Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg

Gottesdienste Epiphaniszeit 2021 

Epiphanias (6.1.2021)
1. Sonntag nach Epiphanias „Schwarzer Sonntag” (10.1.2021)
2. Sonntag nach Epiphanias (17.1.2021)
3. Sonntag nach Epiphanias (24.1.2021)
Letzter Sonntag nach Epiphanias (31.1.2021)












Epiphanias, 6. Januar 2021 

Boboteaza, 6 ianuarie 2021 serviciu divin

2021. január 6-an, Vízkereszt, Istentisztelet

Wochenspruch – 1. Johannes 2,8b:
Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt.

Psalm 100 Gesang (Th. Halmen und B. Fröhlich)
1. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! 2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! 3 Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. 4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! 5 Denn der HERR ist freundlich, / und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Epheser 3,5 - 6
5. Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; 6. nämlich, dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium. 
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!


Liebe Brüder und Schwestern!

Epiphanias ist (etwas salopp gesagt) das alternative Geburtsfest Jesu. Die frohe Botschaft vom Kommen Gottes in diese Welt ergeht auch an die Heiden – darum geht es heute. War die Heilige Nacht noch ausschließlich Angehörigen des jüdischen Volkes vorbehalten (so wie es aus dem Bericht des Evangelisten Lukas hervorgeht), so sind es nun die Weisen aus dem Morgenlande, die zur Krippe kommen (so bei Matthäus vorzufinden, der davon erzählt). Diese gelehrten Männer sind nicht irgendwelche Fremden, die zufällig in Bethlehem vorbei schauen. Sie suchen nicht mehr und nicht weniger als die göttliche Weisheit. Darum nehmen sie einen beschwerlichen Weg auf sich und wissen bis zuletzt nicht, wann, wo, und bei wem sie ankommen werden. Sie waren einem Stern gefolgt. D. h. die Weisheit dieser Menschen bestand darin, sich führen zu lassen. Nicht ihr Wissen (welches durchaus nicht zu verachten war), sondern ihre Standhaftigkeit in der Suche nach Gott wird belohnt, so dass sie ihren inneren Frieden finden und als veränderte Menschen zurück nach Hause kehren. 

Die Weisen aus dem Morgenlande sind sozusagen die Vorläufer dessen, der in die Kirchengeschichte als Völkerapostel eingegangen ist: Paulus. Der Apostel Paulus ist zur Symbolfigur für die Ausbreitung der Botschaft vom Kommen Gottes in diese Welt unter den Heiden geworden. Dem Juden Saulus wurde das, was er als geläuterter Paulus mit „Geheimnis“ bezeichnet in einer Offenbarung zuteil, nämlich, dass durch Jesus Christus ALLE Völker Zugang zu den Verheißungen Gottes bekommen sollen. Das hört sich für unsereinen jetzt so selbstverständlich an. Wer möchte uns – hier und heute – absprechen, dass Gott FÜR UNS in diese Welt gekommen ist? Für jene Zeit ist das aber keineswegs selbstverständlich gewesen. Oder mit Paulus gesprochen: „Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist.“ 

Das alttestamentlich-jüdische Denken teilte die Menschen nicht nach Hautfarbe, Rasse, Klasse oder ähnlichen Kriterien ein. Nur zwei Kategorien gab es im damaligen Denken: Juden oder Nicht-Juden. In alttestamentlicher Sicht gab es eben nur das erwählte Volk und den Rest der Welt. Diese „Nichterwählten“ und „Nichtgeheiligten“ (im Sinne des Alten Bundes, da sie das Gesetz des Mose nicht kannten, und selbst wenn, mangels der Beschneidung nicht dazu gehörten) sind die Zielgruppe des Apostels Paulus. Diesen gilt das, was in „früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht war“, nämlich: „dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium“. 

Ephesus (an dessen christliche Gemeinde der Brief ergeht, aus dem wir das vorige Fragment hörten) war ein Ort, der seinem Ruf als „heidnische Stadt“ »alle Ehre« machte: heidnische Tempel an jeder Straßenecke; heidnische Kultur mit allem was dazugehörte. Für einen Juden war es der Sündenpfuhl schlechthin. Das Neue, das Unerhörte an der Botschaft des Apostels ist nun aber: auch diesen Menschen gilt die Verheißung, Mit-erben oder Mit-teilhaber der Gnade, der Erlösung und der Zuwendung Gottes zu sein. Und nicht nur ihnen, sondern all jenen, die das Erscheinen Gottes unter uns Menschen sich zu Herzen gehen lassen, denen gilt sie.  

Diese wirklich froh machende Botschaft gilt auch uns. Mit dem Epiphaniasfest gehen die Weihnachtsfeiertage zwar zu Ende. Was diese Feiertage uns jedoch inhaltlich vermitteln, darf und soll mit in den Alltag genommen werden. Dass Gott uns den Glanz seiner Herrlichkeit gezeigt hat, indem er Mensch wurde und dass er uns zu Mit-erben seines Reiches machen will. Davon können wir unser Leben lang dankbar zehren. Amen.  

