Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg

NR. 31 (2/2017)

BIBELWORT ZUM GELEIT
Matthäus 10,26 – 33 

26. Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. 27. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was
euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern.
28. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. 29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. 30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. 31. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.
32. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor  meinem Vater im Himmel.
33. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.



Matei 10,26 – 33
26. Deci nu vă temeți de ei, căci nimic nu este acoperit care să nu iasă la iveală și nimic ascuns care să nu ajungă cunoscut.
27. Ceea ce vă grăiesc la întuneric, spuneți la lumină și ceea ce auziți la ureche, propovăduiți de pe case.
28. Nu vă temeți de cei ce ucid trupul, iar sufletul nu pot să-l ucidă; temeți-vă mai curând de acela care poate și sufletul și trupul să le piardă în gheena.
29. Au nu se vând două vrăbii pe un ban? Și nici una din ele nu va cădea pe pământ fără știrea Tatălui vostru.
30. La voi însă și perii capului, toți sunt numărați.
31. Așadar nu vă temeți; voi sunteți cu mult mai de preț decât păsările.
32. Oricine va mărturisi pentru Mine înaintea oamenilor, mărturisi-voi și Eu pentru el înaintea Tatălui Meu, Care este în ceruri.
33. Iar de cel ce se va lepăda de Mine înaintea oamenilor și Eu Mă voi lepăda de el înaintea Tatălui Meu, Care este în ceruri.

DAS 500. REFORMORMATIONSJUBILÄUM IN SCHÄSSBURG
Am Sonntag, dem 5. November 2017, wurde das Reformationsjubiläum in Schäßburg feierlich begangen. Um 1630 Uhr versammelte sich unsere kleine Evangelische Kirchengemeinde A. B. zusammen mit Bischof Reinhart Guib im Predigergarten – dem Ort, an dem die alte Kirche  stand,  in  der  seinerzeit  (1538) das »Schäßburger Religionsgespräch« stattfand. Stadtpfarrer Fröhlich hielt einen kurzen Vortrag über die historische Bedeutung dieser theologischen Disputation. Nachher pflanzte Bischof Guib zusammen mit dem Presbyterium und dem Stadtpfarrer ein Apfelbäumchen, in Anlehnung    an den Ausspruch Luthers: „Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“.



Es war bereits das 11. Apfelbäumchen, das im Jahr des Reformationsjubiläums an wichtigen Orten für die Siebenbürgische Reformation gepflanzt worden ist, bzw. noch gepflanzt werden soll. Diese Orte sind:  Laibach
/ Ljubljana (Slowenien), Torenburg / Turda (Rumänien), Krakau / Kraków (Polen), Wittenberg (Deutschland), Mediasch (Rumänien), Krupina / Karpfen (Slowakei), Klausenburg	(Rumänien), Kronstadt (Rumänien), Wien (Österreich), Augsburg (Deutschland), Basel (Schweiz), Hermannstadt (Rumänien) und eben auch Schäßburg. Ursprünglich war die Pflanzung von 12 Apfelbäumchen geplant, aber es wurden mehr, frei nach der Aussage von Bischof Guib in der Landeskirchenversammlung vom 19. November 2017:



„Die Evangelische Kirche A. B. ist eine »Apfelbäumchenkirche«.“

Um 1730 Uhr begann der Festgottesdienst in der Klosterkirche. In diesem Jahr des Reformationsjubiläums luden Bíró István (reformierter Pfarrer in Schäßburg und Dechant des Kokler Dekanats) und Stadtpfarrer Hans Bruno Fröhlich die Bischöfe der
evangelischen	und
reformierten Kirchen nach Schäßburg ein. So beehrten uns mit Ihrer Anwesenheit	außer unserem Hochwürdigen Herrn Bischof Reinhart Guib die Hochwürdigen Herren Kató Béla, Bischof der Reformierten
Kirchen / Siebenbürger Distrikt, und Adorjáni Dezső-Zoltán, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche ungarischer Verkündigungssprache. Die Klosterkirche füllte sich bis auf den letzten Platz, wobei natürlich die ungarischen Glaubensgeschwister die Mehrheit darstellten.
Beeindruckend war, dass viele reformierte und evangelisch-lutherische (ungarische) Pfarrer dieser Einladung gefolgt waren, wobei allein die stattliche Anzahl der an die sechzig erschienenen Geistlichen in ihren für die reformierte Kirche typischen Umhängen (der sogenannte „Palást“, der dem „krausen Rock“ des sächsischen Pfarrerornates nicht unähnlich ist) sowie der ungarisch-lutherischen Geistlichen im Talar mit leuchtend roter Stola (rot ist die liturgische Farbe für das Reformationsfest) ein Blickfang war. Spätestens als sie dann mit ihren sonoren Stimmen in die »Reformationshymne« „Ein feste Burg ist unser Gott / Erös vár a mi Istenünk“ (ungarisch und deutsch, und dies gleichzeitig) einstimmten, war Gänsehautfeeling angesagt. Choräle so beeindruckend erklingen zu hören, ist einem nicht alle Tage gegeben.



