Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am Ostern, 12. April 2020


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Ostersonntag – 12.04.2020

Wochenspruch:
Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenbarung 1,18)

Choral: „Christ ist erstanden“ 
(Siebenbürgisches Gesangbuch Nr. 66, auffindbar auch auf: https://www.youtube.com/watch?v=WDQIIXM_oxQ )
Christ ist erstanden / von der Marter alle. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen. / Seit dass er erstanden ist, / so freut sich alles, was da ist. / Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Psalm 118 i. A. 
14. Der HERR ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.
15. Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
16. Die Rechte des HERRN ist erhöht;
die Rechte des HERRN behält den Sieg!
17. Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des HERRN Werke verkündigen.
18. Der HERR züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
19. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
20. Das ist das Tor des HERRN;
die Gerechten werden dort einziehen.
21. Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.
22. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.
23. Das ist vom HERRN geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
24. Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. 
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollektengebet für Ostern
Allmächtiger Gott, du hast durch das Wunder der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus der Welt dein Heil geschenkt. Wir bitten dich, lass auch uns die vollkommene Freiheit erlangen und durchdringen zum ewigen Leben. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Markus 16,1-8
1. Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 3. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? 4. Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
5. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. 6. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. 7. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Lob sei dir o Christe!

Predigt zu 1. Korinther 15,12 – 28
Paulus schreibt: „12. Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13. Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. 14. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 18. so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen. 20. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 

Liebe Gemeinde! 

Wo Rationalität nicht mehr greift, dort ist der Glaube gefragt; und vielleicht auch die Intuition; jenes Gefühl, welches aus tiefster Seele kommt und dem Menschen in Erinnerung ruft, dass er von Gott kommt und wieder zu Gott zurück kehrt. Wenn ich einen komplizierten Sachverhalt, etwa eine mathematische Formel oder eine chemische Reaktion erklärt haben möchte, dann muss ich dafür einen Experten (einen Mathematiker oder einen Chemiker) angehen. Wenn ich etwas erklärt haben möchte, was jenseits des menschlichen Deutungshorizontes liegt, dann helfen mir wissenschaftliche Formulierungen herzlich wenig. 
Das Osterfest mit seiner Botschaft von der Auferstehung, erzählt von dem, was wir nie vollständig rational begreifen können und trotzdem im Glauben anzunehmen eingeladen sind. Das Osterfest dokumentiert den Sieg des Lebens über den Tod. Es ruft uns immer wieder neu in Erinnerung, dass für jeden unter uns der Moment kommt, in welchem Leid, Schmerz und Tod – so real sie auch existieren und unser irdisches Leben bestimmen – aufgehoben sein werden bzw. keine Bedeutung mehr haben werden. Im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes setzt der Apostel Paulus sich eingehend mit der Thematik auseinander. Er sieht in der Auferweckung Jesu Christi, den Beweis für Gottes endgültigen Herrschaftsantritt. Der Tod – so Paulus – ist der letzte und eigentliche Feind, und durch die Auferstehung ist er endgültig überwunden. Er ist in dieser Welt wie ein Raubtier, dem die Reißzähne entfernt wurden; es kann zwar noch fauchen, vielleicht sogar kratzen, aber eine reale Gefahr ist es nicht mehr. 
Doch selbst wenn wir diese große Hoffnung haben dürfen und haben sollen, so macht der Tod dem Menschen trotzdem Angst. Das Sterben Müssen (und die damit zusammenhängenden Schmerzen und das Abschied nehmen) verunsichert uns. Viele Menschen haben sich in dieser Welt wohnlich eingerichtet und würden das, was sie erworben haben (nicht nur an materiellen Gütern, sondern oder vor allem auch die Beziehungen und Freundschaften), nicht ohne weiters aufgeben. Für diese andere Wirklichkeit, die wir rational nicht erfassen können, steht Jesus Christus; durch ihn bricht diese neue Welt an. Deshalb schreibt der Apostel den Korinthern: wenn sie von Christus nur etwas in diesem (oder für dieses) Leben erwarteten, dann wären sie ganz elend dran, dann würde ihr Glaube zur Sinnlosigkeit verkommen. Schon jetzt dürfen wir uns daran freuen, dass mit Ostern, mit der Auferstehung, eine neue Zeit begonnen hat, in welcher wir der Vollendung zustreben. So ist der Glaube an die Auferstehung eine starke Kraft bereits in dieser Welt, führt aber auf die jenseitige Welt hin (oder in die andere Dimension hinein). Wäre der Glaube nur Hoffnung für dieses Leben, so wäre er nichts anders als, Beruhigung, Illusion, Täuschung, oder – so wie es Karl Marx formulierte (und wir habe es aus der Zeit vor 1989 noch in den Ohren) – „Opium für das Volk“. Wir blieben mit unseren Enttäuschungen allein zurück, als die „Elendsten unter den Menschen“.
„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Die Wirklichkeit der Begegnung mit dem Auferstandenen selbst war es, die aus Zweifelnden Glaubende machte. So erging es Paulus und so erging es all denen, die dem Auferstandenen begegneten. Die Frauen, die zum Grab gingen und die Jünger, welche die Nachricht erfuhren, waren zunächst skeptisch; die Begegnung mit Jesus jedoch überwältigte sie. Weil es die Realitäten unserer Welt sprengt, weil es einfach nicht ins menschliche Denkschema passte und passt, von der Auferstehung eines Toten zum Leben zu sprechen, deshalb ist die Osterbotschaft zugleich Botschaft von etwas ganz Neuem und Unerhörtem: von der neuen Welt Gottes schon jetzt existierend aber dereinst erst in voller Herrlichkeit sichtbar und erkennbar. Es ist eine Wahrheit, die glaubend erkannt werden will.
Durch die Auferstehung geschah das Einzigartige und Außergewöhnliche: Gottes neue Welt brach in unsere Todeswelt herein. Leben kommt dorthin, wo vorher Tod war. Daher ergeht heute die Einladung an uns alle, das große Geheimnis der Auferstehung anbetend, dankend und lobend im Glauben an den allmächtigen Gott anzunehmen. Lasst Euch von der Freude über die Auferstehung und den Sieg des Lebens über den Tod anstecken und sagt das weiter was Ihr gehört habt:
Der Herr ist auferstanden! 

Gebet 
Allmächtiger Gott und Vater, wir danken Dir, dass Du Jesus Christus siegreich aus dem Grab herausgeführt hast. Wir danken Dir, dass Du uns dadurch das Tor zum Leben aufgetan hast, und uns Anteil an seinem Sieg schenkst.
Wir bitten Dich in dieser Zeit besonderer Not und Anfechtung. Bewahre uns vor aller Krankheit und äußerer Not. Halte Deine schützende Hand über alle Kranken und sei Du mit all denen, die in dieser Zeit im Auftrag für den Nächsten unterwegs sind: als Ärzte, Krankenpfleger oder Freiwillige. 
Wir bitten Dich für die Sterbenden: hilf Ihnen zum Verständnis, dass der Tod das Tor zum ewigen Leben ist.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen
Es segne und behüte uns der allmächtige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen




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