Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am Sonntag Kantate - Muttertag – 10. Mai 2020


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Sonntag Kantate - Muttertag – 10. Mai 2020


Wochenspruch:
Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98,1)
Psalm 98
Singet dem HERRN ein neues Lied, / denn er tut Wunder. 
Er schafft Heil mit seiner Rechten / und mit seinem heiligen Arm.
Der HERR lässt sein Heil verkündigen; / vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, / aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jauchzet dem HERRN, alle Welt, / singet, rühmet und lobet!
Lobet den HERRN mit Harfen, / mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen / jauchzet vor dem HERRN, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, / der Erdkreis und die darauf wohnen.
Die Ströme sollen in die Hände klatschen, / und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN; 
denn er kommt, das Erdreich zu richten. / Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollektengebet für den Sonntag Kantate:
Herr Gott, himmlischer Vater, sende Deinen Heiligen Geist, dass er uns lehre, hier auf Erden Dein Lob zu verkündigen. Hilf uns, dass wir dereinst auch vor Deinem Angesicht mit allen Engeln Deine Ehre preisen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Matthäus 11,25-30
25. Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. 26. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27. Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
28. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 
Lob sei Dir, o Christe!

Predigt zum Muttertag: 
„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“ (Jesaja 66,13)

Ihr Lieben! 
Diese in mancherlei Hinsicht verrückte CORONA-Zeit hat uns eine ganze Reihe von Bildern und Berichten, Geschichten und Eindrücken gebracht, die wir so schnell nicht vergessen werden. Eine eindrückliche Reportage kam vor einigen Tagen im Fernsehen. Sie handelte von einer Entbindungsklinik aus einer Stadt in Westrumänien, die speziell für infizierte Schwangere hergerichtet wurde. Diese Reportage berichtete über eine junge Mutter, die ihr Kind zur Welt gebracht hatte, von diesem aber für zwei Wochen getrennt worden war, weil bei ihr das Virus festgestellt wurde. Diese kurze Geschichte hatte ein zwar Happy-End, denn beide – Mutter und Kind – waren nach 2 Wochen negativ getestet worden. Aber in diesen zwei Wochen, da ist wohl der Sinn des vorhin verlesenen Prophetenwortes in sein Gegenteil verkehrt worden: diese Mutter konnte nicht trösten, sondern musste selber getröstet werden. Der emotionale Moment, in dem sie Mutter ihr 2 Wochen altes Kind von einer Krankenschwester überreicht bekommt, das hat sich bei mir tief eingeprägt. 
Am zweiten Sonntag im Mai begeht unsere Kirche in traditioneller Weise den Muttertag. Unter normalen Umständen stehen an einem Sonntag wie diesem, Kinder vor der Gemeinde, die Lieder singen und Gedichte aufsagen. Denn aus Kindermund klingt das Lob der Mutter am überzeugendsten. Es ist müßig zu erwähnen, dass heute alles anders ist. Oder doch nicht? Nein nicht alles ist anders: die Liebe der Mutter, kann von niemandem und von nichts außer Kraft gesetzt werden. Auch nicht die jetzt angeordnete Distanzierung oder Isolation. Auch nicht der Tod. 
Allein beim Hören des Wortes „Mutter“ wird ein freudiges Gefühl ausgelöst. Wenn wir dies Wort hören, dann tauchen vor einem jeden unter uns Bilder auf: das Bild der eigenen Mutter, als man selber noch ein Kind war; oder aber jenes der Ehefrau, die die Mutter der eigenen Kinder geworden ist; und vielleicht auch das Bild der erwachsenen Tochter, die Mutter wird. Gerade weil mit dem Begriff „Mutter“ in der Regel etwas durch und durch POSITIVES konnotiert ist, so ist zugleich damit immer auch sehr viel Emotionales verbunden. 
Weil eine Mutter ihrem Kind nahe ist und ihm all das gibt, was eben nur eine Mutter geben kann, darum verdient diese Beziehung eine besondere Beachtung und Wertschätzung. In jedem Einzelfall ist sie so einmalig und großartig, einfach ein Wunder. Ein gelingendes Leben – das wusste man schon immer, aber es belegen dies auch neueste wissenschaftliche Studien – hängt in entscheidendem Maße von der Prägung im Mutterleibe und den frühesten Kindheitserlebnissen ab; davon was die Mutter einem, im eigentlichsten Sinne des Wortes, mitgegeben hat oder eben nicht. Nicht zuletzt die Beziehung des Menschen zu Gott, der Glaube, das Beten können, die Rückbindung an die Transzendenz hängen in entscheidendem Maße davon ab, ob die Mutter einem das alles seinerzeit nahegebracht hat. Auch wenn zwischen der Gottesbeziehung und der Mutter-Kind-Beziehung ein qualitativer Unterschied besteht, so gibt es evidente Parallelen. Gerade darum vergleicht der Prophet Jesaja Gott in seiner Eigenschaft als Tröster mit einer Mutter. Damit ist angesprochen was Mütter in vollkommenster Weise ihren Kindern tun und sein können: durch ihre Nähe signalisieren sie, dass das Kind – wenn es ihm körperlich oder seelisch schlecht geht – gut aufgehoben ist. Darum ist es nur recht und billig, dass ein erwachsen gewordenes Kind die alt werdende Mutter nicht aus dem Blick verliert und ihr beisteht. Das vierte Gebot „Ehre Vater und Mutter“ bezieht sich in erster Linie auf die erwachsenen Kinder altgewordener Eltern. 
So möchte ich heute allen Müttern danken; einfach dafür, dass sie mit ihrer tröstenden Nähe da sind. Das entbindet zwar die Väter nicht von ihren Erziehungspflichten. Aber eine Mutter ist mit nichts und niemandem zu ersetzen. Wir können Gott nur dankbar sein für dieses Wunder menschlicher Liebe. 

Hauptgebet:
 Allmächtiger Gott, wir danken Dir, dass Du für uns da bist. Auch in schweren Zeiten hältst Du uns und tröstest uns, wie einen seine Mutter tröstet. Du bist allezeit bei uns, spürbar durch die Liebe unserer Mütter und spürbar in unserer Liebe zueinander. Wir bitten dich: behüte uns alle Mütter und Kinder, Frauen und Männer, Junge und Alte. 
Hilf alle Kranken und Betrübten, Notleidenden und Gefährdeten durch diese Zeit. Gib den Verantwortungsträgern ein weises Herz und denen, die in dieser Zeit schwere Berufe auszuüben haben, Kraft und Durchhaltevermögen. 
Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Heute möchte ich mit einem Segen für die Mütter (und nicht nur) schließen:
(Quelle: https://www.liturgie-konkret.de/praxis-tipps/praxis-tipps/detail/segen-zum-muttertag.html )

Seid gesegnet in euren Kindern.
Die Liebe, die ihr ihnen erweist,
möge euch vergolten werden,
der Verzicht auf Vieles sich in Reichtum wandeln.
Die Mühen, die ihr auf euch nehmt,
möge Gott euch lohnen:
Er lasse euch die Kinder eurer Kinder sehen
und schenke euch Gesundheit, Frieden und Glück.
So segne euch und uns alle
der Menschen liebende Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.





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