Die ungarischen Glaubensgeschwister waren vorher mit ihren Bischöfen und Pfarrern in einem feierlichen Fackelzug von der reformierten Kirche neben der Kokelbrücke aus zur Klosterkirche in die »Burg« hinauf „gepilgert“, geistliche Lieder singend. Vor dem Kirchenportal wurden sie von der evangelischen Gemeinde zusammen mit Bischof Guib, Dechant Fröhlich und Pfr. i. R. Dr. Rolf Binder erwartet.
Vorher hatte es in der reformierten Kirche ein Konzert mit archaischer ungarischer geistlicher Musik gegeben. Während dieses Konzertes war die Evangelische Gemeinde A. B. an der Apfelbäumchenpflanzung im Predigergarten beteiligt.
Im Weiteren bringen wir die Predigten der Bischöfe Guib, Kató und Adorjáni und den Vortrag zum „Schäßburger Religionsgespräch“ von Stadtpfarrer Fröhlich.

Predigt des Bischofs Reinhart Guib
Losung und Lehrtext des Reformationstages (31.10.2017):



Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. (Ps.34,15) Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. (Röm.15,7)

Hochwürdige Herren Bischöfe, verehrte Dechanten und Pfarrer, liebe Schwestern und Brüder!
In dieser Woche feiern viele Millionen Menschen weltweit das größte Fest seit Pfingsten: 500 Jahre Reformation. Seit 2012 hat sich unsere Evangelische Kirche mit einem reformatorischen Schwerpunktthema auf den Weg zu diesem Jubiläum aufgemacht. 2012 wurde zum Jahr der Bibel, 2013 des Gottesdienstes, 2014 der
Diakonie, 2015 der Bildung, 2016 der Reformatoren Luther und Honterus und 2017 dem 500-sten Reformationsjubiläum gewidmet. Die EKD hat mit ihrer Luther-Dekade eine noch weitere reformatorische Reise hinter sich. Am Reformationstag, also am Tag des Thesenanschlags Luthers am 31. Oktober, und auch heute am Sonntag danach, am traditionellen Reformationsfest, feiern wir als Evangelische Kirche nun unseren
500.Geburtstag. Wir feiern ihn im ökumenisch gesinnten Schäßburg zusammen mit der Evangelisch- Lutherischen ungarischsprachigen Kirche und der Reformierten Schwesterkirche. Denn seit der Reformation gehören wir in eine Familie der Protestanten, die seit Leuenberg 1973 Predigt- und Abendmahlsgemeinschaft zusam- men pflegen.
Diese Gemeinschaft wollen wir wie im Oktober 2016 in Torenburg auch heute in der Einheit des Glaubens hier in Schäßburg
miteinander teilen. Wie damals so auch heute haben wir ein Apfelbäumchen gepflanzt in der Reformationsgedenkreihe unserer Kirche „12 Apfelbäumchen für ein klares Wort“, welches auf das Lutherzitat zurückgeht: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Unsere Welt braucht Hoffnung.
Die alttestamentliche Reformations-Losung aus dem 34. Psalm sehe ich als Zusammenfassung dessen, was den Reformator von Herzen bewegte. Er hatte sich bemüht, alles zu tun, um der Wegweisung dieses Psalmwortes zu folgen. Er sah ein: „Wenn jemals jemand durch Möncherei selig geworden wäre, so wäre ich wohl selig geworden!“ Stattdessen erlebte er aber tiefste Verzweiflung. Davon können wir noch was ahnen, wenn wir sein Beichtgebet sprechen: „Ich armer, elender, sündiger Mensch…“ Auf seinem Sterbebett wurde er mit einem Zettel in der Hand gefunden. Darauf stand: „Wir sind Bettler, das ist wahr!“ Aus aller Verzweiflung befreit wurde Luther durch die Begegnung mit seinem Seelsorger Staupitz. Dieser mahnte ihn: „Du musst auf Christus schauen!“ Und das sagt uns auch die neutestamentliche Reformationslosung aus dem Römerbrief. Gerade diese beiden Bücher Psalmen und Römerbrief liebte der Reformator ganz besonders. Beiden hat er eine Vorlesung gewidmet. Später hielt er in großer Dankbarkeit fest: Mit dem Blick auf Christus habe er den Weg zur ewigen Seligkeit gefunden.
Liebe Reformationsgemeinde! Die Reformation war ein Apfelbäumchen der Hoffnung. Vor 500 Jahren erhoben Luther und Melanchthon und die weiteren Reformatoren, Calvin und Zwingli, Honterus und Wiener, Hebler und Unglerus, Helth und mit ihnen die Menschen des dunklen Mittelalters ihren Blick auf Christus. Dieser Blick veränderte sie und die Welt zum Guten. Das helle Zeitalter der Neuzeit und Moderne brach an. Ein Aufbruch ohnegleichen. Menschen lernten in ihrer Muttersprache zu lesen und die Hl. Schrift zu verstehen. Freiheit und Toleranz ebneten den Menschen den Weg zu Glauben und Bildung, zu Kunst und Kultur, zu Aufklärung und Frömmigkeit, zu Gemeinschaftsbewusstsein und sozialer Verantwortung. Heute leben wir wie selbstverständlich in der Lebens- und Glaubenswelt die Luther und die Reformatoren begonnen haben zu verändern. Diese Welt hat sich weiterentwickelt ohne Unterlass. Gerade in der heutigen rasanten Entwicklung der Technologie und Wissenschaft, der Wirtschaft und des Handels ist es nötig, sich zu besinnen, was hält und trägt, was stärkt und motiviert uns und wohin entwickeln wir uns.