Lasst uns beten:
Allmächtiger, gnädiger Gott Du hast in Jesus Christus den Glanz Deines Lichtes über dieser Welt aufgehen lassen. Wir danken Dir, dass durch ihn die Verheißung der Gnade und der Erlösung auch uns gilt. 
Herr Jesus Christus, Du bist der helle Morgenstern und bringst Licht in das Dunkel der Welt. Hilf uns dem Schein Deines Lichtes zu folgen, und das zu tun, was Deinem Willen entspricht. Bringe uns zurecht, wenn wir abirren, mache uns auch in dunkeln Stunden deiner Gegenwart gewiss.
Lass Dein Licht auch denen leuchten, die in besonderen Nöten und Anfechtungen sind. Stehe den Kranken und Verlassenen, den Verfolgten und Entrechteten gnädig bei. Lass überall auf der Welt Recht und Gerechtigkeit herrschen und hilf denen, die sich um Frieden bemühen.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.




Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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1. Sonntag nach Epihanias, „Schwarzer Sonntag”, 10. Januar 2021 

Prima Duminică după Epifanie, 10 ianuarie 2021, „Schwarzer Sonntag”, serviciu divin

2021. január 10-en, vízkereszt utáni 1. vasárnap, „Schwarzer Sonntag”, Istentisztelet


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Wochenspruch – Römer 8,14:
Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Psalm 89,2-5.27-30
2. Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich / und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für; 3. denn ich sage: Auf ewig steht die Gnade fest; / du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel. 4. »Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, / ich habe David, meinem Knechte, geschworen: 5. Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig / und deinen Thron bauen für und für. … 29. Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, / und mein Bund soll ihm fest bleiben. 30. Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben / und seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Jesaja 42,3
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen	  
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!


Liebe Brüder und Schwestern!
In diesen Tagen (13. – 15. Januar) erfüllen sich 76 Jahre, seitdem die arbeitsfähige Bevölkerung aus der Generation unserer Eltern bzw. Großeltern in die damalige Sowjetunion deportiert wurde. Es war ein schicksalsschwerer Moment in unserer Geschichte und darum wollen wir ihn nicht dem Vergessen preisgeben. 
Der Bibelvers aus dem Prophetenbuch des Jesaja ist ebenfalls im Zusammenhang einer Deportation entstanden. Genauer gesagt: er entstand im 6. vorchristlichen Jahrhundert als die Deportation des Volkes Israel in Babylon sich ihrem Ende zuneigte. Hoffnung und Vertrauen sind der Grundtenor in diesem Text. Der Prophet sagt voraus, dass EINER kommen wird, der dafür sorgt, dass das Recht aufgerichtet werden wird und dass sich Gottes Gerechtigkeit durchsetzen wird. Knecht Gottes wird er genannt und vereinigt paradoxe Eigenschaften in sich: einerseits wird ER Leiden auf sich nehmen und wie ein Verbrecher behandelt werden. Andererseits jedoch wird er durch sein Auftreten die ganze Welt verändern. Alttestamentlichen Theologen, sehen in diesem Knecht Gottes die historische Gestalt des Perserkönig Kyros; er war jener, der dem Volk Israel durch seine Entspannungspolitik die Heimkehr erlaubte. Zugleich aber wird in diesem Knecht Gottes, die Gestalt des Gekreuzigten gesehen, der die Sünde der Menschen auf sich nahm und sie aus der Deportation der Sünde geführt hat.
Die Bildworte vom glimmenden Docht, der nicht verlöschen wird und vom geknickten Rohr, welches nicht zerbrochen werden wird, sind ausdrucksstark und glaubenserweckend. Trauer, Müdigkeit und Scheitern sollen in ihr Gegenteil verwandelt werden. Hoffnung, Mut und Würde sollen die Oberhand behalten. Die Bilder vom „geknickten Rohr“ und vom „glimmenden Docht“ wollen ausdrücken, dass sich Gericht in Gnade gewandelt hat. Das geschlagene bzw. in der Verbannung sich befindende Volk Israel, welches nur noch den drohenden Untergang vor sich sah, bekommt plötzlich – als niemand mehr dies vermutete – eine neue Perspektive aufgezeigt. 
Die biblische Botschaft lautet: Gottes Wirken geht über das Augenscheinliche hinaus. Die traurige Wirklichkeit kann von Gott wann immer verändert, ja gar in ihr Gegenteil verkehrt werden. Ist es bei uns etwa anders? Heute sind wir gleichberechtigte Bürger eines Landes, welches Teil einer großen Wertegemeinschaft ist; ein Status von dem unsere Vorfahren damals mehr als ein Jahrzehnt lang nicht mehr zu träumen wagten. Damals – nach dem II. Weltkrieg – waren unsere Eltern und Großeltern über Nacht Menschen ohne Staatsbürgerschaft, ohne Heimat, ohne Zukunft und ohne jede Perspektive geworden. Manche konnten Gott für diese Erfahrung im Rückblick danken. Andere blieben für ihr ganzes Leben traumatisiert. Nur jene, die selbst betroffen waren und sind können wirklich empfinden, welches die wahre Härte eines solchen Schicksalsschlages ist.
Lernen können wir, dass menschliches Tun und Lassen immer unvollkommen ist. Wahre Gerechtigkeit herzustellen und durchzusetzen, ist und bleibt die Aufgabe Gottes. Wir Menschen bleiben in unserem Handeln immer nur im Vorläufigen oder im Vorletzten stehen. Heute gilt es dankbar zu sein, dass Gott das grausame Schicksal damals gewendet hat. Auch wenn wir „Gott sei es gedankt“ hier und heute in Frieden leben und es uns so gut geht, wie es unsern Vorfahren nie ging, so müssen wir immer wieder eines sehen und dankbar dafür sein: die Tatsache, dass es uns heute so geht, wie es uns geht, ist – bei allen Unzulänglichkeiten, die uns der Alltag hin und wieder bereitet – NICHT selbstverständlich. Das was wir täglich an Gutem empfangen ist Gottes Gnade und Fürsorge zu danken. Umso mehr muss die Erfahrung von wirklicher Not, uns auf Gott und seine Gnade weisen. Wenn von irgendwoher Rettung zu erwarten ist, dann von ihm und sonst von Keinem. Er sei mit uns: heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

