Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst am Sonntag Rogate - 17. Mai 2020


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Sonntag Rogate - 17. Mai 2020


Wochenspruch:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)
Psalm 95
Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken / und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen / und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der HERR ist ein großer Gott / und ein großer König über alle Götter.
Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, / und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht, / und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und knien / und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott / und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollektengebet für den Sonntag Rogate:
Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast verheißen, uns zu geben, was wir im Namen Deines Sohnes erbitten. Lehre uns recht beten und dich mit allen Seligen und Vollendeten loben und preisen. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Johannes 16,23b-33
23. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. 24. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei. 25. Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. 26. An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; 27. denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. 29. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und nicht in einem Bild. 30. Nun wissen wir, dass du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht, dass dich jemand fragt. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. 31. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? 32. Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33. Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Lob sei Dir, o Christe!

Liebe Schwestern und Brüder!
Die ANGST ist Bestandteil unserer psychologischen Grundstruktur. Es gibt sie aus unterschiedlichen Gründen und man kann ganz unterschiedlich damit umgehen; dazu haben wir in den letzten Wochen ein Lehrstück geboten bekommen. 
Es gibt die Angst, sich mit dem neuen Virus anzustecken und es gibt die Angst vor den (vor allem wirtschaftlichen aber nicht nur) Kollateralschäden, die die Maßnahmen gegen das Virus mit sich bringen. Es gibt Verantwortliche (vor allem aus den Bereichen der Medizin und der Medienmacher), die diese Ängste richtiggehend schüren und es gibt andere wiederum, die versuchen das Ganze zu entschärfen. 
Die Menschen reagieren individuell sehr unterschiedlich: es gibt Menschen, die – mit mehr oder weniger Erfolg – versuchen diese Ängste zu verdrängen und es gibt andere, welche davon inzwischen ihr Leben bestimmen lassen. Mein Gefühl sagt mir, dass die Angst vor dem Virus größer ist, als das Virus selber, so wie auch die Angst vor dem Tod stärker ist als der Tod selber. 
Ein totales Ausschalten der Angst ist in dieser Welt nicht möglich. Die Frage ist, wie wir damit umgehen, wie wir damit leben, ohne dass sie unser Leben zu sehr dominiert.
„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ spricht Christus (Johannes 16,33). Unser christlicher Glaube sagt uns, dass Gott uns nicht fallen lässt; nicht nur in diesem Leben, sondern darüber hinaus. In dieser österlichen Freudenzeit dürfen wir uns froh daran erinnern, dass durch die Auferstehung Christi unser Leben einen neuen Sinn bekommen hat. 
Dieses irdische Leben ist einen Tod schuldig, wobei es natürlich nicht egal ist, ob man alt und lebenssatt stirbt, oder durch Unfall oder Krankheit jäh aus diesem Leben herausgerissen wird. Es gilt aber in diesem Leben das zu tun und zu glauben, was einen dem geistlichen oder dem ewigen Tod entreißen kann. 
Stärker als jedes Virus, stärker aber auch als die Angst vor dem Virus oder den damit zusammenhängenden Kollateralschäden ist die Auferstehung Jesu Christi. Angst hat ihre Begründung in dieser Welt, doch Christus gibt uns Anteil an seinem Sieg über diese Welt. Wer bei Gott aufgehoben ist, der oder die ist nicht alle seine Ängste losgeworden; wohl aber haben diese Ängste keine dominante Funktion mehr.
Der 5. Sonntag der österlichen Freudenzeit heißt Rogate und ist in besonderer Weise dem Gebet gewidmet. „Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.“ sagt Jesus zu seinen Jüngern (Johannes 16,23b). 
Im Gebet geht es in erster Linie darum, dass die Beziehung – die zwischen Gott und dem Menschen besteht – gepflegt wird. Im Gebet nähern wir uns dem geheimnisvollen Gott, zugleich aber lehrt uns das Gebet den gebührenden Respekt vor IHM.
Beten ist nicht so sehr für Gott wichtig, sondern für uns. Im Gebet ordnen wir uns hin ein, wo unser Platz sein sollte, nämlich als – in Gottes Abhängigkeit – stehende Geschöpfe. Das Gebet führt uns in den Zustand des Getröstet-Seins und es gibt uns den inneren Frieden.
Schwierigkeiten wird uns das Leben in dieser Welt immer wieder bereiten; Ängste und Nöte gehören dazu. Doch das alles wird überstrahlt von der Gewissheit, dass Gott uns liebt und dass wir uns mit all unsern Sorgen und Nöten (seien sie groß oder klein) an ihn wenden können. Das wollen wir tun und also zu ihm beten. 