Da steht wie ein Fels in der Brandung Christus, der uns im Leben, Sterben und Auferstehen vorausgegangen ist und der uns einlädt aufzusehen zu ihm und ihm nachzufolgen. An ihm können wir die Liebe des himmlischen Vaters ablesen. Die Gnade, mit der er uns gerne alle Schuld und Fehler, die Sünde vergibt, damit wir frei leben, einander annehmen und Gutes tun. Er schenkt uns obendrein den Glauben, ohne den wir verloren wären in den rasanten Entwicklungen und Veränderungen dieser Welt. Christus, Gnade, Glauben sind uns in der Hl. Schrift überliefert. Auch wenn die Welt sich noch schneller drehen und verändern wird, gilt es, diese 4 „Soli“, Erkenntnisse der Reformation, uns zu bewahren, lebendig zu gestalten und der nächsten Generation weiterzugeben. Zurückbleiben sollen wir nicht. Uns verändern ja. Aber mit Christus, der uns hält und zu uns steht. Dank Gottes Gnade und Liebe, die uns stärkt. Im Glauben, der uns Halt gibt und motiviert. Und nach der Hl. Schrift, die uns ausrichtet auf das, was kommt. Nein, auf den, der kommt, ja wiederkommt: Christus. Er ist das Apfelbäumchen der Hoffnung für diese Welt.
Ein Christusfest sind wir gerufen heute zu feiern. Und als befreundete und versöhnte protestantische Gemeinschaft und Geschwister lasst uns ein Leben mit Jesus Christus, gestern und heute und auch in Ewigkeit führen. Ich bin gewiss: Darauf wird der Herr seinen Segen geben. 
Amen.

Predigt des reformierten Bischofs Kató Béla



Grüß Gott, Békesség Istentől!
Mit dem traditionellen Gruß unserer Kirchen begrüße ich die Siebenbürgischen Vertreter von den zwei Hauptrichtungen des Protestantismus. Wenn Dorfbewohner mit verschiedenen Nationalitäten sich in einem mehrsprachigen siebenbürgischen Dorf treffen, grüßt der Ungar auf sächsisch und der Sachse grüßt auf Ungarisch. Das ist ein schönes Beispiel der gegenseitigen Ehre und Toleranz, und ich glaube es wurzelt in der besonderen Gesinnung der heimischen Reformation. Denn im Gegensatz zu anderen Teilen Europas, war hier die Toleranz der Grundsatz der Konfessionsbildung. Die Quelle dieser Toleranz ist Luthers Stadt, Wittenberg.
Die intellektuelle Elite beider protestantischer Kirchendistrikte, die sich aufgrund von Sprache gebildet hat, studierte in dieser Stadt, die Sachsen meistens bei Luther, die Ungaren bei Melanchthon. Wunderlicher Weise ist die Wiege der Siebenbürgisch-
Reformierten Kirche auch Wittenberg geworden. Wenn sich die zwei verschiedenen Lehren in Wittenberg vertrugen, warum könnten sie sich nicht auch in Siebenbürgen vertragen? – haben unsere Vorgänger gedacht. Sie haben zwar ihren Glauben und Gesinnung verteidigt, dafür haben sie aber nie geblutet.
Im Laufe der siebenbürgischen Konfessionsbildung haben sich die Wege unserer Kirchen häufig gekreuzt. Wir haben uns aber meistens geholfen und nur selten beleidigt.
Nach 1568 wurden die an die Dreieinigkeit glaubenden Pfarrer aus der massiv-unitarischen Glaubensrichtung ausgeschlossen. Sie flüchteten zum sächsischen Bischoff. 1571 haben sie an der Synode in Mediasch teilgenommen und haben um Hilfe gebeten für die Begründung ihres eigenen Kirchendistriktes. Diese Begründung fand im nächsten Jahr statt, seitdem lebt und wächst die Siebenbürgisch-Reformierte Kirche. Herr Bischoff, ich danke Ihrem Vorgänger Matthias Hebler und Lukas Ungler für die Unterstützung bei der Gestaltung unserer kirchlichen Strukturen. Nur in dieser toleranten Atmosphäre konnte es zu diesem Paradoxon kommen, dass der erste Bischof unserer Kirche, Alesius Dénes, lutherisch, und der vierte Bischoff der sächsischen Kirche, Matthias Schiffbaumer, kalvinistisch war. Keine von diesen gefährdete die Einheit seiner eigenen Kirche wie auch die Bücher Calvins in lutherischen Bibliotheken oder die Luther-Bücher in reformierten Bibliotheken nicht. Hier muss man erwähnen, dass die größte Calvin-Sammlung von Siebenbürgen sich in der Bibliothek des Brukenthal-Museum in Hermannstadt befindet. Wir danken Euch, dass ihr das bewahrt habt und dass – seit einem Jahrzehnt wieder – ihr diese Schätze bewahrt.
Ein anderer schöner Beweis unserer Zusammenarbeit ist, dass bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die reformierten Gemeinden von Szászváros (Broos), Tordos (Eisenmarkt), Vizakna (Salzburg) und Kóbor (Kiewern) zum sächsisch-lutherischen Bischoff gehörten, die evangelischen Gemeinden von Nagysajó (Groß-Schogen) und Teke (Tekendorf) zum siebenbürgisch- reformierten Superintendent gehörten. Bei der Ordination dieser Pfarrer konnte jeder auf sein eigenes Glaubensbekenntnis schwören, die reformierte Synode garantierte die Einhaltung des Augsburger Bekenntnisses, die lutherische Synode garantierte die Einhaltung des Helvetischen Bekenntnisses.



