Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Exaudi, 16. Mai 2021, 

Duminica  Exaudi, 16 mai 2021, serviciu divin

2021. május 16-an, Exaudi, Istentisztelet


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Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh. 12,32)

Psalm 27 i. A.
1. Der HERR ist mein Licht und mein Heil; / vor wem sollte ich mich fürchten? // Der HERR ist meines Lebens Kraft; / vor wem sollte mir grauen? 7. HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; / sei mir gnädig und antworte mir! 9. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, / verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! // Denn du bist meine Hilfe; / verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils! 11. HERR, weise mir deinen Weg / und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen. 14. Harre des HERRN! / Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Johannes 7,37 – 39
37. Am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! 38. Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht. Lob sei Dir o Christe!

Liebe Schwestern und Brüder!
Wasser spielt in der Bibel eine wichtige Rolle. Das ist einerseits den klimatischen Bedingungen im Nahen Osten geschuldet, wo die biblischen Texte entstanden sind. Aber darüber hinaus ist Wasser weitaus mehr, als nur ein Element, welches Leben auf dieser Welt möglich macht und erhält. Das Wasser hat eine enorme Symbolkraft, deren sich auch Jesus bedient. Werfen wir einen Blick auf das 7. Kap des Joh., woraus wir ein Fragment gehört haben. In Jerusalem wurde das Laubhüttenfest gefeiert, das dritte Wallfahrtsfest im jüdischen Kalender. Dieses Fest nennt sich „Sukkot“; „Sukka“ ist eine Hütte aus Blattwerk und Zweigen. Nicht nur zu „Passah“, sondern auch zu «Sukkot» wird an den Auszug aus Ägypten erinnert, als die Israeliten in provisorischen Behausungen wohnen mussten. Dieses Fest dauert eine Woche lang und der letzte Tag (an dem die Handlung unseres Predigtwortes spielt) hat eine heraus gehobene Bedeutung. Am Morgen dieses Tages gab es eine Prozession, in der die Priester in einem goldenen Krug Wasser aus der legendären Siloahquelle holten. Damit wurde an das lebensnotwendige Wasser in der Wüste erinnert, welches Gott aus dem Felsen hatte sprudeln lasse. Man sagte in Israel: „Wer die Freude des Wasserschöpfens nicht gesehen hat, hat niemals eine Freude gesehen.“ Wie jedes Jahr verlief diese Prozession, bis Jesus – der von vielen als Störenfried empfunden wird – auftritt. Laut ruft ER der Festgemeinde zu: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Die Leute nehmen das zunächst wörtlich und finden es sonderbar, denn er hat ja gar kein Wasser bei sich. Erst nachher wird klar, dass er es symbolisch gemeint hat: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Gemeint ist nicht der „Durst“ im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinn: der Lebensdurst; die Sehnsucht nach Erfüllung, nach Freude, nach Liebe nach Frieden, nach Glück. 
Diese Welt wartet uns mit einer Vielzahl an Quellen auf; man wird richtiggehend dazu genötigt, mal hier und mal dort zu probieren. Aber diese Angebote stillen den Durst nicht oder nur begrenzt. Mitunter gewinnt man den Eindruck, dass man, je mehr man konsumiert, umso schneller wieder durstig ist und damit in einen Teufelskreis gerät. Denn so sehr man auch versucht seinen Lebensdurst zu stillen, so muss man immer wieder feststellen, dass dies unmöglich ist. 
Interessanter Weise gibt es eine sehr ähnliche Idee in der buddhistischen Religion. Buddha nennt als Leidensursache Nichtwissen und Durst. In der buddhistischen Lehre heißt es: „Weil wir die leidlose Stätte wunschlosen Glücks nicht kennen (Nichtwissen), deshalb dürsten wir weiter nach dem, was keinen dauerhaften Frieden, sondern nur kurze Befriedigung gewährt. So ernähren wir den Durst immer weiter und müssen daher an seiner Unersättlichkeit und Unstillbarkeit leiden.“ Die buddhistische Lehre sieht den Ausweg darin, dem Durst endgültig los zu werden. In unserer christlichen Lehre ist das insofern anderes, dass Jesus nicht die Aufhebung des Lebensdurstes verspricht, sondern dass dieser endgültig gestillt wird. Jesus selber stellt sich hier sozusagen als Heilsbrunnen vor. 
Am heutigen Sonntag „Exaudi“, der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten sollen wir dessen innewerden, was den inneren Durst oder den Lebensdurst stillt. Diese 10 Tage der „Zwischenzeit“ (zwischen Himmelfahrt und Ausgießung des Heiligen Geistes) erinnern uns daran, dass Zeit nicht unbegrenzt vorhanden ist und dass die Erfüllung in Christus nicht einfach zur Verfügung steht. Es gilt sie dann anzunehmen, wenn sie uns angeboten wird. Amen.

Hauptgebet:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, dass Du uns in Christus den Lebensdurst gestillt hast. Du hast uns Deinen Heiligen Geist verheißen und beschenkst uns je neu damit. Erhalte Deine Kirche weltweit bei Wort und Sakrament und hilf ihr das zu tun, wozu Du sie auserkoren hast. Wir bitten Dich für die Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – in unserem Land und weltweit. Rüste sie aus mit Deinem Geist, dass Frieden und Gerechtigkeit gefördert werden. Wir bitten Dich für alle Menschen: die Jungen und die Alten, die Gesunden und die Kranken, die Traurigen und die Fröhlichen, die Notleidenden und die Sterbenden. Stehe uns allen bei mit Deinem Trost und Deiner Hilfe.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.

Segen: Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.




Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

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