Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis – 19. Juli 2020

A VI-a Duminică după Sfânta Treime, 19 iulie 2020 serviciu divin

2020. július 19-en, Szentháromság utáni 6. vasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch - Jesaja 43,1:
So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Psalm 139,1 – 10,14
1. HERR, du erforschest mich / und kennest mich.
2. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; / du verstehst meine Gedanken von ferne.
3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich / und siehst alle meine Wege.
4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, / dass du, HERR, nicht alles wüsstest.
5. Von allen Seiten umgibst du mich / und hältst deine Hand über mir.
6. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, / ich kann sie nicht begreifen.
7. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, / und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8. Führe ich gen Himmel, so bist du da; / bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9. Nähme ich Flügel der Morgenröte / und bliebe am äußersten Meer,
10. so würde auch dort deine Hand mich führen / und deine Rechte mich halten.
14. Ich danke dir dafür, / dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; / das erkennt meine Seele.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung 1. Petrus 2,9:
Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. 
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Die Erfahrung des ZWEIFELNS ist sicherlich jedem von uns bekannt. Man zweifelt z. B. daran, dass ein Vorhaben auch wirklich so gelingt, wie es geplant war. Oder zweifelt man an einem Mitmenschen, weil dieser einen enttäuscht hat. Aber – und dies ist natürlich das Schlimmste – man zweifelt manchmal auch an sich selbst, ja man verzweifelt. In der Regel geht Hand in Hand mit dem Selbstzweifel auch der Zweifel an Gott. 
Die Christenmenschen, welche der 1. Petrusbrief im Blick hat, waren in einer solchen Situation. Sie hatten sich in eine Art kulturelle, aber auch soziale und moralische „Isolation“ oder „Separation“ von dem Rest der damaligen Gesellschaft begeben. Die Zeit der großen Christenverfolgungen hatte noch nicht begonnen. Es waren nicht die römischen Behörden, sondern Menschen aus dem näheren Umfeld, die durch kleinere oder größere Sticheleien, Benachteiligungen oder Schikanen den Christen das Leben schwer machten. Es war eine Art gesellschaftliches Mobbing, welches ihnen widerfuhr. Mobbing oder Bulling trifft in der Regel solche, die anders sind. Die Andersartigkeit der Christen im damaligen Kontext zeichnete sich dadurch aus, dass sie ihre Hoffnung auf etwas setzten, was nicht sichtbar oder greifbar war und dadurch, dass sie die Standfestigkeit besaßen, nicht mitzumachen bei dem was alle anderen taten. Dadurch fielen sie auf. 
Doch waren und sind Christen auch nur Menschen und was sie erleben (vor allem das Negative) geht nicht spurlos an ihnen vorbei. Diese Menschen waren dem Zweifel und dem Selbstzweifel ausgesetzt und dadurch befanden sie sich in einer doppelten Gefahr: die eine bestand darin zu ihrem alten Leben mit den heidnischen Bräuchen zurück zu kehren, die andere, sich noch mehr zu isolieren. Beides wäre falsch gewesen, und darum wird diesen Menschen Mut und Optimismus zugesprochen: Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.
 
Der 6. So. n. Trinitatis ist der Sonntag des Taufgedächtnisses. In dem Begriff «Taufe» ist der Wortstamm „tief“ enthalten und hat zwei voneinander abhängige Bedeutungen: zum einen geht es um das „untertauchen“, wo typologisch das ERTRÄNKEN der Sünde nachvollzogen wird. Andererseits geht es aber um das, was im übertragenen Sinne „vertiefen“ heißt; d. h. sich etwas genau aneignen, sich eine Sache tiefgehend ins Bewusstsein zu rufen. „Viertiefen“ soll der Getaufte, dass er zu Gott gehört, und dass diese Zugehörigkeit ihm einen besonderen Status verleiht. Dieser besondere Status ist aber nicht ein Besitz, den man durch eigene Leistung erwirbt. Und dieser Status wird einem auch nicht darum verliehen, damit man sich darauf etwas einbilden könnte.
Durch die Taufe hat Gott uns zu seinen Kindern gemacht. Wenn man sich dessen bewusst wird – und das sind wir heute zu tun aufgefordert – dann weicht aller Zweifel und Selbstzweifel. 
Amen.

Lasst uns beten:
Himmlischer Vater, Du hast uns wunderbar geschaffen und durch die Taufe zu Deinen Kindern gemacht. In Deinem Sohn Jesus Christus hast Du uns zu Deinem Reiche berufen und willst uns an Deiner Gnade teilhaben lassen. Wir danken Dir dafür.
Wir bitten Dich für alle Menschen, die von Zweifel und Selbstzweifel geplagt werden. Rüste sie auch mit Mut und Optimismus, damit sie den Sinn ihres Lebens erkennen, und das Ziel, welches Du gesteckt hast nicht verfehlen.
Behüte uns auf allen unseren Wegen und schenke uns Deinen Frieden.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 





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