Unsere Schulen waren auch gegenseitig offen füreinander: die Honterus-Schule von Kronstadt lehrte mehrere reformierte Prediger aus dem Burzenland und Háromszék. Die Weißenburger und Straßburger Schule war für ca. 80 Pfarrer aus dem 17. Jahrhundert die Alma Mater. In der Weißenburger Schule waren die deutschsprachigen Schüler eine besondere Gruppe, die an Feiertagen sogar mit Liedern den Begründer-Fürst Bethlen Gábor begrüßten.
In dieser brüderlichen Einheit gab es ein Interesse an europäischem Irenismus, dessen Ziel die organisatorische Einheit von lutherischen und reformierten Kirchen war. Die Einheitsbemühungen von David Pareus und Johannes Dureus war mehrmals Thema in siebenbürgischen Synoden. Die Verwirklichung dieser Einheit lag nicht an den Siebenbürgern.
Diese Faktenreihen der Geschichte beweisen, dass unsere Kirchen sich nicht nur in der Not zusammengefunden haben, sondern im gemeinsamen reformatorischen Erbe, in gemeinsam bewahrten Gemeinden zu gutem brüderlichen Dialog geführt wurden. Die Veränderungen des 20. Jahrhunderts haben unsere Zusammenarbeit neu bestimmt. Der 1918 entstandene Interkonfessionelle Rat musste für Jahrhunderte alte Rechte gemeinsam kämpfen. Das 1948 auf staatlichen Druck entstandene Protestantisch-Theologische-Institut hatte in der siebenbürgischen Pfarrerbildung eine neue Farbe bekommen, dank des Einzugs der deutschsprachigen Evangelischen Fakultät im östlichen Flügel des Instituts. Die Pfarrer dieser Jahrgänge sind die „letzter Mohikaner" der siebenbürgischen Toleranz, die in der Not auf Deutsch, Ungarisch oder Rumänisch predigen können.
Für diesen Zeitraum bedanken wir uns bei Ihnen nochmals, dass in der Zeit der Industrialisierung in vielen süd- siebenbürgischen sächsischen Kleinstädte viele ungarisch-reformierte Gemeinden entstanden sind. Und die evangelischen Schwestern und Brüder haben ihre Kirchentore geöffnet. So war es in Agnetheln, Reps, Heltau usw. In Heltau ist es derzeit unverändert so. Die Sachsen aus Schmiegen mussten in den 80-ger Jahren ihre Kirche verkaufen. Sie haben dann ihr neues Zuhause in der Reformierten Kirche gefunden, so dass derzeit auch der reformierte Kurator selber Sachse ist. In vielen entvölkerten, veralteten sächsischen Gemeinden kämpfen die reformierten Brüder zusammen, die Kirchen zu pflegen und zu bewahren. Diese Zusammenarbeit ist sichtbar auch hier in Schäßburg.



Es ist kein Zufall, dass wir heute in dieser Kirche feiern. Wegen zwei Fakten haben unsere Kirchen so entschieden: einmal, die gemeinsame Vergangenheit: der erste Vorbote der Siebenbürgischen Reformation war die Schäßburger Disputation, dessen Ereignisse von Gáspár Heltai – der in Hermannstadt geboren und in Klausenburg gestorben ist – im bunten Wortschatz beschrieben wurden. In Schäßburg waren 1538 schon Protestanten, die Gottes Wort predigten. Das zweite ist die gemeinsame Gegenwart, die gute Freundschaft der beiden protestantischen Pfarrer, Bruno Fröhlich und István Biró, was die gute Freundschaft der zwei Gemeinden prägt. Das gemeinsame Feiern der Schäßburger ist ein schönes Beispiel der lebendigen, aus Glauben entstandenen Ökumene.
So fängt Heltais Disputationsbeschreibung an: „Dann hat Gottes Wort im ganzen Siebenbürgen angefangen zu donnern.“ Ich glaube, dass Gottes Wort auch heute donnert und trotz der vielen Blitzableiter sein Ziel erreicht. Möge Gott uns geben, dass wir weiterhin in unseren evangelischen und reformierten Gemeinden diesen Blitz hören, sehen und fühlen können und Kraft bekommen können. Das ist das einzige Pfand unseres Bestandes. 
Amen.

