Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Toten- und Ewigkeitssonntag im Kirchenjahr – 22. November 2020, 

XXIII-a Duminică după Sfânta Treime, 22 noiembrie 2020 serviciu divin

2020. november 22-an, Szentháromság utáni 23. vasárnap,  (Örök élet) , Istentisztelet


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Wochenspruch – Lukas 12,35:
Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.

Psalm 126
1. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, / so werden wir sein wie die Träumenden. 2. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. / Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan! 3. Der HERR hat Großes an uns getan; / des sind wir fröhlich. 4. HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, / wie du die Bäche wiederbringst im Südland. 5. Die mit Tränen säen, / werden mit Freuden ernten. 6. Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen / und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Hebräer 4,9 - 11
9. Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 10. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 11. So lasst uns nun bemüht sein, in diese Ruhe einzugehen, damit nicht jemand zu Fall komme wie in diesem Beispiel des Ungehorsams. 
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Nicht nur das Positive in unserem Leben, sondern auch das Negative – wenn es denn recht verstanden und eingeordnet werden kann – ist dazu angetan, uns Gott näher zu bringen. Gerade die schweren Zeiten des Lebens erweisen sich oft im Nachhinein als fruchtbare Zeiten. Doch wie ist es, wenn wir mit dem endgültigsten aller Dinge – mit dem Tod – konfrontiert werden? Wer einmal diese Grenze überschritten hat, der ist definitiv in einer anderen Dimension, von der niemand weiß wie sie konkret aussieht oder sich anfühlt. Unser Glaube lehrt uns, dass jenseits dieser weltlichen Vergänglichkeit etwas existiert, das größer als sie selber ist, nämlich Gottes Ewigkeit. Im Grunde genommen präsentiert uns die Heilige Schrift das größte Paradoxon, das es nur geben kann: was wir Menschen als das definitive Ende ansehen ist das Tor zu Gott hin.
Wie ist es möglich den Tod als etwas anzusehen, was uns Gott (und Gott uns) näher bringt? Wie ist es möglich an ein Leben nach dem Tod – wie das nun auch immer sich gestalten mag – zu glauben? Zwar kann man es naturwissenschaftlich nicht beweisen, aber offenbar hat der Mensch tief in seiner Seele ein Sensorium dafür, dass diese unsterblich ist. Die Essenz der christlichen Botschaft ist die, dass das Leben über den Tod gesiegt hat, ein Sieg der auch uns durch Jesus Christus zugeeignet wurde. Der Glaube, dass Christus auferstanden ist und wir ihm darin folgen werden, (dieser Glaube) ist dazu angetan, gerade dann, wenn man meint, dass einem der Boden unter den Füssen weg gezogen wird, ein tragfähiges Fundament zu sein. Weil das, was wir glauben aber nicht ohne weiters auch mit den Sinnen wahrgenommen werden kann, leben wir in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite ist uns die christliche Lehre im Blick auf Tod und Ewigkeit wohl vertraut. Auf der anderen Seite erschüttert uns die Todeserfahrung immer wieder; wir fühlen uns ausgeliefert, wir sind machtlos und wir sind sprachlos. 
Das vorhin gehörte Bibelwort aus dem Hebräerbrief spricht davon, dass der Tod auch wie ein Freund kommen kann, dass er richtiggehend erlösend wirken kann. Es wird hier von der Ruhe gesprochen, zu welcher das Gottesvolk kommen soll. Der Hebräerbrief stellt oft Parallelen zum AT her; in diesem Fall wird das – durch die Wüste wandernde – Volk Israel mit dem neuen Gottesvolk (sprich: den Christen) verglichen. Das Volk Israel wanderte 40 Jahre durch wüstes und unwegsames Gelände, bis es endlich am Ziel angekommen war. Der Weg der Christen (unser Weg auf dieser Welt) ist jenem des Volkes Israel durch die Wüste sehr ähnlich. Oft müssen Strecken des Durstes und des Hungers zurückgelegt werden; oft sind wir nicht zufrieden: oft wegen kleinen Dingen, manchmal auch wegen großen (wie gerade jetzt – wenn wir uns Einschränkungen unterwerfen müssen und nicht wissen, wann das Ganze ein Ende nimmt). Was unser Bibelwort aber hervorhebt ist, dass es nach den Strapazen der Wanderung ein Ziel geben wird, das anzustreben, es sich auf alle Fälle lohnt. Die Ruhe nach einer schweren Wanderung wird als typologischer Vergleich für unser Leben nach dem Tode verwendet. 
Uns wird gesagt: Im Blick auf das Ziel, auf die Ruhe nach der Wanderung durch unwegsames Gelände, ist all das – was wir als bedrückend und angstmachend erleben – unbedeutend. Wir wissen wohl nicht genau, wie die Ruhe danach wirklich aussehen wird. Sie wird aber sicher alle Erwartungen und Träume übertreffen. Mit der Hoffnung auf dieses Ziel, kann man auch die schweren Abschnitte dieses Leben durchschreiten. Mit dieser Hoffnung wollen wir in diesen Ewigkeitssonntag, der vielerorts auch als Gedenktag der Entschlafenen begangen wird, hinein schreiten. Amen 

Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott, Du bist der Anfang und das Ende und sprichst das erste und das letzte Wort über Himmel und Erde. Wir sind aber vergängliche Menschen, wie das Gras auf dem Felde.
Wir gedenken vor Dir unserer Verstorbenen und danken Dir für alles was Du an ihnen getan hast und für all das Gute, was wir durch sie empfangen haben.
Tröste mit Deinem Wort alle, die trauern. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen. In aller Anfechtung erhalten uns den Glauben, dass wir in Dir dereinst unsere Ruhe finden.
Wir bitten mache aller Not ein Ende. 
Vater unser im Himmel …

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.



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