Lasst uns beten:
Barmherziger und gnädiger Gott. Vor Dir gedenken wir der Deportation unserer Vorfahren. Vor Dich bringen wir aber auch das Schicksal aller jener Menschen, die heute noch verfolgt oder vertrieben werden und bitten Dich: stehe ihnen bei, dass ihr Schicksal sich zum Besseren wenden möge. Hilf, dass Religion, Kultur oder Volkszugehörigkeit nicht zur Trennung, sondern zum Miteinander führen. Wir bitten dich für alle, die um ihres Glaubens willen bedrängt und verfolgt werden, und vor allem bitten um unsere christlichen Geschwister weltweit, die sich in einer solchen Lage befinden: lindere Leid, schenke Freiheit, rette Leben.
Wir bitten dich aber für die, andere verfolgen und vertreiben: schenke ihnen eine Sinnesänderung, damit Hass und Ablehnung in Achtung und Toleranz verwandelt werden. 
Wir bitten dich für die Mächtigen und Einflussreichen: Schenke ihnen Weisheit und Unbestechlichkeit, damit sie sich für Verfolgte und Entrechtete einsetzen.
Wir bitten dich für uns selber: Zeige uns, wo wir in Deinem Namen helfen können. Erhöre unsere Bitte durch Jesus Christus, unseren Herrn. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist
Amen.




Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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2. Sonntag nach Epihanias, 17. Januar 2021 

A doua Duminică după Epifanie, 17 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 17-en, vízkereszt utáni 2. vasárnap, Istentisztelet



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Wochenspruch – Johannes 1,16:
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 

Psalm 105,1 - 9
1. Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; / verkündigt sein Tun unter den Völkern! 2. Singet ihm und spielet ihm, / redet von allen seinen Wundern! 3. Rühmet seinen heiligen Namen; / es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! 4. Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, / suchet sein Antlitz allezeit! 5. Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, / seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes, 6. du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, / ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 7. Er ist der HERR, unser Gott, / er richtet in aller Welt. 8. Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, / an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter, 9. an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, / und an den Eid, den er Isaak geschworen hat.	Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Johannes 2,1 - 11
1. Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10. und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.	  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Eine bemerkenswerte Geschichte haben wir vor uns. Eine Geschichte die – bei näherer Betrachtung – etwas anders als die andern Wundergeschichten der Evangelien scheint. Der Anlass für das Wunder ist kein wirklich Ernster. Bei allen anderen Wundertaten, von denen die Evangelien berichten, da geht es um weitaus Schwerwiegenderes: da sind Menschen ernsthaft krank und werden von Jesus geheilt oder gehen einen falschen Weg und werden wieder zurecht gebracht. Aber hier haben wir es mit einem Hochzeitsfest zu tun, bei dem der Wein ausgeht. Das ist für die Brautleute sicherlich eine unangenehme Angelegenheit; eine Welt bricht deshalb aber noch lange nicht zusammen. Nach dem Gespräch Jesu mit seiner Mutter zu urteilen, war ER nicht von Anfang an davon überzeugt, hier eingreifen zu müssen. Dazu kommt noch etwas ganz anderes: in der Antike wurde Mitte Januar das Fest des Weingottes Dionysos gefeiert, dessen vorzüglichste Eigenschaft das Verwandeln von Wasser in Wein gewesen sein soll. Will der Evangelist hier den EINEN Gott, den Götzen gegenüberstellen, indem alle göttlichen Qualitäten in diesem einen Gott vereint werden? Hier wird kein Glaube mit Gesundheit belohnt und keine erlebte Rettung als Anlass zum Dank an Gott genommen. Hier gibt es ein rauschendes, feucht-fröhliches Fest, welches Jesus im letzten Moment sozusagen gerettet hat.
Warum tut Jesus dieses als erstes Zeichen? Es offenbarte seine Kraft, ja. Aber durch die Herstellung eines Rauschmittels auf unerklärliche Weise? Wozu eine gerettete Hochzeit am Anfang seiner Wirksamkeit? Vielleicht einfach darum, weil das Leben schön ist und es nicht abwegig ist, manchmal zu feiern. Das Leben besteht Gott-sei-Dank nicht nur aus Katastrophen. Es geht nicht immer um Leben und Tod, auch wenn man gerade in dieser Zeit – in der wir eine Reihe von Bekannten und Freunden verloren haben – uns dieses Eindrucks nicht erwehren können. Wir sind zwar stets von Krankheit und auch vom Tod potentiell bedroht, aber das Leben besteht nicht allein aus diesen Grenzsituationen. Das Leben besteht auch nicht nur aus Alltag, Arbeit und Anstrengung. Es gibt den Feiertag oder das Jubiläum. Es gibt das gesellige Zusammensein mit lieben Menschen, oder einen Empfang bei einem Glas Wein und gerade in den letzten Monaten ist uns aufgegangen, wie wichtig diese Dinge sind, weil sie uns fehlen. Das Leben ist zwar nicht direkt ein Fest, und schon gar kein rauschendes und ununterbrochenes. Aber das Feiern gehört zum Leben unabdinglich dazu, und ich möchte hoffen, dass dies bald wieder möglich sein wird. Vielleicht bietet gerade diese Zeit des „Nicht-Feiern-dürfens“ die Gelegenheit in sich zu gehen und den Wert der feiernden Gemeinschaft neu schätzen zu lernen.
Weil Gott uns Menschen liebt, darum will er auch, dass wir lachen, froh sind und uns gut fühlen. Unsere Rettung durch Gottes Menschwerdung hat selbstverständlich etwas mit Freude zu tun, die sich auf menschliche Art äußern darf. Wenn Gott zu uns kommt – und das feiern wir in dieser nachweihnachtlichen Zeit – dann wirkt das befreiend. Um bei dem Bild unserer Geschichte zu bleiben: wir haben den schlechten Wein, der zu allem Übel auch noch dann ausgeht, wenn wir ihn am Nötigsten haben. Gott schenkt uns aber den besten Wein, u. zw. genau dann, wenn wir ihn nötig haben. In dem Weinwunder auf der Hochzeit zu Kana kommt uns die menschliche Seite Jesu Christi besonders nahe. Mit seiner Teilnahme auf einer Hochzeit signalisiert Jesus, dass er weder weltfremd, noch weltabgewandt ist. Mit dieser Tat gibt ER zu verstehen, dass ER auch für die – von manchen als minderwertig abqualifizierten – Dinge dieser Welt, Verständnis hat. Das Schlagwort dieser Geschichte ist: FREUDE. Die Freude, die der Wein generiert, ist wie das Licht einer Kerze, welches andere Kerzen anzündet: sie vervielfältigt sich. Möge diese vervielfältigte Freude auch in unseren Herzen Einzug finden. 		