Hauptgebet:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater. Wir preisen Dein ewiges Reich, zu dem Du uns in Deiner Gnade berufen hast und treten in dieser österlichen Freudenzeit vor Dich mit unserem Gebet. Du hast uns geboten, Dich getrost und mit aller Zuversicht zu bitten, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Lass uns in Dankbarkeit die Schönheit und den Reichtum der Schöpfung erkennen.
Herr erbarme Dich!

Wir beten für die Kirche weltweit und für unsere Kirche vor Ort. Wir bitten Dich für alle, die in ihr ein Amt haben und für alle, die sich um die Weitergabe des Glaubens bemühen. Wir bitten Dich für die geistig Hungernden in unserer Gesellschaft, und besonders für die Kinder und Jugendlichen, die niemand beten lehrt. Wir bitten Dich für alle Menschen, die uns nahestehen und die unserer Zuwendung und Liebe bedürfen. Und wir bitten Dich für alle, die in die Irre gegangen sind oder schuldig geworden sind und aus ihrer Situation selbst nicht mehr herausfinden.
Herr erbarme Dich.

Wir bitten Dich für alle, die eine besondere Verantwortung tragen für das Wohl der Völker und für das Wohl unseres Landes: die Regierenden, die Mächtigen in der Wirtschaft, die Meinungsmacher in den Medien. Gibt ihnen Mut und Weisheit, damit sie sich für das Wohl der Menschen und das Miteinander und Füreinander der Völker einsetzen.
Herr erbarme Dich.

Wir bitten Dich für die Menschen, die hungern und jeden Tag neu ums Überleben kämpfen müssen. Erquicke die Müden und hilf denen, die Not leiden. Öffne unser Herz für die Not der Menschen, die nicht einmal das Notwendigste zum Überleben haben. Und wir bitten Dich für die Menschen, in Kriegs- und Krisengebieten sich nach Frieden und Sicherheit sehnen.
Herr erbarme Dich

Wir bitten Dich für die Menschen, die sich redlich mühen, ihre Pflicht in Treue zu erfüllen, die großmütig und geduldig sind, dort wo es jetzt gefordert ist. Wir bitten Dich für alle, die jetzt Zeit und Muße brauchen, um wieder zu sich selbst zu finden: für die Überforderten, die mit ihren Kräften am Ende sind und für die Unterforderten, die einen Sinn suchen. Vor allem bitten wir Dich für jene Menschen, die in der Pflege von alten und kranken Menschen treu und liebevoll ihren Dienst tun.
Herr erbarme Dich

Wir bitten Dich für die Schwerkranken und Sterbenden in den Kliniken und zu Hause. Wir bitten Dich für die Menschen, die – durch Unfälle oder schwere Krankheiten – früh aus diesem Leben gerissen werden und für ihre Angehörigen. Unseren Verstorbenen leuchte mit Deinem Licht und schenke ihnen die Freude in Deinem ewigen Reich.
Herr erbarme Dich

Das alles und noch viel mehr, was Du Herr alleine weißt, dass wir bedürfen und wir nicht erkennen, das erbitten wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn unsern Herrn!
Herr erbarme Dich

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde Dein Name / Dein Reich komme / Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren. / und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.


Segen: 
Es segne und behüte euch der allmächtige und gnädige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen. 

Abkündigungen: 
Am 15. Mai 2020 verstarb im Alter von 64 Jahren Maria (Marianne) Polder geb. Chiru. Sie wurde am Sonntag. Der allmächtige Gott lasse Sie in Seinem Frieden ruhen und schenke Ihr die Vollendung in Seinem Reich. Die trauernden Hinterbliebenen tröste er aber und lehre uns alle bedenken, dass wir sterben müssen auf das wir klug werden.





Es gilt das von der Kanzel gesprochen Wort!
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