Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Epiphanias – 6. Januar 2021, 

Boboteaza, 6 ianuarie 2021 serviciu divin

2021. január 6-an, Vízkereszt, Istentisztelet


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Wochenspruch – 1. Johannes 2,8b:
Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt.

Psalm 100 Gesang (Th. Halmen und B. Fröhlich)
1. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! 2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! 3 Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. 4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! 5 Denn der HERR ist freundlich, / und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Epheser 3,5 - 6
5. Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; 6. nämlich, dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium. 
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!


Liebe Brüder und Schwestern!

Epiphanias ist (etwas salopp gesagt) das alternative Geburtsfest Jesu. Die frohe Botschaft vom Kommen Gottes in diese Welt ergeht auch an die Heiden – darum geht es heute. War die Heilige Nacht noch ausschließlich Angehörigen des jüdischen Volkes vorbehalten (so wie es aus dem Bericht des Evangelisten Lukas hervorgeht), so sind es nun die Weisen aus dem Morgenlande, die zur Krippe kommen (so bei Matthäus vorzufinden, der davon erzählt). Diese gelehrten Männer sind nicht irgendwelche Fremden, die zufällig in Bethlehem vorbei schauen. Sie suchen nicht mehr und nicht weniger als die göttliche Weisheit. Darum nehmen sie einen beschwerlichen Weg auf sich und wissen bis zuletzt nicht, wann, wo, und bei wem sie ankommen werden. Sie waren einem Stern gefolgt. D. h. die Weisheit dieser Menschen bestand darin, sich führen zu lassen. Nicht ihr Wissen (welches durchaus nicht zu verachten war), sondern ihre Standhaftigkeit in der Suche nach Gott wird belohnt, so dass sie ihren inneren Frieden finden und als veränderte Menschen zurück nach Hause kehren. 

Die Weisen aus dem Morgenlande sind sozusagen die Vorläufer dessen, der in die Kirchengeschichte als Völkerapostel eingegangen ist: Paulus. Der Apostel Paulus ist zur Symbolfigur für die Ausbreitung der Botschaft vom Kommen Gottes in diese Welt unter den Heiden geworden. Dem Juden Saulus wurde das, was er als geläuterter Paulus mit „Geheimnis“ bezeichnet in einer Offenbarung zuteil, nämlich, dass durch Jesus Christus ALLE Völker Zugang zu den Verheißungen Gottes bekommen sollen. Das hört sich für unsereinen jetzt so selbstverständlich an. Wer möchte uns – hier und heute – absprechen, dass Gott FÜR UNS in diese Welt gekommen ist? Für jene Zeit ist das aber keineswegs selbstverständlich gewesen. Oder mit Paulus gesprochen: „Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist.“ 

Das alttestamentlich-jüdische Denken teilte die Menschen nicht nach Hautfarbe, Rasse, Klasse oder ähnlichen Kriterien ein. Nur zwei Kategorien gab es im damaligen Denken: Juden oder Nicht-Juden. In alttestamentlicher Sicht gab es eben nur das erwählte Volk und den Rest der Welt. Diese „Nichterwählten“ und „Nichtgeheiligten“ (im Sinne des Alten Bundes, da sie das Gesetz des Mose nicht kannten, und selbst wenn, mangels der Beschneidung nicht dazu gehörten) sind die Zielgruppe des Apostels Paulus. Diesen gilt das, was in „früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht war“, nämlich: „dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium“. 

Ephesus (an dessen christliche Gemeinde der Brief ergeht, aus dem wir das vorige Fragment hörten) war ein Ort, der seinem Ruf als „heidnische Stadt“ »alle Ehre« machte: heidnische Tempel an jeder Straßenecke; heidnische Kultur mit allem was dazugehörte. Für einen Juden war es der Sündenpfuhl schlechthin. Das Neue, das Unerhörte an der Botschaft des Apostels ist nun aber: auch diesen Menschen gilt die Verheißung, Mit-erben oder Mit-teilhaber der Gnade, der Erlösung und der Zuwendung Gottes zu sein. Und nicht nur ihnen, sondern all jenen, die das Erscheinen Gottes unter uns Menschen sich zu Herzen gehen lassen, denen gilt sie.  

Diese wirklich froh machende Botschaft gilt auch uns. Mit dem Epiphaniasfest gehen die Weihnachtsfeiertage zwar zu Ende. Was diese Feiertage uns jedoch inhaltlich vermitteln, darf und soll mit in den Alltag genommen werden. Dass Gott uns den Glanz seiner Herrlichkeit gezeigt hat, indem er Mensch wurde und dass er uns zu Mit-erben seines Reiches machen will. Davon können wir unser Leben lang dankbar zehren. Amen.  

Lasst uns beten:
Allmächtiger, gnädiger Gott Du hast in Jesus Christus den Glanz Deines Lichtes über dieser Welt aufgehen lassen. Wir danken Dir, dass durch ihn die Verheißung der Gnade und der Erlösung auch uns gilt. 
Herr Jesus Christus, Du bist der helle Morgenstern und bringst Licht in das Dunkel der Welt. Hilf uns dem Schein Deines Lichtes zu folgen, und das zu tun, was Deinem Willen entspricht. Bringe uns zurecht, wenn wir abirren, mache uns auch in dunkeln Stunden deiner Gegenwart gewiss.
Lass Dein Licht auch denen leuchten, die in besonderen Nöten und Anfechtungen sind. Stehe den Kranken und Verlassenen, den Verfolgten und Entrechteten gnädig bei. Lass überall auf der Welt Recht und Gerechtigkeit herrschen und hilf denen, die sich um Frieden bemühen.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.


Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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