Lasst uns beten:
Ewiger Gott, barmherziger Vater. Mit Deinem Kommen in diese Welt hast Du unsern grauen Alltag erhellt und uns großer Freude teilhaftig werden lassen. Du hast uns in diese Welt gestellt und unserem Leben hier einen Sinn gegeben. Du hast Deine Herrlichkeit in Deinem Sohne offenbart und willst uns nach seinem Bilde wandeln. Schenke uns Deinen Geist, dass wir im Glauben gestärkt werden, Dir in allen Lebenslagen von Herzen vertrauen und dereinst Deine Herrlichkeit schauen.
Wir bitten Dich, dass auch jene Menschen die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die wahre Freude die Du schenkst, kennen lernen. Wir bitten Dich für die Armen und Kranken, für die Entrechteten und Verfolgten. Sei Ihnen nahe und zeige auch uns, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen.
Wir bitten Dich für jene, die mit großer Verantwortung betraut sind: in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Rüste sie mit Deinen Gaben aus, damit sie ihr nicht sich selber, sondern Dir zum Wohlgefallen und der Welt zum Segen ausführen. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist
Amen


Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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3. Sonntag nach Epihanias, 24. Januar 2021

A treia Duminică după Epifanie, 24 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 24-en, vízkereszt utáni 3. vasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch – Lukas 13,29:
Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

