Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis – 26. Juli 2020

A VII-a Duminică după Sfânta Treime, 26 iulie 2020 serviciu divin

2020. július 26-en, Szentháromság utáni 7. vasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch – Epheser 2,19:
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Psalm 107,1 – 9
1. Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewiglich.
2. So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, / 
die er aus der Not erlöst hat,
3. die er aus den Ländern zusammengebracht hat / 
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
4. Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, /
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
5. die hungrig und durstig waren / 
und deren Seele verschmachtete,
6. die dann zum HERRN riefen in ihrer Not /
und er errettete sie aus ihren Ängsten
7. und führte sie den richtigen Weg, /
dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
8. Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, / die er an den Menschenkindern tut,
9. dass er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung Lukas 9,16 – 17:
16. Da nahm Jesus die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und segnete sie, brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie dem Volk austeilten. 17. Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was ihnen an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll. 			
Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Amen.

Liebe Brüder und Schwestern!
Jeder Mensch kennt wahrscheinlich diese Erfahrung: Man sieht sich einen schönen Film an und für 1½ Stunden vergisst man alles um sich herum und geht auf in einer Scheinwirklichkeit. Und dann kommt der Moment, wenn der Film zu Ende ist. Die Traumwelt löst sich auf und die Wirklichkeit, wird so wahrgenommen, wie sie ist: als die graue, manchmal auch raue Wirklichkeit. Im Grunde genommen weiß jeder vernünftige Mensch, dass man der Wirklichkeit nicht entfliehen kann und dass die Gesetze der Physik nicht aufgehoben werden können. Die Schwerkraft hält uns am Boden und daraus entstand das geflügelte Wort, welches Schwärmern gerne gesagt wird: «Bleib mal auf dem Boden der Tatsachen!». Wenn man von einer anderen Wirklichkeit träumt und sich in eine Scheinwelt flüchtet, dann betrügt man sich schließlich selber. 

Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Schönes, Angenehmes, Beglückendes zu erleben hat ja keinesfalls zwangsläufig nur mit Träumerei zu tun. Wir erleben ja auch die schöne Wirklichkeit, wir erleben ja auch Glück, Gelingen, Erfüllung. Diese andere Seite (bestehend aus Glück, Gelingen oder Freude) kann die erste (bestehend aus Streit, Angst oder Trauer) zwar nicht verdrängen. Aber wir nehmen sie ja gerade auch darum wahr, weil es die Negativfolien dazu gibt. Und wenn es im Laufe der Geschichte nicht jene Menschen gegeben hätte, die sich andere Wirklichkeiten erträumten hätten, dann wären wir heute nicht Nutznießer einer ganzen Menge von technischen Errungenschaften, ohne die unser Leben gar nicht mehr vorstellbar ist. Einer meiner theologischen Lehrer sagte: „Wer keine Luftschlösser baut, der baut sicher auch keine andern.“

Dass Wundergeschichte von der Speisung der 5.000 kann zwei Reaktionen hervorrufen. Die eine ist „Oh wie schön!“ und die andere: „Zu schön um wahr zu sein?!“ Wie das Wunder konkret vonstattengeht, ist nicht Gegenstand der Erzählung. Dass Jesus Wunder tun kann, setzt die Bibel voraus. Das Wunder ist nicht Gegenstand, sondern Voraussetzung der Erzählung. Der Blick wird in eine ganz andere Richtung gelenkt.
Zwei Dinge lerne ich daraus: 
1) Alle Menschen dieser Welt können satt werden; es nur kommt darauf an, richtig aufzuteilen. Gerade davon aber, entfernt sich die Menschheit immer mehr. Etwa einem Drittel (1/3) der Menschen dieser Erde geht es gut oder sehr gut (wer diesen Gottesdienst auf YouTube sieht, gehört dazu, weil er ein Smartphone oder einen Computer besitzt). Den anderen beiden Dritteln (2/3) geht es schlecht bis sehr schlecht. Aber wie soll das Teilen auf globaler Ebene vonstatten gehen, wenn es nicht einmal in einem viel kleineren Rahmen – etwa in einer Familie – funktioniert. Darüber sollten wir nachdenken. 
2) Das zweite ist der Hinweis auf das Heilige Abendmahl. Auch wenn es in unserer Geschichte nicht direkt thematisiert wird, so erinnern die Aufteilung und Jesu Worte genau daran. Gott ist nicht nur im Wort hörbar, sondern spricht in den Sakramenten auch die anderen menschlichen Sinne an. „Er sättigt die durstige Seele / und die Hungrigen füllt mit Gutem.“ So haben wir im Psalm gebetet. Dafür gebührt ihm unser Dank. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, Du hast die Güter dieser Erde geschaffen, dass wir sie dankbar gebrauchen. Du lässt die Erde Frucht bringen, damit wir Deine Macht und Herrlichkeit darin erkennen. Bewahre uns vor Habgier und Eigensucht. Lass uns erkennen, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen.
Wir bitten Dich für Hungernden und Notleidenden weltweit. Gib den Verantwortlichen Weisheit und Gestaltungskraft, damit den Vielen geholfen wird. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 





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