Predigt des evangelisch-lutherischen Bischofs Adorjáni Dezső-Zoltán



Liebe Schwestern und Brüder in Jesus Christus, feiernde Gemeinde,
geehrte Amtsbrüder!
Gibt es eine größere Freude für einen Pfarrer in diesem Gottesdienst, als diejenigen versammelt zu sehen, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen wollen? Als erstes bin ich von Dankbarkeit erfüllt. Die Idee der heutigen Feier hat mich sehr erfreut, herzlichen Dank an die Herren Dechanten für ihre Initiative! Der Ablauf dieses Ereignisses ist voller Symbole, biblischer Botschaften, erhebender Hinweise auf das Wesen der Reformation.
Wir, die ungarischen protestantischen Geistlichen, reformiert und evangelisch, haben uns unten in der reformierten Kirche versammelt und sind gleich einem Pilgerzug mit Gebet und Gesang zur Kirche unserer sächsischen Geschwister in die Burg heraufgezogen. Hier dürfen
wir die Gäste der sächsischen Lutheraner sein, gemeinsam Gottesdienst feiern, Gottes Wort hören und am Sakrament des Abendmahls teilnehmen. Das, liebe Schwestern und Brüder, ist gelebte Reformation!
Auch so könnten wir es formulieren: von zu Hause, aus der reformierten Kirche, haben wir hierher heimgefunden, zur evangelischen Kirche. Denn Gottes Haus ist unser aller Zuhause, wo Jesus Christus in Wort und Sakrament wahrhaftig gegenwärtig ist und wir seine Familie, seine Tischgemeinschaft bilden, die  vom heiligen Geist ernährt, gestärkt und erneuert wird.
Wenn wir schon bei den Symbolen sind, ist das nicht ein schönes Bild unserer vielfältigen, reichen und wertvollen siebenbürgischen Identität? Sie verbindet und bestimmt uns seit Jahrhunderten und bildet eben wegen ihrer Vielfältigkeit eine schöne und wertvolle Einheit.
Wir sind hierher gepilgert, herauf in die Burg, in die Kirche. Das hat mich an folgendes Bibelwort aus dem Hebräerbrief, 13. Kapitel, Vers 14 erinnert: „Denn wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir”. Gerade hier in Schäßburg zwischen diesen geschichtsträchtigen, jahrhundertealten Mauern zu sagen, dass wir keine bleibende Statt haben, wo wir doch eine Vergangenheit von 1100 beziehungsweise 900 Jahren in diesem Gebiet haben, das könnte nach Häresie klingen. Dabei ist dies die Wahrheit, die uns Gottes Wort ans Herz