Psalm 86 i. A.
1. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; / denn ich bin elend und arm. 2. Bewahre meine Seele, / denn ich bin dir treu. // Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, / der sich verlässt auf dich. … 5. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, / von großer Güte allen, die dich anrufen. 6. Vernimm, HERR, mein Gebet / und merke auf die Stimme meines Flehens! 7. In der Not rufe ich dich an; / du wollest mich erhören! 11. Weise mir, HERR, deinen Weg, / dass ich wandle in deiner Wahrheit; // erhalte mein Herz bei dem einen, / dass ich deinen Namen fürchte. 12. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen / und ehre deinen Namen ewiglich. 13. Denn deine Güte ist groß über mir, / du hast mein Leben errettet aus der Tiefe des Todes.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Apostelgeschichte 10,34 - 35
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; 35. sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.	  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Dass Menschen sich voneinander abgrenzen, geschieht seit es den Menschen gibt. Die Juden grenzten sich von den Heiden ab, weil sie sie für unrein hielten. Man mag meinen, dass die Christen – spätestens nachdem Jesus unter das Dach des römischen Hauptmanns von Kapernaum gegangen war – es IHM gleichtun hätten sollen (Die eindrückliche Geschichte finden wir im Evangelium nach Matthäus im 8. Kapitel). Doch haben die ersten Christen, die in der jüdischen Kultur beheimatet waren, eine geraume Zeit gebraucht, um zu begreifen, dass vom Heil niemand ausgeschlossen werden kann und soll. Genau darüber berichtet Lukas in der Apostelgeschichte, wo es – ähnlich wie bei Matthäus – um einen römischen Hauptmann geht; aus jüdischer Perspektive also um einen FREMDEN im ethnischen, religiösen und kulturellen Sinne. Von diesem Hauptmann, der Kornelius heißt, wird berichtet: Er „war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete immer zu Gott“ (Apg. 10,2). Er wird also als so genannter «Gottesfürchtiger» ausgewiesen, von denen es damals im Umfeld Israels nicht wenige gab. Dies waren Nichtjuden, welche aber die Gebote des Moses bzw. die jüdischen Reinheitsvorschriften einhielten, die Gebete verrichteten, welche den Juden vorgeschrieben waren, und die den Armen halfen (also Almosen gaben). 
Sowohl Kornelius als auch der Apostel Petrus haben – so weiß der Evangelist Lukas zu berichten – jeweils eine Vision. In jener des Kornelius geht es darum, dass ihm befohlen wird den Apostel zu sich zu holen; was dann geschehen soll bleibt für den Hauptmann vorerst im Dunkeln. Man kann aber davon ausgehen, dass Kornelius eine Konversion zum jüdischen Glauben im Blick hatte, da er aller Wahrscheinlichkeit nach vom christlichen Glauben nichts oder wenig wusste. Eine Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft (die die Beschneidung voraussetzte) war nahe liegend, da Kornelius formal sich ja bereits wie ein Jude verhielt. Petrus hat auch eine Vision, in welcher ihm geboten wird, Tiere zu schlachten, die nach den jüdischen Reinheitsvorschriften auf keinen Fall konsumiert werden durften, wovor er erschreckt. 
Eigentlich ist es eine paradoxe Angelegenheit: Kornelius wünscht sich – wie auch immer – Gott näher zu kommen, weiß aber (trotz seiner Vision) letztendlich nicht, was auf ihn zukommt und verlässt sich auf Petrus. Von Petrus sollte man meinen, dass er als Apostel (aber auch als einer mit den alttestamentlichen Geboten vertrauter Jude) eingeweiht ist und genug über Gott weiß und daher auch weiter zu geben imstande ist. Aber ihm ist (trotz seiner Vision) nicht ganz klar, was der römische Offizier letztendlich von ihm begehrt. 
„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ – sagt Petrus als in das Haus des Hauptmanns kommt, ohne aber genau zu wissen, was er da eigentlich tun soll. Erst nachdem die ganze Hausgesellschaft in Verzückung gerät – ein Zeichen welches dahingehend gedeutet wurde, dass sie die Gabe des Heiligen Geist bekamen – erkennt Petrus, dass diese Menschen zu taufen, und damit in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen sind. Bekehrt (oder eines Besseren belehrt) wird letztendlich Petrus selber, der zur Einsicht kommt, dass vom Gnadenhandeln Gottes kein Mensch ausgeschlossen werden kann und darf, unabhängig von seiner ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit.
In den Tagen, die hinter uns liegen, hätte unter normalen Umständen die Ökumenische Gebetswoche stattfinden müssen, die hier in Schäßburg seit geraumer Zeit unter der Beteiligung der sechs historischen Kirchen dreisprachig stattfindet. Mir persönlich – und wahrscheinlich auch vielen anderen – fehlen diese Gottesdienste in denen ökumenische Spiritualität und interethnisches sowie interkulturelles Zusammensein gepflegt werden, sehr. Es ist wichtig die anderen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ignoranz und Feindschaft, Ablehnung und Hochmut erleben wir zur Genüge: nicht nur allgemein in dieser Welt, sondern oft auch unter uns, im allernächsten Umkreis. Dagegen gilt es anzukämpfen, weil uns die Geschichte von der Taufe des Hauptmanns Kornelius nahelegt: „Gott sieht die Person nicht an, sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“

Lasst uns beten:
Allmächtiger ewiger Gott und Vater. Du hast uns Menschen unterschiedlicher Sprache und Hautfarbe, Kultur und Glaubens geschaffen. Deine Liebe gilt uns allen. Lehre uns, einander als Geschwister anzunehmen und deine Liebe weiter zu geben. 
Wir bitten Dich für jene, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Lebensfreude verloren haben; lass sie Menschen finden, die ihnen beistehen. Wir bitten Dich für die, denen es gut geht; lass sie sich daran erinnern, was sie sie ihren Mitmenschen schuldig sind. 
Wir bitten Dich für jene, die regieren oder anderweitig Verantwortung in dieser Welt tragen. Gib ihnen Deinen Heiligen Geist, dass sie ihr Amt segensreich führen. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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Letzter Sonntag nach Epihanias, 31. Januar 2021

A patra Duminică după Epifanie, 31 ianuarie 2021, serviciu divin

2021. január 31-en, vízkereszt utáni utolsó vasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch – Jesaja 60,2b:
Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Psalm 97 i. A.
1. Der HERR ist König; / des freue sich das Erdreich // und seien fröhlich die Inseln, / so viel ihrer sind. 2. Wolken und Dunkel sind um ihn her, / Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. 3. Feuer geht vor ihm her / und verzehrt ringsum seine Feinde. 4. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, / das Erdreich sieht es und erschrickt. 5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, / vor dem Herrscher der ganzen Erde. 6. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, / und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. … 9. Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, / du bist hoch erhöht über alle Götter. 10. Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! / Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; / aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. … 12. Ihr Gerechten, freut euch des HERRN / und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!		
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

