Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Palmsonntag, 28. März 2021, 

Duminica Palmarum (Floriile), 28 martie 2021, serviciu divin

2021. március 28-an, Virágvasárnap, Istentisztelet


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Wochenspruch – Johannes 3,14b.15:
Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Lasst uns beten!

Psalm 69 i. A. 
2. Gott, hilf mir! / Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. 3. Ich versinke in tiefem Schlamm, / wo kein Grund ist; // ich bin in tiefe Wasser geraten, / und die Flut will mich ersäufen. 4. Ich habe mich müde geschrien, / mein Hals ist heiser. // Meine Augen sind trübe geworden, / weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. … 8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, / mein Angesicht ist voller Schande. 9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern / und unbekannt den Kindern meiner Mutter; 10. denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, / und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. … 14. Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; / Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. … 21. … Ich warte, ob jemand Mitleid habe, / aber da ist niemand, // und auf Tröster, / aber ich finde keine. 22. Sie geben mir Galle zu essen / und Essig zu trinken für meinen Durst. … 30. Ich aber bin elend und voller Schmerzen. / Gott, deine Hilfe schütze mich!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Johannes 12,12-19
12. Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13. nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! 14. Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15. »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen. « 16. Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. 17. Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. 18. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.  Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Wenn Menschen in Scharen auf die Straße gehen, dann löst das – bei mir zumindest – ein ambivalentes Gefühl aus. Einerseits tut man so etwas, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen. Das ist in der heutigen Zeit vor alle bei Sportveranstaltungen der Fall. Wenn z. B. die Fußballmannschaft des Herzens gewonnen hat, dann trifft man sich mit Gleichgesinnten und feiert. Andererseits aber gehen Menschen dann auf die Straße, wenn sie ihre Unzufriedenheit bekunden möchten. Wir haben so etwas vielleicht selber erlebt, oder aber sicher auf den Bildschirmen gesehen. Ob man es nun aus lauter Freude, oder vor blankem Ärger tut, ist eines klar: wenn eine große Menschenmenge auf der Straße geht, dann kann die Stimmung wann immer kippen. Feiernde Fans – wenn sie auf solche treffen, die zu der verlierenden Mannschaft halten – können schnell in ein Handgemenge geraten, in dem es zu größeren oder kleineren Blessuren kommt. Andererseits kann, selbst bei friedlichen Demonstrationen die Situation sich schnell in ihr Gegenteil verkehren, so wie zuletzt vor etwa anderthalb Jahren in Bukarest geschehen. Wo viele Menschen beieinander sind, da ist es schwer die Kontrolle zu behalten. Wo die Ordnungskräfte einmal eingreifen müssen, ist der Ausgang der Veranstaltung ungewiss.
Die Evangelien berichten darüber, dass – als Jesus nach Jerusalem kam – viele Menschen vor Freude auf die Straße gingen. Es sollte EINER kommen, der Kranken heilen und Wunder tun konnte. Das musste doch ein ganz besonderer Mensch sein. Andererseits befand sich das Volk Israel schon seit längerer Zeit unter römischer Fremdherrschaft. Das Volk erwartete eine von Gott gesandte Führungspersönlichkeit, einen Starken, der Ordnung schaffen sollte. Offenbar sahen viele Menschen in Jesus einen, der dazu fähig wäre. ER wurde empfangen und begrüßt wie ein König. Trotzdem muss die Stimmung im Volk damals eine eher diffuse gewesen sein: manche erwarteten einen Wunderheiler oder so etwas wie einen spirituellen Guru. Die andern erwarteten einen, der im gesellschaftlichen und politischen Bereich radikal Ordnung schaffen sollte. Die Stimmung kippte in ein paar Tagen. Während ihm beim Einzug in Jerusalem noch zugejubelt wurde, rief die aufgewühlte Menge ein paar Tage später: „Kreuzige ihn!“ 
Fakt ist, dass Jesus sich von niemandem hat vereinnahmen lassen, sondern das tat, wozu er gesandt war. Viele Menschen haben ihn damals nicht verstanden und verstehen ihn bis heute nicht. Der Auftrag mit welchem ER von Gott in diese Welt gekommen war, war der, eine ganz andere Herrschaft – nämlich die Herrschaft Gottes – aufzurichten, zu verkünden, zu dokumentieren. Und die funktioniert nach ganz anderen Kriterien als menschliche Herrschaft. Der Ritt auf dem Esel wurde zum Symbol dieses ganz ANDERN. Durch sein Tun hat Jesus zunächst natürlich den Machthabern gezeigt, dass es auch anders geht: demütig und sanftmütig. Allerdings hat er auch dem Volk gezeigt, dass es anderes geht; einer Menge die ihm darum nachlief, weil sie ganz andere Vorstellungen davon hatte, was ER tun und was er sein sollte. Da sowohl die Machthaber, als auch das Volk von Gott weit entfernt waren – und leider ist es so bis heute – war der Weg ans Kreuz unumgänglich. Jesus bewies dadurch seine grenzenlose Liebe zu den Menschen und wurde dem göttlichen Auftrag gerecht.
Wichtig und wesentlich ist für uns heute, Jesus nicht aufs Neue misszuverstehen. Er ruft uns in seine Nachfolge, und das bedeutet, ganz aufmerksam das was er gelehrt und vorgelebt hat zu verinnerlichen, zu verstehen und unser Leben daran auszurichten. Die Karwoche, in die wir nun hinein schreiten, will uns aufs Neue dazu anleiten. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn um unseretwillen in den Tod gegeben. Lass uns das Geheimnis Deiner Liebe erkennen und unser Leben als Zeugen Deiner Barmherzigkeit führen.
Herr Jesus Christus lass uns in dieser stillen Woche mit Dir, unserem Helfer und König, ziehen. Sammle unsere Herzen aus der Zerstreuung und den Sorgen dieser Welt, dass wir mit ganzem Ernst bedenken, was Du für uns getan hast. Lass uns durch Dein Kreuz mit Gott versöhnt werden.
Wir bitten Dich um Frieden in der Welt und Eintracht unter den Völkern. Gib denen die Verantwortung tragen ein weises Herz und einen gerechten Sinn. Lass auch uns erkennen, wo wir in Deinem Namen helfen dürfen. 

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.



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