Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Reminiscere, 28. Februar 2021, 

Duminica  Reminiscere, 28 februarie 2021, serviciu divin

2021. február 28-en, Böjt 2., Istentisztelet


  Start    Lautärke    Bildgröße auf Vollbild ändern    Beenden



Wochenspruch – Römer 5,8:
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Lasst uns beten!

Psalm 25 
1. Nach dir, HERR, verlangt mich. 2. Mein Gott, ich hoffe auf dich; / lass mich nicht zuschanden werden, / dass meine Feinde nicht frohlocken über mich. … 4. HERR, zeige mir deine Wege / und lehre mich deine Steige! 5. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! / Denn du bist der Gott, der mir hilft; / täglich harre ich auf dich. 6. Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, / die von Ewigkeit her gewesen sind. 7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, / gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, / HERR, um deiner Güte willen! 8. Der HERR ist gut und gerecht; / darum weist er Sündern den Weg. 9. Er leitet die Elenden recht / und lehrt sie seinen Weg. 10. Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, / die seinen Bund und seine Zeugnisse halten. 
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Hebräer 11,8 - 10
8. Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. 9. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.     
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Brüder und Schwestern!
Zwei Mal heißt es in diesem kurzen Bibelwort, dass sich etwas »durch den GLAUBEN« ereignet. »Durch den Glauben« gehorcht Abraham seiner Berufung und macht sich in einem doch fortgeschrittenen Alter auf eine beschwerliche Reise in ein fremdes Land auf. Ebenfalls »durch den Glauben« lebt er in diesem verheißenen Land »wie in einem fremden«; d. h. er wohnt wie ein Nomade mit seiner Familie in Zelten, und das sein Leben lang. Dann heißt es aber – und dies sicher nicht zufällig – dass Abraham WARTETE, u. zw. auf die Stadt mit dem festen Grund. Glauben und Warten stehen in einem engen Zusammenhang. Es ist unrealistisch alles gleich zu bekommen, alles gleich zu sehen. Dass sich immer alles gleich erfüllt, diese Situation gibt es im praktischen Leben nicht. Und solange man auf ETWAS wartet, muss man daran glauben, dass es kommt, dass es eintritt, dass es sich ereignet. Der Glaube ist sozusagen die Nahrung, die das Warten am Leben erhält.
Abraham hatte diese Gewissheit im Herzen, dass sein Leben ein Ziel hat, welches über das irdische Dasein hinaus reicht. Es gibt – und darauf weist, oder dahin führt wirklicher Glaube – ein „Darüber hinaus“, eine Lebenserfüllung, ein endgültiges Ankommen. Dieser Glaube schenkt zugleich aber auch Ausrichtung für dieses Leben: wenn man auf etwas ausgerichtet lebt, erfährt man Sinn. Abraham fühlt sich gerufen, um an Gottes Werk mitzuarbeiten. Dieser Glaube, von Gott berufen zu sein, gab seinem Leben Sinn. So wurde Abraham zum Beispiel religiöser Existenz schlechthin und ist es in nicht weniger als drei Religionen bis heute: im Judentum, im Islam und eben auch im Christentum. So sind auch wir heute gerufen, die Erfahrung eines Abraham nachzuvollziehen. Es ist wichtig, ja überlebenswichtig, Vorbilder im Glauben zu haben. Die vorhin genannten Namen des „Alten Bundes“ Isaak und Jakob und noch viele andere nicht genannten Namen, sind Vorbilder, welche am Anfang desselben Hebräerbriefes (12. Kap.) als „Wolke von Zeugen“ bezeichnet werden. Diese Vorbilder dienen uns dazu, das was uns beschwert abzulegen, die Herausforderungen dieses Lebens anzunehmen und die Wartezeit bis zur Vollendung in Christus zu überbrücken. 
Zunächst gewinnt man den Eindruck, dass die Glaubensgeschichte des Abraham für sich stehen würde, dass sie in sich selber abgerundet wäre: Abraham gleichsam als nachahmenswertes Beispiel für Lebensmut und Hoffnung. Das ist er natürlich auch, aber hier steckt noch mehr dahinter. Durch seinen Glauben und sein Gottvertrauen nimmt Abraham – das ist die Interpretation christlicher Theologie – den Christusglauben vorweg. Das ist auch der Grund, weshalb uns diese Geschichte jetzt in der Passionszeit beschäftigt. Es gilt im Glauben anzunehmen, dass Gott uns auf diese Weise – nämlich indem Jesus Christus gelitten hat und gekreuzigt wurde – aus unserer Sündverfallenheit errettet hat. Dass man das verstandesmäßig begreift ist nicht (oder immer nur begrenzt) möglich. Immer wieder wird es Zweifel und Anfechtung geben. Es gibt nicht für alles eine logisch nachvollziehbare Erklärung. Darum ist der Glaube so wichtig, darum sind Glaubensvorbilder so wichtig. Sie weisen uns auf den Kern, auf die Mitte hin; auf das was wir nicht sehen oder erkennen können. Besser gesagt: NOCH NICHT sehen und erkennen können. Denn „Glauben“ und „Warten“ gehören zusammen. Mögen diese Tugenden auch uns geschenkt werden. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott. Du hast uns Vorbilder gegeben, an denen wir uns ein Beispiel nehmen können und sollen. Schenke auch uns die Tugenden, die Du ihnen geschenkt hast. Stärke unsern Glauben und lass uns in unserem Warten nicht verzweifeln. Richte unsere Herzen und Sinne auf Deine Herrlichkeit, die uns bereits in diesem irdischen Leben Sinn vermittelt.
Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du für uns den Weg des Leidens gegangen bist. Lehre uns zu begreifen, dass auch dort wo nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu erwarten ist, Gnade und Erlösung zu finden sind. 
Gnädiger Gott wir bitten Dich für diese gefallene Welt. Stehe denen bei, die Hilfe und Schutz nötig haben. Richte unsern Sinn auf das was Not ist und lass uns das Ziel Deiner Verheißung erreichen. 

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen:   Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Amen.



Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!

   Vorlesen lassen:
   
   ab Microsoft Edge 88 mit:

   

   Steuerung Umschalten U

   oder "rechte Maustauste"
   -> Laut vorlesen


    ab Mozilla Firefox 85 mit:
   
    

   oder "Lesesansicht"
   __________ 
   
   Übersetzen lassen:

   ab Google Chrome 88, 
   ab Microsoft Edge 88