2. Korinther 4,6 - 10
6. Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. 7. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 		Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Das Textfragment aus dem 2. Korintherbrief führt uns ein komplexes Bild vor Augen, welches wert ist, eingehend meditiert zu werden. 
Der Apostel Paulus spricht von einem zerbrechlichen Gefäß, in dem etwas Wertvolles, ein „Schatz“ sozusagen, aufbewahrt wird. Um das Bild zu verstehen, müssen wir an die vorzeiten üblichen Gefäße aus Ton denken. Diese waren im Gegensatz zu den heutigen Plastik- oder Metallgefäßen viel weniger widerstandsfähig. Ein Tonkrug kann sehr schnell zu Bruch gehen. Man muss ihn gar nicht erst aus der Hand fallen lassen; es reicht ihn etwas fester auf die Tischplatte aufzusetzen und schon bekommt er einen Sprung und ist nicht mehr zu verwenden. 
Das Bild des zerbrechlichen Tongefäßes wird nun zu unserem Leben in dieser Welt in Relation gesetzt. Wir sind anfällig, sensibel, empfindlich. Selbst dann, wenn es einem gut geht, wenn man gesund ist, wenn man einen Arbeitsplatz hat, wenn man in der eigenen Familie gut aufgehoben ist, kann sich das „von jetzt auf gleich“ ändern. Ein Unfall oder eine Krankheit, kann einen Menschen – auch wenn er nicht gleich verstirbt – für den Rest seines Lebens gebrechlich werden lassen. Die letzten Monate haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie das Leben – sowohl jenes als Individuum, als auch das der Gemeinschaft – binnen kürzester Zeit gravierende Veränderung erfahren oder gar schnell zu seinem Ende kommen kann; ohne Vorwarnung, mit aller Härte. Auch enge zwischenmenschliche Beziehungen können in kürzester Zeit zerbrechen, wobei es dafür nicht einmal einen triftigen Grund braucht. Abschied nehmen von sich selbst, von lieben Menschen oder von wichtigen Dingen, dafür steht sinnbildlich das Tongefäß, welches wann immer zu Bruch gehen kann. 
Doch das Gefäß ist – wenn wir bei diesem Bild bleiben – nur die äußere Hülle; im Gefäß ist ein wertvoller Inhalt, den Paulus als „hellen Schein in unsren Herzen“ umschreibt. Die Zweckbestimmung dieses wertvollen Inhaltes ist (Zitat) „die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“. Es handelt sich um das göttliche Licht, welches in unsere Herzen Einzug finden soll. Dieses Licht, welches von Gott in unser dunkles Wesen kommt, ist der „Schatz in dem zerbrechlichen Gefäß“. Wieso dieser Schatz so gefährdet sein muss, ist eher ein philosophische, denn eine theologische Frage, aber wir können ihr nicht aus dem Wege gehen. Eine mögliche Antwort ist jene, (Zitat) „damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns“. Gemeint ist, dass der Mensch nicht überheblich wird und sich anmaßt ohne Gott klar zu kommen. Es gilt für uns, wieder zu Gott dem Schöpfer zurück zu finden, von dem wir uns entfernt haben. Der „helle Schein in unseren Herzen“, soll diese Rückführung zu Gott gewährleisten. 
Dieser Weg der Rückkehr besteht – wie wir bereits gehört haben – in der „Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“. Damit wir also nicht dem Missverständnis aufsitzen, als ob wir das aus eigener Kraft schaffen könnten, bzw. dieses Licht aus uns selber kommen würde, wird ganz klar zwischen zwei Dingen unterschieden: 1) einerseits das zerbrechliche Gefäß, mit welchem im übertragenen Sinne wir gemeint sind; 2) andererseits der Inhalt, bzw. der „Schatz“ oder das „Licht“, welches göttlichen Ursprungs ist. Dieser wertvolle Inhalt an sich kann nicht verloren gehen. Wir – als zerbrechliche Gefäße – können ihn wohl aber für uns verlieren. 
So könnte man unser Leben in dieser Welt auch mit einer Ellipse vergleichen, die um zwei Brennpunkte kreist. Der erste wäre die Verblendung, uns selber als das Maß aller Dinge zu sehen; zu meinen, dass das Licht aus uns selber kommt. Die Schlussfolgerung daraus wäre, Gott gar nicht zu brauchen. Der zweite Brennpunkt wäre an der eigenen Befindlichkeit (welche Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit bedeutet) zu resignieren und zu meinen, dass sowieso alles verloren ist. Die Schlussfolgerung daraus wäre, an Gott selber zu zweifeln. Beides will dies Bibelwort ausräumen und uns den rechten Weg zeigen; die „Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“ besteht darin, dass die Ellipse mit den zwei Brennpunkten zu einem Kreis mit einem Mittelpunkt wird. In diesem Mittelpunkt ist das göttliche Licht, worauf unser Leben mit seinen Anfälligkeiten, aber auch mit seinen Anfechtungen ausgerichtet sein und bleiben sollte. Es das Licht, welches von Bethlehem ausging, uns letztendlich aber auf die Auferstehung hinweist. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger ewiger Gott und Vater. Du hast vorzeiten das Licht geschaffen und es in diese Welt scheinen lassen. In deinem Sohn Jesus Christus hat es für uns neu zu strahlen begonnen. Lass Dein Licht auch heute scheinen: in unsere Herzen, auf unsere Hände, durch unsere Augen. Mehre Dein Licht in uns, damit es für uns und unsere Mitmenschen sichtbar werden möge. 
Wir bitten Dich für jene, die Dein Licht von dem Geblende unserer Zeit nicht mehr unterscheiden können. Stehe ihnen bei, und zeige uns, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen. Erleuchte jene, die Verantwortung tragen in dieser Welt, damit Gerechtigkeit und Frieden Einzug halten mögen.			
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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Palmsonntag, 28. März 2021

Duminica Palmarum (Floriile), 28 martie 2021, serviciu divin

2021. március 28-an, Virágvasárnap, Istentisztelet

Wochenspruch – Johannes 3,14b.15:
Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Lasst uns beten!

