Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Gottesdienst, Weihnachten – 25. Dezember 2020, 

Crăciun, 25 decembrie 2020 serviciu divin

2020. november 25-an, Karácsony, Istentisztelet


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Wochenspruch – Johannes 1,14a:
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit

Psalm 96 
1. Singet dem HERRN ein neues Lied; / singet dem HERRN, alle Welt! 2. Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, / verkündet von Tag zu Tag sein Heil! 3. Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, / unter allen Völkern von seinen Wundern! … 6. Hoheit und Pracht sind vor ihm, / Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. 7. Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, / bringet dar dem HERRN Ehre und Macht! … 10. Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. / Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht. 11. Der Himmel freue sich, / und die Erde sei fröhlich, 13b. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit / und die Völker mit seiner Wahrheit.	
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Titus 3,4 – 7
4. Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, 5. machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist, 6. den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, 7. damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unsrer Hoffnung.	  
Der Herr segne sein Wort an unsern Herzen!

Liebe Festgemeinde!
Das Weihnachtsfest ist von einer extremen Sensibilität geprägt. Mehr als sonst ist zu Weihnachten das intensive menschliche Verlangen nach Geborgenheit zu beobachten. In jedem Menschen ist eine Sehnsucht nach Heimat bzw. ein Bedürfnis nach Rückkehr zu Vertrautem da. Bei manchem schwingt auch die Angst mit, dass es so nicht mehr werden kann, wie es dereinst einmal war. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass dieses Hochfest sehr stark mit Kindheitserinnerungen in Verbindung steht. 
Als vor 31 Jahren der eiserne Vorhang fiel, die Grenzen sich öffneten und die meisten siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaften sich auflösten, war eines der Trauermotive auch jenes, dass das Feiern hoher Feste in althergebrachter Form nicht mehr möglich sein würde. Sicherlich ging das Leben weiter und es kam auch jedes Jahr Weihnachten wieder. Etwas war aber an jener Befürchtung dran. Weihnachten konnte vielerorts nicht mehr so gefeiert werden wie vormals, aus unterschiedlichen Gründen: weil es keine Kinder mehr gab, die Gedichte aufsagten oder weil die entsprechenden Musiker fehlten oder weil die für den organisatorischen Teil zuständigen Leute nicht mehr da waren. In diesem Jahr kann man nun aus epidemiologischen Gründen nicht zusammen kommen; das haben wir so noch nicht erlebt. Das Gefühl, etwas verloren zu haben, wird man nicht los.
All diese äußeren Dinge weisen aber auf etwas viel Tiefgründigeres hin. Dem Menschen ist in der Tat etwas abhanden gekommen. Eigenverschuldet hat der Mensch sich in eine Situation hineinmanövriert, aus der herauszukommen er aus eigener Kraft nicht in der Lage ist. Erlösung oder Befreiung ist ein Attribut, welches Gott alleine vorbehalten ist. 
Die Weihnachtsbotschaft macht nun aber deutlich, dass jeder Heimatlose Heimat finden kann und dass jeder Verlorene in das Vertraute zurückkehren kann! 
Im Titusbrief haben wir vorhin von der „Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands“ gehört. Diese „Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands“ ist zu Weihnachten sichtbar und spürbar geworden. Diese Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes hat uns eine geistliche Heimat geschaffen. Die biblische Botschaft ist jene, dass Gott uns von innen heraus erneuert hat: „durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland“. 
Diese Erneuerung hat ihren Anfang darin genommen, dass Gott als Mensch in diese Welt gekommen ist. Das Kommen Gottes in unsere Welt war nötig, weil wir aus eigener Anstrengung nicht zu dem Vertrauten, zu der geistlichen Heimat zurück gefunden hätten. Gott hat das Entscheidende getan. Der Apostel vermerkt, dass Gott uns selig machte “… nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit“. 
Darum dürfen wir froh und dankbar sein. Wir dürfen uns natürlich an schöne Weihnachtsfeste aus vergangenen Tagen, aus unserer Kindheit erinnern und wir dürfen (gerade im aktuellen Kontext, in dem viele Familien nicht zusammen kommen können) uns der Hoffnung hingeben, dass wir noch andere schöne Weihnachtsfeste erleben werden. Das Wichtigste und Wesentlichste an Weihnachten, ist aber die Hoffnung mitzunehmen, von der der Apostel Paulus spricht: jene Hoffnung, dass wir „durch Gottes Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens“ sind. Gott hat uns durch die Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus bei ihm selber Heimat geschenkt. Das ist das ungeheuer befreiende und glücklich machende an der Weihnachtsbotschaft. Amen.

Lasst uns beten:
Allmächtiger barmherziger Gott! Wir danken Dir, dass Du Deine Verheißungen erfüllt hast, und uns Deine Liebe offenbart hast. Du bist Mensch geworden damit wir göttlich würden. Du bist heimatlos geworden, damit wir Heimat finden mögen. Du hast Dich den Verlorenen zugewandt, dass sie ins Vertraute zurück finden mögen.
Gib, dass das Licht der Heiligen Nacht in unseren Seelen aufstrahle und uns mit Deinem Frieden und Deiner Freude erfüllen möge. Kehre bei uns ein, und wandle unsere Herzen und Sinne. Lass den Glanz Deiner Herrlichkeit in unserer Dunkelheit erstrahlen. 
Richte auf die von Kummer gebeugt und von Lasten beschwert sind. Erfreue die Angefochtenen und Trostlosen. Lass das Licht, dass über uns aufgegangen ist in der ganzen Welt leuchten. 
Vater unser im Himmel … 

Segen: 
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist



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