Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr – 8. November 2020, 

XXI-a Duminică după Sfânta Treime, 8 noiembrie 2020 serviciu divin

2020. november 8-an, Szentháromság utáni 21. vasárnap,  (Ítélet) , Istentisztelet


  Start    Lautärke    Bildgröße auf Vollbild ändern    Beenden


Wochenspruch – 2. Korinther 6,2b:
Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe jetzt ist der Tag des Heils.

Psalm 90, 1 - 6.13 - 14
1. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. 2. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, / bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3. Der du die Menschen lässest sterben / und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! 4. Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, / und wie eine Nachtwache. 5. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, 6. das am Morgen blüht und sprosst / und des Abends welkt und verdorrt. … 13. HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns / und sei deinen Knechten gnädig! 14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, / so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lukas 17,20 - 24
20. Als Jesus aber von den Pharisäern gefragt wurde: „Wann kommt das Reich Gottes?“, antwortete er ihnen und sprach: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; 21. man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ 22. Er sprach aber zu den Jüngern: „Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. 23. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach! 24. Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. 		
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir durchlaufen jetzt die Jahreszeit, in der (vor allem auch unter dem Einfluss der Naturbilder) sich Melancholie breit macht. Es ist sicher nicht zufällig, dass der kirchliche Kalender im November den Gedenktag der Toten ansetzt. Ebenso ist es kein Zufall, dass das Kirchenjahr im November aufhört und dass die letzten drei Sonntage des Kirchenjahres sich mit Themenkomplexen auseinander setzen, welche vom Ende der Welt, vom Weltgericht, von unserem eigenen Ende und unserer Verantwortung angesichts dieses Endes handeln. Gerade diese Zeit – wenn die Nächte immer länger und die Tage immer kürzer werden und manchmal auch das Wetter auf‘s Gemüt schlägt – eignet sich besonders dafür, sich mit Endzeitgedanken zu befassen. 
Im Laufe der Geschichte hat diese Problematik um das Weltende Menschen immer wieder beschäftigt; wann es sein wird und was für Zeichen werden darauf hinweisen? Das soeben gehörte Bibelwort ist den sogenannten „Endzeitreden“ des Lukas – Evangeliums entnommen. Was jedoch sonderbar erscheint, sind die beiden – doch sehr unterschiedlichen – Aussagen Jesu im Blick auf das Reich Gottes, je nachdem welche Ansprechpartner er vor sich hat. A. Den Pharisäern, die ihn direkt danach fragen, sagt er etwas, und zwar, „das Reich Gottes ist mitten unter euch“; Martin Luther übersetzte „das Reich Gottes ist inwendig in Euch“. Das heißt, dass das Reich Gottes gar nichts mit dem Ende der Welt zu tun hat. Und eine gewisse Logik steckt in dieser Aussage. Wer sich in Gottes Händen geborgen weiß, für den ist das Reich Gottes längst angebrochen. B. Was Jesus den Jüngern (die ihn – so wie es der Text hergibt – gar nicht gefragt hatten) sagt, ist etwas ganz anders. Nach dieser Aussage Jesu zu schließen, hat der Anbruch des Gottesreiches sehr wohl etwas mit dem Ende der Welt zu tun. Jesus spricht von jenem Tag, an welchem der Menschensohn offenbar werden wird. Das hört sich ganz anders an, als jene Aussage, die an die Pharisäer gerichtet war. In diesem Bibelwort erhält die Frage nach der Gottesherrschaft eine doppelte Antwort, die – wie schon angedeutet – widersprüchlich scheint: die Gottesherrschaft ist nicht äußerlich und sie ist doch äußerlich. Die beiden Aussagen Jesu müssen komplementär zueinander gesehen werden, so wie zwei Seiten ein und derselben Münze jeweils eine andere Prägung aufzuweisen haben. Sie drücken in jeweils anderer Form einen Teil derselben Wahrheit aus. Das Reich Gottes ist schon da und es kommt; so paradox es klingt, so ist es auch. Mit der Menschwerdung des Gottessohnes ist das Reich Gottes schon auf diese Erde, zu den Menschen gekommen. Es ist schon jetzt „mitten unter uns“ oder „inwendig in uns“, allerdings in verborgener Weise.  Wenn Jesus vom Tag des Menschensohnes spricht, oder wenn vom Weltende geredet wird, dann ist die Offenbarung des Reiches Gottes in seiner ganzen Herrlichkeit gemeint. 
Jesus erteilt allen Spekulationen eine Abfuhr. Um so verwunderlicher ist es, wie viele – in der Regel religiöse – Menschen im Laufe der Zeit trotzdem auf das Weltende fixiert waren, oder sogar versucht haben, es im Voraus zu berechnen. Die frohe Botschaft ist, dass wir Endzeitberechnungen und -voraussagen gar nicht nötig haben. Jedes Mal wenn wir das „Vaterunser“ beten, dann sagen wir in der zweiten Bitte: „Dein Reich komme“. Mit dieser Bitte haben wir eigentlich das Wesentlichste gesagt, was man in einem Gespräch mit Gott aussprechen kann. Es ist ein Wunsch und zugleich eine Feststellung.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, wir DANKEN Dir, dass Du bei uns bist und Tag für Tag mit Deinem Heiligen Geist führst und leitest. Deine Herrschaft kennt keine Grenzen und wir dürfen uns bei Dir geborgen wissen: im Leben wie im Tod. Lass uns wachsam sein, dass wir zu jeder Zeit Deine Stimme hören und Deine Fingerzeige erkennen.
Wir bitten Dich in diesen Zeiten der Not um Deine Hilfe. Lass alle Menschen ihre Verantwortlichkeit erkennen und gib denen die besondere Verantwortung tragen Weisheit, Kraft und Ausdauer, damit das Rechte zur rechten Zeit getan werden kann. 
Wir bitten Dich für Deine Kirche in aller Welt. Lass sie Deine Wahrheit verkündigen und Menschen durch Freud und Leid ihres Lebens begleiten. Schenke den Mühseligen und Beladenen Freiheit von Sorge und Plage, den Kranken Heilung, den Einsamen und Alten ein getrostes Herz. Gib den Trauernden Hoffnung und sei den Sterbenden nahe.
Und wenn es Dein Wille ist, lass den Tag anbrechen, an dem wir die Herrlichkeit Deines Reiches in seinem vollen Glanz schauen.
Vater unser im Himmel …

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!
   Vorlesen lassen:
   
   z.B. Microsoft Edge 86 mit:

   

   Steuerung Umschalten U

   oder "rechte Maustauste"
   -> Laut vorlesen


   z.B. Mozilla Firefox 82 mit:
   
    

   oder "Lesesansicht"
   __________ 
   
   Übersetzen lassen:

   z.B. Google Chrome 86, 
   Microsoft Edge 86