Psalm 69 i. A. 
2. Gott, hilf mir! / Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. 3. Ich versinke in tiefem Schlamm, / wo kein Grund ist; // ich bin in tiefe Wasser geraten, / und die Flut will mich ersäufen. 4. Ich habe mich müde geschrien, / mein Hals ist heiser. // Meine Augen sind trübe geworden, / weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. … 8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, / mein Angesicht ist voller Schande. 9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern / und unbekannt den Kindern meiner Mutter; 10. denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, / und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. … 14. Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; / Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. … 21. … Ich warte, ob jemand Mitleid habe, / aber da ist niemand, // und auf Tröster, / aber ich finde keine. 22. Sie geben mir Galle zu essen / und Essig zu trinken für meinen Durst. … 30. Ich aber bin elend und voller Schmerzen. / Gott, deine Hilfe schütze mich!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Johannes 12,12-19
12. Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13. nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! 14. Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15. »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen. « 16. Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. 17. Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. 18. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Wenn Menschen in Scharen auf die Straße gehen, dann löst das – bei mir zumindest – ein ambivalentes Gefühl aus. Einerseits tut man so etwas, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen. Das ist in der heutigen Zeit vor alle bei Sportveranstaltungen der Fall. Wenn z. B. die Fußballmannschaft des Herzens gewonnen hat, dann trifft man sich mit Gleichgesinnten und feiert. Andererseits aber gehen Menschen dann auf die Straße, wenn sie ihre Unzufriedenheit bekunden möchten. Wir haben so etwas vielleicht selber erlebt, oder aber sicher auf den Bildschirmen gesehen. Ob man es nun aus lauter Freude, oder vor blankem Ärger tut, ist eines klar: wenn eine große Menschenmenge auf der Straße geht, dann kann die Stimmung wann immer kippen. Feiernde Fans – wenn sie auf solche treffen, die zu der verlierenden Mannschaft halten – können schnell in ein Handgemenge geraten, in dem es zu größeren oder kleineren Blessuren kommt. Andererseits kann, selbst bei friedlichen Demonstrationen die Situation sich schnell in ihr Gegenteil verkehren, so wie zuletzt vor etwa anderthalb Jahren in Bukarest geschehen. Wo viele Menschen beieinander sind, da ist es schwer die Kontrolle zu behalten. Wo die Ordnungskräfte einmal eingreifen müssen, ist der Ausgang der Veranstaltung ungewiss.
Die Evangelien berichten darüber, dass – als Jesus nach Jerusalem kam – viele Menschen vor Freude auf die Straße gingen. Es sollte EINER kommen, der Kranken heilen und Wunder tun konnte. Das musste doch ein ganz besonderer Mensch sein. Andererseits befand sich das Volk Israel schon seit längerer Zeit unter römischer Fremdherrschaft. Das Volk erwartete eine von Gott gesandte Führungspersönlichkeit, einen Starken, der Ordnung schaffen sollte. Offenbar sahen viele Menschen in Jesus einen, der dazu fähig wäre. ER wurde empfangen und begrüßt wie ein König. Trotzdem muss die Stimmung im Volk damals eine eher diffuse gewesen sein: manche erwarteten einen Wunderheiler oder so etwas wie einen spirituellen Guru. Die andern erwarteten einen, der im gesellschaftlichen und politischen Bereich radikal Ordnung schaffen sollte. Die Stimmung kippte in ein paar Tagen. Während ihm beim Einzug in Jerusalem noch zugejubelt wurde, rief die aufgewühlte Menge ein paar Tage später: „Kreuzige ihn!“ 
Fakt ist, dass Jesus sich von niemandem hat vereinnahmen lassen, sondern das tat, wozu er gesandt war. Viele Menschen haben ihn damals nicht verstanden und verstehen ihn bis heute nicht. Der Auftrag mit welchem ER von Gott in diese Welt gekommen war, war der, eine ganz andere Herrschaft – nämlich die Herrschaft Gottes – aufzurichten, zu verkünden, zu dokumentieren. Und die funktioniert nach ganz anderen Kriterien als menschliche Herrschaft. Der Ritt auf dem Esel wurde zum Symbol dieses ganz ANDERN. Durch sein Tun hat Jesus zunächst natürlich den Machthabern gezeigt, dass es auch anders geht: demütig und sanftmütig. Allerdings hat er auch dem Volk gezeigt, dass es anderes geht; einer Menge die ihm darum nachlief, weil sie ganz andere Vorstellungen davon hatte, was ER tun und was er sein sollte. Da sowohl die Machthaber, als auch das Volk von Gott weit entfernt waren – und leider ist es so bis heute – war der Weg ans Kreuz unumgänglich. Jesus bewies dadurch seine grenzenlose Liebe zu den Menschen und wurde dem göttlichen Auftrag gerecht.
Wichtig und wesentlich ist für uns heute, Jesus nicht aufs Neue misszuverstehen. Er ruft uns in seine Nachfolge, und das bedeutet, ganz aufmerksam das was er gelehrt und vorgelebt hat zu verinnerlichen, zu verstehen und unser Leben daran auszurichten. Die Karwoche, in die wir nun hinein schreiten, will uns aufs Neue dazu anleiten. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn um unseretwillen in den Tod gegeben. Lass uns das Geheimnis Deiner Liebe erkennen und unser Leben als Zeugen Deiner Barmherzigkeit führen.
Herr Jesus Christus lass uns in dieser stillen Woche mit Dir, unserem Helfer und König, ziehen. Sammle unsere Herzen aus der Zerstreuung und den Sorgen dieser Welt, dass wir mit ganzem Ernst bedenken, was Du für uns getan hast. Lass uns durch Dein Kreuz mit Gott versöhnt werden.
Wir bitten Dich um Frieden in der Welt und Eintracht unter den Völkern. Gib denen die Verantwortung tragen ein weises Herz und einen gerechten Sinn. Lass auch uns erkennen, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen. 

