Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am Christi Himmelfahrt – 21. Mai 2020

Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32)
Psalm 47
2. Schlagt froh in die Hände, alle Völker, / und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
3. Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, / ein großer König über die ganze Erde.
4. Er zwingt die Völker unter uns / und Völkerschaften unter unsere Füße.
5. Er erwählt uns unser Erbteil, / die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt.
6. Gott fährt auf unter Jauchzen, / der HERR beim Schall der Posaune.
7. Lobsinget, lobsinget Gott, / lobsinget, lobsinget unserm Könige!
8. Denn Gott ist König über die ganze Erde; / lobsinget ihm mit Psalmen!
9. Gott ist König über die Völker, / Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
10. Die Fürsten der Völker sind versammelt / als Volk des Gottes Abrahams; 
denn Gott gehören die Schilde auf Erden; / er ist hoch erhaben.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollektengebet:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn, unsern Heiland, zu Deiner Rechten erhöht. Wir bitten Dich, lass unsere Herzen und Sinne in Deinem himmlischen Reiche wohnen. Mit ihm, unserem Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Lukas 24,50-53
50. Jesus führte seine Jünger hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 51. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. 52. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 53. und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.	Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Lob sei Dir, o Christe!
Liebe Schwestern und Brüder!
Die Bibel berichtet darüber, dass Jesus 40 Tage nach Ostern seine Jünger verließ und in den Himmel aufgefahren ist. Bis in die Neuzeit hinein hat man sich diesen Vorgang bildlich vorgestellt. Auf mittelalterlichen Gemälden sieht man die Jünger, die nach oben schauen, wobei über ihnen sich eine Wolke befindet, aus der zwei Füße herausragen. Heute ist das ganze Weltall entmythologisiert und darum sind diese Bilder für uns Versuche, etwas darzustellen, was man rational weder erklären noch begreifen kann. 
Wer der englischen Sprache mächtig ist, der weiß, dass es in dieser Sprache zwei unterschiedliche Begriffe für Himmel gibt: „heaven“ und „sky“. „Sky“ – das ist der Raum über uns; es der sichtbare Teil wo die Sonne und der Mond scheinen, wo aber auch die Flugzeuge fliegen. Es ist der unendliche Raum über uns: das Universum mit seinen Planeten und Sonnensystemen. Der Himmel im theologischen Sinn dagegen, heißt „Heaven“. Radargeräte oder Riesenteleskope bekommen diesen Himmel nicht auf ihren Bildschirm. Dieser Himmel, als Ort an dem Gott wohnt, gehört nicht in unser System von Raum und Zeit. 
Wenn die Bibel darüber berichtet, Jesus sei in den Himmel aufgefahren, dann will das Buch der Bücher dies Ereignis NICHT naturwissenschaftlich erklären. Gesagt wird damit so viel: Jesus ist in die ganz andere Dimension übergegangen, er ist in der von uns nicht wahrnehmbaren Wirklichkeit Gottes zu lokalisieren. »Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters« sprechen wir in unserm Glaubensbekenntnis. Das bedeutet etwas ganz anders, als dass er die Schwerkraft überwunden hat. Er ist aus dem physischen menschlichen Wahrnehmungshorizont wohl verschwunden, ist aber mit seiner Kraft und seiner Liebe nach wie vor spürbar gegenwärtig.
Die Himmelfahrt stellt der Evangelist Lukas als eine Zeitenwende dar; mit ihr endet sein Evangelium und mit ihr beginnt sein zweites biblisches Werk, die Apostelgeschichte. Im Evangelium geht es um die Vergangenheit, wobei die Himmelfahrt den Abschluss der Wirksamkeit Jesu in dieser Welt beinhaltet. Die Jünger begreifen nun rückblickend endlich alles; Jesus erklärt ihnen, dass sein Tod und seine Auferstehung als Erfüllung der Schrift gedeutet werden sollen. Der Ort an welchem das Lukas-Evangelium beginnt (nämlich mit der Episode in welcher der Priester Zacharias das Opfer im Tempel darbringen soll) ist auch der Ort, an welchem es auch schließt, nämlich im Tempel (wo die Jünger sich – so Lukas – „allezeit“ aufhalten). 
Mit der Himmelfahrt beginnt dann aber eine neue Epoche, was Lukas literarisch in der Apostelgeschichte festhält. Die Himmelfahrt erklärt nicht nur die Vergangenheit, sondern richtet auch auf die Zukunft aus. Den Jüngern – bei denen man nach der Himmelfahrt davon ausgehen kann, dass sie genau wissen was Sache ist, aber auch welches ihre Verantwortung ist – wird erklärt: sie werden bald mit der Kraft des Heiligen Geistes ausgerüstet werden, um dann Zeugen dafür zu sein, was sie gesehen und gehört haben. Das ist der Hinweis auf die Ausgießung des Heiligen Geistes, die zu Pfingsten (im liturgischen Kalender 10 Tage nach Himmelfahrt) gefeiert wird.
Worauf unser Augenmerk abschließend sich richten soll, ist der Segen, den Jesus seinen Jüngern gibt, bevor er sich aus der Leiblichkeit verabschiedet. Die Präsenz Jesu ist keine leibliche mehr, sondern eine geistige und geistliche und wird durch den Segen verkörpert. Jesus SEGNET – wenn dies Wortspiel erlaubt ist – NICHT das Zeitliche, SONDERN die Jünger. Das gilt bis auf den heutigen Tag und gibt uns Mut und Zuversicht in guten, wie in schweren Zeiten. Amen.

Hauptgebet:
Herr Jesus Christus, Du bist erhöht zur Rechten des Vaters und ein Herrscher über alles, was im Himmel und auf Erden ist. Wie Du beim Abschied Deine Hände aufgehoben hast über Deine Jünger, so segne auch uns und Deine ganze Christenheit.
Wir bitten Dich für Deine Kirche hier und weltweit. Gib ihr treue Hirten und motivierte Mitarbeitende. Hilf ihr durch diese Zeit und gib uns Kraft und Phantasie, dass viele Menschen von der frohen Botschaft erreicht werden.
Wir bitten Dich für unser Land und für die ganze Welt. Gib den Regierenden Weisheit und Verstand, damit sie sich für das Wohl der Menschen einsetzen. Jene, die in dieser Zeit besondere Verantwortung tragen (in der medizinischen Forschung, in der Wirtschaft, in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen) rüste aus mit Weisheit aus der Höhe, damit diese Zeit der Einschränkungen bald ein Ende hat. Uns allen sei nahe mit Deinem Frieden.
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen: 
Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 





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