legen will: hier auf Erden haben wir nichts Ewiges, unser Hiersein ist vergänglich und dem Zeitdruck unterlegen,  das Leben ist eine kurze Reise.
Jedoch sind wir in dieser kurzen Zeit Gottes pilgerndes Volk und nicht eine sich ziellos bewegende Masse. Wir sind keine gesichtslose Menge, unsere Reise hat ein Ziel, eine Richtung, einen Sinn. Jesus Christus selbst hat uns eine zukünftige bleibende Statt geschaffen und uns den Pilgerweg aufgetragen.
Liebe Schwestern und Brüder, wir sind hierher heraufgekommen in die Burg zwischen den großen, schweren und beständigen Steinmauern bis unter das Gewölbe der Kirche. Ich denke dabei, wie vielen Generationen diese Mauern Geborgenheit und Schutz geboten haben. Die Worte des 46. Psalms fallen mir dabei ein: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke … der Gott Jakobs ist unser Schutz” und weiter die Verse von Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott”, ein von Herzen kommendes Glaubensbekenntnis. An großen Festen ist bei uns dieses Lied nicht zu vermissen. Unsere Gläubigen singen es mit großer Begeisterung, mit tiefer Inbrunst und Intensität. Ein Schlüsselwort, das sowohl in den Psalmen als auch im Lied immer wieder vorkommt ist die Burg, die Stärke, der Schutz „Gott ist unser Schutz und unsere Stärke”.
Man meint, unsere schönen siebenbürgischen Burgen, die Kirchenburgen mit ihren starken  Mauern symbolisieren Schutz, Beständigkeit und Zuflucht. Aber aus unserer Geschichte wissen wir auch, dass von Menschenhand gebaute Mauern, so stark sie auch sein mögen, doch keinen Bestand haben.
Aber Gott ist mit uns, er ist „wie eine Burg”, er ist unsere Zuflucht, unsere Burg, unsere Stärke, der Schutz für sein Volk. Die Stärke dieser besonderen, uns umgebenden Burg ist trotzdem nicht von Steinmauern, Basteien, Türmen, Schutzwällen oder bewaffneten Söldnerscharen gegeben. Die Stärke dieser Burg ist Gott selbst, der für uns kämpfende Christus. Diese Burg besteht auch heute, „Gott ist selbst darinnen”, „das Wort bleibet wie der Stein” - schreibt Luther. Ich bin überzeugt, dass Gott der Heilige Geist sein Werk an uns noch nicht abgeschlossen hat, wir müssen weiterhin unseren Pilgerweg gehen, jetzt jedoch auf jeden Fall zusammen. Nicht nur deshalb, weil es zusammen besser ist, wir zusammen stärker sind, weil es einfacher ist, praktischer oder wir in den Augen der Zuschauer sympathischer aussehen. Sondern vor allem deshalb, weil es Christi Wille ist, sein Gebot an uns. Er selbst betete diese Worte: „dass alle Eins sein mögen, dass die Welt glauben solle, dass du mich gesandt hast. Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie Eins sein mögen, so wie wir Eins sind...”
Dies ist nicht eine formelle, scheinheilige, politisch motivierte Ökumene, es ist kein ideologisch motiviertes Schauspiel, das heutzutage oft erlebt werden kann. Es ist der Moment, in dem Gott für uns handelt, uns den Geist  der Einheit, der Liebe und des Friedens schenkt.
Liebe Geschwister, wenn wir heute schon so feierlich unsere Einheit zeigen, lasst mich abschließend sagen, dass weder Calvin noch Luther oder Melanchton das Konzept mehrerer christlicher Kirchen gekannt haben. In der Gedankenwelt und im Glauben des spätmittelalterlichen Menschen konnte es nicht mehrere Kirchen geben. Denn Jesus Christus, unser Heiland, ist einer allein! Jesu Christi Leib ist einer allein. Gottes heilende Liebe zu jedem einzelnen Menschen entspringt ein und derselben, nie versiegenden Quelle. Das Ereignis der Offenbarung von Gottes Liebe und Barmherzigkeit, das Christus-Ereignis, ist ein einziges. Es gibt eine Taufe. Es gibt einen Geist, jedoch viele verschiedene Gaben. Diesen Geist schenkt uns Gott auch hier und jetzt, den Geist des Glaubens, der Erleuchtung, der Berufung, der Heiligung und der Beständigkeit.
Das ist das Wesentliche an der heutigen Reformation, das ist die Aktualität der Reformation.

Ansprache bei der Pflanzung des Apfelbäumchens im Predigergarten
von Stadtpfarrer Hans Bruno Fröhlich
Hochwürdiger Herr Bischof, liebe Brüder und Schwestern!
Reformatorisches Gedankengut kam relativ schnell auch nach Siebenbürgen; etwa 2 Jahre nach dem Thesenanschlag, also 1519. Allerdings war die Zeit für reformatorische Maßnahmen noch nicht reif. Was die Menschen damals in diesem Landstrich bewegte, war die Türkengefahr. Diese Befürchtung sollte sich als berechtigt erweisen. Im Jahr 1526 kam es zu der Schlacht von Mohács, in der die Ungarn besiegt wurden, der König Ludwig II. selber sein Leben
verlor und das Reich auf drei Teile geteilt wurde. In Siebenbürgen folgte eine turbulente bürgerkriegsähnliche Zeit, in der Machtkämpfe um den Thron und weniger Kirchenreformen im Fokus standen. Im Jahr 1538 fand diese Zeit mit dem Frieden von Großwardein ihr Ende. Johann Zápolya hatte sich als König – auch mit Unterstützung der Sachsen – behauptet.
Dass die großen politischen Themen im Vordergrund standen, bedeutete aber nicht, dass in der Kirche Stillstand angesagt war. „In vielen siebenbürgischen Städten hatte sich die Kirchenerneuerung in der Praxis niedergeschlagen, lange bevor es reglementierende Beschlüsse gab …“1 Ein Dokument aus dem Jahr 1529, das zurzeit neu ausgewertet wird2, erzählt davon, dass der Prior des Dominikanerklosters hier in Schäßburg es beklagt, dass selbst in den Herzen seiner Amtsbrüder – also der Mönche – die „Häresie Luthers“ eingedrungen wäre. Eigentlich ist es logisch: die Dominikaner sollten als Angehörige eines Predigerordens die Schriften Luthers widerlegen, mussten diese natürlich lesen, und stellten fest, dass doch nicht alles so falsch war bzw. sein konnte, wie das die Kirchenoberen gerne gewollt hätten. Im Gegenteil: so manche Idee Luthers scheint überzeugt zu haben. Das
„klare Wort“ begann Frucht zu tragen.
Der Ort, an dem wir stehen, ist geschichtsträchtig, auch wenn er in seiner jetzigen Erscheinungsform – nämlich als Predigergarten – nicht unbedingt danach ausschaut. Hier stand einstmals eine Kirche (oder eher eine Kapelle), von der die Außenmauer noch erhalten ist. Ob es die älteste Kirche der Stadt gewesen ist oder nicht, darüber sind sich die Fachleute nicht einig; aber das ist auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass hier im Jahr 1538 ein Ereignis stattfand, welches wegweisend für den Verlauf der Reformation in ganz Siebenbürgen war: das »Schäßburger Religionsgespräch«.
Der König Johann Zápolya war „von der Wucht der Reformation und ihrer geistigen Strahlkraft beeindruckt und gleichzeitig beunruhigt.“3 Darum ließ er die Befürworter und die Gegner der Reformation zu einem Gespräch hier in dieser Kapelle zusammenkommen. Erbitterter Gegner und Wortführer dieser Gruppe war der Großwardeiner Bischof und Schatzkanzler Georg Martinuzzi. Als Redner der Befürworter des reformatorischen Gedankengutes wurde Stefan Szántai aus Kaschau herbeigerufen; das ist möglicherweise auch ein Hinweis darauf, dass es die großen Spezialisten hier im Land noch nicht gab oder diese sich nicht trauten, Farbe zu bekennen. Sächsische Vertreter sind in der Delegation der Befürworter aber auch bezeugt, u. zw. aus Lechnitz, Bistritz und Kronstadt; allerdings sind diese beim Religionsgespräch einfache Zuhörer. Der König soll gesagt haben: „Gott sei Dank! Meine Feinde sind so sehr zusammengedroschen, dass ich von niemand mehr etwas zu befürchten habe. Aber nun lasse ich die beiden großen Böcke aufeinander los. Welcher gewinnen kann, wird sich zeigen.“