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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Karfreitag, 2. April 2021

Duminica Vinerea Mare, 2 aprilie 2021, serviciu divin

2021. április 2-en, Nagypénteken, Istentisztelet

Kirchenmusik: Theresa und Maximilian Braisch (Klarinette und Fagott)
Muzica bisericească: Theresa și Maximilian Braisch (Clarinet și fagot)
Egyházi zene: Braisch Theresa és Maximilian (Klarinét és fagott



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Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

Psalm 6 i. A. 
2. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn / und züchtige mich nicht in deinem Grimm! 3. HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; / heile mich, HERR, denn … 4. meine Seele ist sehr erschrocken. 
5. Wende dich, HERR, und errette meine Seele, / hilf mir um deiner Güte willen! 
6. Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; / wer wird dir bei den Toten danken? 
9. Weichet von mir, alle Übeltäter; / denn der HERR hört mein Weinen. 
10. Der HERR hört mein Flehen; / mein Gebet nimmt der HERR an. 
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. 
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Predigt zu Lukas 23,39 - 43
39. Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte JESUS und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!
40. Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?
41. Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!
43. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Liebe Gemeinde! 
Die Evangelien berichten davon, dass Jesus nicht allein gekreuzigt wurde, sondern dass noch zwei Verbrecher mit ihm hingerichtet wurden. Diese grausamste Form der Todesstrafe verhängten die Römer in der Regel bei politischen Rebellen, bzw. dann, wenn die Betreffenden sich am Widerstand gegen die römische Besatzung beteiligt hatten. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese beiden zu der Gruppe der sogenannten „Zeloten“ gehörten: eine Gruppe die das römische Regime aus Israel vertreiben wollte, wenn nötig auch durch Gewaltanwendung. Heute würde man diese Menschen als religiös Radikalisierte bezeichnen. Man kann davon ausgehen, dass sie andere Leute – wahrscheinlich römische Soldaten – auf dem Gewissen hatten, also wegen Mordes verurteilt worden waren. Das Gespräch zwischen Jesus und den beiden ist sehr aufschlussreich im Blick darauf, wie der Kreuzestod Jesu gesehen und eingeordnet werden kann. Gerade weil sie dasselbe Schicksal wie Jesus erleiden, dieses Schicksal aber in total unterschiedlicher Weise hinnehmen, werfen wir einen Blick auf die beiden.
Der eine, der sich zuerst zu Wort meldet, repräsentiert jene Menschen, die am gekreuzigten Christus Anstoß nehmen. Er steht für alle, die zu wissen meinen, wie Gott sich zu verhalten habe. Solche Menschen müssen aber – früher oder später – erkennen, dass Gott nicht nach menschlichem Wunschdenken handelt. Sie wenden sich resigniert von Gott ab und versuchen für ihre – oftmals berechtigten – Ziele aus eigener Kraft, alleine weiterzukämpfen. Dass sie sich dabei verrennen verwundert nicht. Die Reaktion des gekreuzigten Jesus darauf ist: SCHWEIGEN.
Der andere Verurteilte zur Rechten Jesu unterstellt sich Gott in aller Demut. Er sieht seine Fehler ein und kann sein grausames Schicksal, den Kreuzestod, annehmen. Er hatte andere Menschen getötet, wenn auch in edler Absicht, wie er damals meinte. Nachdem er in sich gegangen ist, stellt er jedoch die Motivation seines Tuns in Frage, und erkennt die Unrechtmäßigkeit seines Handelns und die Rechtmäßigkeit des Todesurteils. Aber mehr noch: er erkennt in Jesus, den Gesandten Gottes und so kann er kurz vor seinem Tode die Bitte aussprechen: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Dieser Sinneswandel ist Taufe, Beichte und Abendmahl zugleich, denn diesem Menschen antwortet Jesus sofort. „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Und wir lernen daraus: wer die göttliche Wahrheit erkannt hat und darauf ausgerichtet ist, dem steht die Tür zum Paradies offen. Für den ist der Tod nur noch ein Übergang, eine Formsache sozusagen. 
In dem augenscheinlich ohnmächtigen Gekreuzigten, ist Gott anwesend. Zugleich aber repräsentiert der Gekreuzigte unser Leiden, unsern Tod und unsere Gottesferne. Die demütige Erkenntnis der Schwachheit und Todverfallenheit sowie das Vertrauen auf die Gnade Gottes in und durch den Gekreuzigten – das ist die Botschaft von Karfreitag! Möge der Wunsch des Verurteilten zur Rechten auch zu dem unsrigen werden: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Amen.

Gebet 
Herr Jesus Christus, Du bist für uns in den Tod gegangen. Für unsere Sünde hast Du die Gottesferne auf Dich genommen. Tue uns das Geheimnis Deines Kreuzes auf! Trage uns über die Abgründe unserer Zweifel und unserer Ängste und eröffne uns den Zugang zu dem Geheimnis Gottes. Lass uns Deine Einsamkeit und Deine Schmerzen immer vor Augen haben, damit wir unsere Einsamkeit und unsern Schmerz überwinden. 
Wir bitten Dich für die Menschen, die von Krankheit und Not, von Einsamkeit und Elend betroffen sind. Sei Du mit allen, die Hilfe nötig haben. Sei mit uns: jetzt und in der Stunde, wenn wir aus dieser Welt scheiden müssen. 


Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.

Kirchenmusik: Theresa und Maximilian Braisch (Klarinette und Fagott)
Muzica bisericească: Theresa și Maximilian Braisch (Clarinet și fagot)
Egyházi zene: Braisch Theresa és Maximilian (Klarinét és fagott



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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