edge 83 mit:

   

   Steuerung Umschalten U

   oder "rechte Maustauste"
   -> Laut vorlesen


   z.B. Mozilla Firefox 78 mit:
   
    

   oder "Lesesansicht"
   __________ 
   
   Übersetzen lassen:

   z.B. Google Chrome 84, 
   Microsoft Edge 83