Sogar zwei – vom König bestellte – Schiedsrichter, Adrianus Wolfhard und Martin Kalmancehi (beide aus Weißenburg), sollten darüber wachen, dass alles mit rechten Dingen zuging. Doch so einfach war ihre Aufgabe nicht: „Stefan Szántai begann mit einer biblisch-reformatorischen Begründung seiner Anliegen. Doch schon während des Vortrags wurde er von katholischer Seite immer wieder lautstark unterbrochen. Ein sachliches Gespräch, stellte sich heraus, konnte unter den Umständen nicht stattfinden.“5 Die Schiedsrichter baten schließlich, man möge sie von ihrem Auftrag befreien, denn Stefan Szántai, der evangelische Vertreter, war mit seinen Argumenten wohl überzeugender. Das offen zuzugeben, hätte die Schiedsrichter selber in Gefahr gebracht. Martinuzzi und seine Gefährten verlangten, Szántai auf dem Scheiterhaufen verbrennen zu lassen. Diese Anforderung wies der König zurück, empfahl Szántai aber das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Das tat dieser auch.
Auch wenn man damals unverrichteter Dinge auseinanderging, kann dieses Gespräch eigentlich als „Punktsieg“ für die Evangelischen gewertet werden, denn die begonnene Bewegung war nicht mehr aufzuhalten. Drei Jahre später (1542) wurde in Kronstadt die erste „evangelische Messe“ gefeiert. Nachher griff die Reformation auch auf die andern Orte Siebenbürgens über bzw. wurde systematisch durchgeführt. Heute pflanzen wir hier ein
„Apfelbäumchen für ein klares Wort“, in Erinnerung daran, dass das »klare Wort« von 1538 seine Frucht getragen hat.

