Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am 9. Sonntag nach Trinitatis – 9. August 2020

A IX-a Duminică după Sfânta Treime, 9 august 2020 serviciu divin

2020. augusztus 9-en, Szentháromság utáni 9. vasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch – Lukas 12,48:
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Psalm 63,2 – 9
2. Du bist mein Gott, den ich suche. / Es dürstet meine Seele nach dir, // mein Leib verlangt nach dir / aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist … 4. Denn deine Güte ist besser als Leben; / meine Lippen preisen dich. // 5. So will ich dich loben mein Leben lang / und meine Hände in deinem Namen aufheben. // 6. Das ist meines Herzens Freude und Wonne, / wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann; … 8. Denn du bist mein Helfer, / und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. // 9. Meine Seele hängt an dir; / deine rechte Hand hält mich. 	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Matthäus 7,24 – 27:
Jesus sprach: 24. Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß. 	Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!
Liebe Brüder und Schwestern!
I) Jesus spricht oft in Gleichnissen, um einen Sachverhalt oder ein Ding tiefgründig zu erklären. Um das vorhin gehörte Gleichnis besser verstehen zu können, ist es sinnvoll zunächst nach seinem realen Hintergrund zu fragen. Jesus hat eine Situation vor Augen, die dem geologischen und klimatischen Raum des Nahen Ostens entnommen ist. 1) Durch den Wechsel von sehr trockner und sehr feuchter Jahreszeit, entsteht ein interessantes Phänomen in der Region. Es gibt dort die so genannten „Wadis“  das sind kleine Täler die monatelang staubtrocken da stehen, und bei denen man auf den ersten Blick gar nicht merkt, dass es die Flussrinne eines Baches sein könnte. Wenn es aber zu regnen beginnt, dann bildet sich innerhalb kürzester Zeit ein reißender Fluss. In ein solches Tal ein Haus zu bauen, wäre das Unvernünftigste, was man tun könnte, auch wenn man bei schönem Wetter viel Phantasie braucht, um sich dort ein fließendes Gewässer vorzustellen. 2) Der Boden ist dort entweder felsig oder sandig. Es steht außer Frage, dass jeder vernünftige Mensch sein Haus auf den festen und nicht auf den lockeren Untergrund bauen würde. Dieses Hintergrundwissen – welches man bei jedem Menschen damals voraussetzen konnte – verwendet Jesus im Blick auf den Zusammenhang von Hören und Tun seiner Worte. 
II. Das Haus und sein Fundament sind die Hintergrundfolie dieses Gleichnisses. Der griechische Begriff für „Haus“ () kann mehrfach gedeutet werden. Neben der klassischen Bedeutung als Bauwerk oder Wohnraum meint „Haus“ auch die dazu gehörenden Menschen. Der Blick wird so von dem Gebäude auf die Hausgemeinschaft ausgeweitet. Doch es geht noch viel weiter: die Ausleger im Laufe der Kirchengeschichte haben in allegorisierender Weise im Fundament  Christus; im Haus  die Übung der Tugend und im rauschenden Bach  die Gestalt des Teufels gesehen. „Hören“ steht hier parallel zum „Bauen“. Je nachdem wie das Haus gebaut wird, dementsprechend wird sich das Leben nachher darin abspielen. 
III. Das Gleichnis vom Hausbau bildet den Schluss der sogenannten Bergpredigt; es kann als Zusammenfassung des gesamten vorhergehenden Diskurses Jesu gelesen werden. In der Bergpredigt werden die Menschen ziemlich radikal in zwei Kategorien eingeteilt: jene die sich die Worte Jesu zu Herzen nehmen und danach handeln und die andern, die es nicht tun. Bemerkenswert an diesem Gleichnis vom Hausbau ist, dass nicht (oder nicht immer) auf Anhieb zu erkennen ist, wer sich für welchen Weg entschieden hat. Um bei dem Bilde zu bleiben: Die beiden Häuser haben eine identische Bauweise. Der Unterschied liegt in der Beschaffenheit des Fundamentes, welches nicht sichtbar ist. Erst wenn Sturm oder Hochwasser kommen, wird ersichtlich, wer die richtige Entscheidung getroffen hat. Dann sich umzuentscheiden geht nicht mehr. Wenn einmal eine Unwetterwarnung ausgegeben wird, dann hat kein Mensch mehr die Zeit, das Fundament seines Hauses zu konsolidieren. Auf der Schlusswarnung „sein Fall war groß“ liegt in diesem Gleichnis das Gewicht und darum hört sich das Ganze sehr ernst an. 
Hinter den Anstrengungen, die Jesus seinen Zuhörerinnen und Zuhörern abverlangt, steht jedoch diese Botschaft: wenn Du das alles tust, dann tust Du in erster Linie Dir selber (und dann den andern) etwas Gutes.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, wir danken Dir, dass Du uns in Deinem Wort begegnest und das wir in Christus den Weg für unser Leben gewiesen bekommen. Lass uns je neu erkennen, was recht und unrecht ist, und die richtigen Entscheidungen für unser Leben treffen.
Wir bitten Dich für die Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zeige Ihnen den rechten Weg für ein verantwortliches Handeln, damit auf Fels und nicht auf Sand gebaut werde. 
Wir bitten dich für die Menschen in den Krisengebieten dieser Welt. Insbesondere beten wir für die Opfer der großen Explosion, die die Stadt Beirut im Libanon erschüttert hat. Wir bitten dich für die Kranken und Einsamen; für Armen und Notleidenden. Sende Menschen, die ihnen zur Seite stehen, wenn sie es brauchen und zeige auch uns wo wir unsern Mitmenschen helfen können.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen. 





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