Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Judika, 21. März 2021, 

Duminica  Judica, 21 martie 2021, serviciu divin

2021. március 21-en, Judika, Istentisztelet


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Wochenspruch – Matthäus 20,28:
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Lasst uns beten!

Psalm 43 i. A. 
1. Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk / und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 2. Denn du bist der Gott meiner Stärke: / Warum hast du mich verstoßen? / Warum muss ich so traurig gehen, / wenn mein Feind mich drängt? 3. Sende dein Licht und deine Wahrheit, / dass sie mich leiten / und bringen zu deinem heiligen Berg / und zu deiner Wohnung, 4. dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, / und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 5. Was betrübst du dich, meine Seele, / und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; / denn ich werde ihm noch danken, / dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

4. Mose 21, 4 - 9
4. Da brachen die Israeliten auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege 5. und redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. 6. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. 7. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. 8. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. 9. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.                                    
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
I. Menschen der älteren Generation können es sicher bestätigen, dass Erinnerung an früher Erlebtes unter Umständen heilsam sein kann. Wenn man sich in schweren Zeiten an noch schwerere Zeiten erinnert, dann kann die Gegenwart plötzlich als viel erträglicher empfunden werden. Jene, die Krieg oder Deportation am eigenen Leib erlebt haben, können das was sie haben (auch wenn es wenig ist) viel höher schätzen, als andere, für die ein gewisser Wohlstand selbstverständlich ist. Die ersten wissen aufgrund ihrer Erfahrung: Es könnte noch viel schlechter sein! 
Doch es gibt auch das Gegenteil dazu: vergangene Schwierigkeiten werden vergessen oder verdrängt und nur noch der alltägliche Ärger bleibt im Blickfeld. Nicht selten hört man Nostalgiker in ehemaligen Ostblockstaaten, so auch in unserem Land, sagen: „Wie gut es doch früher war; jeder hatte was er brauchte: Arbeitsplatz, Kindergartenplatz, Wohnung usw. Jetzt gibt es zwar alles in Hülle und Fülle, aber viele können es sich nur anschauen und nicht leisten!“ Dass man damals wegen Grundnahrungsmitteln z. B. stundenlang Schlange stehen musste, oder dass man auch dann, wenn man sich nichts vorzuwerfen hatte, von den Machthabern bedrängt werden konnte, wird gern unter den Teppich gekehrt.

II. Die vorhin gehörte Geschichte aus dem Alten Testament berichtet über Menschen, die der Lage in der sie sich befinden, überdrüssig sind. Hinter ihnen lag die Zeit der ägyptischen Sklaverei und ein paar Jahre Wüstenwanderung. Sie empören sich über Gott und seinen Knecht Mose, weil sie meinen, dass die Freiheit von Ägypten ihnen im Grunde nichts gebracht hat! In ihrer Empörung vergessen sie, wie schlecht es ihnen in Ägypten gegangen war. Und dadurch wird ihnen die Gegenwart zum Problem. 
Die Schlangen stehen als Symbol für Verbissenheit, Vergiftung, Feuer. Sie gehören zur Wüste dazu, aber solange Menschen ihren Weg durch die Wüste mit Gott in Verbindung bringen, sind die Schlangen kein Problem. Erst dadurch, dass das Volk sein Vertrauen zu Gott verliert, ist es der Gefahr durch die Schlangen ausgesetzt. Das Problem liegt also beim Menschen und nicht bei Gott. Die eigene Schuld ist das eigentliche Problem. Erst die Einsicht und das Bekennen der eigenen Schuld, führt die Menschen aus ihrer misslichen Lage heraus. 
Mit dem Aufstellen der ehernen Schlange durch Moses, ist die Wüstenwanderung des Volkes Israel noch längst nicht beendet. Aber jeder, der die Schlange ansieht kann – auch wenn er gebissen wird – leben. Das Gift der Schlangen wird durch das Anschauen der ehernen Schlange sozusagen unschädlich gemacht. Gemeint ist damit so viel: die Schuld der Menschen wird nicht dadurch aufgehoben, indem sie verdrängt wird. Wohl aber wirkt die Erinnerung an und die Einsicht der eigenen Schuld wie ein Gegengift.  

III. Von der Typologie des Kirchenjahres her, gehen wir auf die Kreuzigung Jesu zu. Der Evangelist Johannes bringt die Kreuzigungsszene mit der ehernen Schlange in Verbindung, die Moses in der Wüste erhöhte: „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh. 3,14 - 15)“. Das Kreuz wird zum Symbol, an dem menschliche Schuld ihr Ende findet bzw. unschädlich gemacht wird. Das Kreuz sorgt also dafür, dass unsere Schuld oder unsere Sünde, uns nicht mehr weiter verfolgen kann. Sie wird nicht weggewischt, so wie die Schlangen in der Wüste nicht vernichtet wurden. Das von Sünde und Schuld generierte Gift kann uns aber nichts mehr anhaben, weil es das Gegengift gibt.
Unser Leben in dieser Welt wird immer den Versuchungen dieser Welt ausgesetzt sein. Es ist unumgänglich, dass wir unserer Leben lang uns mit unserer Schuld und mit unseren Unzulänglichkeiten auseinandersetzen müssen. Dass wir uns in all dem das Kreuz Christi vorhalten, ist wichtig, damit wir in diesem Leben keinen Schaden an unserer Seele nehmen. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott! Unsere Schuld trennt uns von Dir und führt uns immer wieder in missliche Lagen. Lass uns in dieser Zeit der Passion der tiefgreifenden Symbolik des Kreuzes aufs Neue inne werden.
Herr Jesus Christus, Du bist erhöht worden wie die Schlange in der Wüste, auf das alle die an Dich glauben, von Sünde und Schuld befreit werden. Wir danken Dir dafür und beten Dich an.
Barmherziger, gnädiger Gott. Wir danken Dir für all das Gute, was Du uns reichlich und täglich zukommen lässt. Sei auch mit denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, und zeige uns, wo wir in Deinem Namen helfen können.   

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.



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