Discurs despre disputa religioasǎ (»Schäßburger Relgionsgespräch«) din 1538 în Vechea
 Bisericǎ de lângǎ Scara Acoperitǎ ținut de Prim-Preot Hans Bruno Fröhlich
Onorat auditoriu!
Ideile reformatoare au venit relativ rapid în Transilvania; aproximativ 2 ani după publicarea celor 95 de teze a lui Luther, moment comemorat în aceste zile în toate bisericile protestante. Cu toate acestea însă, la acel momentul nu se puteau lua măsuri concrete. Ceea ce le dădea oamenilor din această zonă și în acea vreme fiori, a fost în primul rând pericolul otoman. Această teamă s-a dovedit a fi justificată. În 1526 a  avut loc bătălia de la Mohács, în care armata maghiară au fost învinsă, regele Ludovic al II-lea însuși și-a pierdut viața, iar Regatul Ungariei a fost împărțit în trei părți. A urmat o perioadă turbulentă de război civil, lupta pentru tron fiind în prim plan și nu reformele bisericești. În 1538 această perioadă s-a încheiat cu Pacea de la Oradea. János Zápolya sa afirmat ca rege, între altele și cu sprijinul sașilor.
Faptul că marile probleme politice dictau agenda, nu înseamnă însă, că în interiorul bisericii a existat stagnare. În multe orașe din Transilvania, se luaseră deja măsuri reformatoare, cu mult înainte de a exista decizii legislative în acest sens. Un document din anul 1529, care este reevaluat la momentul de față, arată preocuparea starețului Mănăstirii Dominicane de aici din Sighișoara. El se plânge în acel document, că chiar și în inimile fraților săi – adică în inimile călugărilor – a intrat „erezia luterană”. De fapt, este logic: dominicanii aparținând unui Ordin de Predicatori trebuiau să combată și să respingă ideile lui Luther. Dar ca să facă acest lucru, trebuiau în primul rând să citească opera acestuia, și făcând acest lucru, probabil au constatat că nu chiar totul ce a scris, era greșit și de condamnat, din contră. Ideile lui Luther se pare că chiar i-au convins pe unii.
Locul în care ne aflăm, respiră a istorie, chiar dacă în forma sa actuală – și anume ca o grădină – nu ne inspiră acest lucru la prima vedere. Aici a stat cândva o biserică (sau, mai degrabă, o capelă), a cărei perete exterior se mai păstrează. Asupra faptului dacă a fost într-adevăr cea mai veche biserică din oraș sau nu, experții încă nu au căzut de acord; dar asta nu este atât de important azi. Mult mai important este faptul, că în acest loc în anul 1538, s-a decis într-o oarecare măsură Reforma Bisericească pentru toată Transilvania. Aici a avut loc, acea dispută, care a intrat în istorie ca »Schäßburger Religionsgespräch«. Despre ce este vorba?
Regele János Zápolya a fost impresionat de forța Reformei și strălucirea ei spirituală, dar în același timp și îngrijorat. Cei care dețin puterea, de obicei se tem de tot, ce seamănă a revoluție. De aceea a chemat partizanii și adversarii Reformei la o dispută, aici în această capelă. Un adversar înverșunat și purtător de cuvânt al acestui grup a fost episcopul de Oradea, care deținea în același timp funcția de cancelar la curtea regală: Georg Martinuzzi. Ca purtător de cuvânt al părții adverse și susținător al ideilor Reformei, a fost convocat Stefan Szántai din Košice (azi Slovacia, atunci Ungaria); acest lucru poate fi un indiciu, că mari specialiști teologi băștinași ori încă nu existau, ori – dacă existau – nu îndrăzneau să se afișeze cu aceste idei. Totuși este atestat, că și reprezentanți ai sașilor se aflau în delegația susținătorilor, și anume preoții din: Lechința, Bistrița și Brașov. Totuși, aceștia sunt doar niște ascultători pasivi în timpul discuției între Szántai și Martinuzzi.
Regele a numit chiar și doi arbitrii, și anume Adrianus Wolfhard și Martin Kalmancehi, ambii din Alba Iulia, care trebuiau să asigure bunul mers al disputei. Dar sarcina lor nu era deloc simplă. Stefan Szántai a început pledoaria sa cu o argumentație biblică. Dar în timpul conferinței a fost întrerupt de mai multe ori de către partea catolică. O discuție obiectivă nu putea avea loc în circumstanțele date. Cei doi arbitrii au cerut să fie eliberați de misiunea lor, trebuind să recunoască, că partea evanghelică are dreptate. Martinuzzi și tovarășii săi au cerut, ca Szántai să fie ars pe rug. Regele a respins această solicitare, dar l-a sfătuit pe Szántai să părăsească țara cât mai curând posibil, lucru pe care acesta l-a și făcut. Chiar dacă discuția sau disputa propriu-zisă n-a dus în momentul acela la nici un rezultat, totuși ea poate fi considerată o victorie pentru Evanghelici, deoarece mișcarea începută a fost de neoprit. Trei ani mai târziu, reforma a fost aplicată sistematic în Brașov, iar după aceea în toată Transilvania.
Astăzi plantăm aici un puiet de măr în amintirea „cuvântului clar” pronunțat atunci, cuvânt care a dat roade, din care ne hrănim și astăzi.

KIRCHLICHE WAHLEN IM NOVEMBER 2017
Am Sonntag, dem 12. November 2017, wählten die wahlberechtigten Gemeindeglieder (ab dem erfüllten 18. Lebensjahr) die Mitglieder der Gemeindevertretung und die Abgeordneten für die Bezirkskirchenversammlung.
Zwei Wochen später kam dann die neu konstituierte Gemeindevertretung zusammen und wählte den Kurator und die Hälfte der Mitglieder des Presbyteriums. Die bisherigen Mandatsträger wurden im Amt bestätigt. Allen Gewählten möge Gott seinen reichen Segen zukommen lassen und ihnen Kraft geben, damit sie nicht müde werden und ihr Amt mit Freude ausüben.
Die Zusammensetzung der kirchlichen Körperschaften aufgrund der am 12. und 26. November 2017 stattgefundenen Wahlen ist folgende:


BESCHLUSS DER GEMEINDEVERTRETUNG BEZÜGLICH CHRISTBESCHERUNG
In der Gemeindevertretungssitzung vom Sonntag, dem 26. November 2017 wurde das leidige Thema des „Einsammelns für die Christbescherung“ besprochen. Gemeint ist der alte Brauch, dass die Nachbarmütter in der Vorweihnachtszeit von Haus zu Haus gehen, um Spenden für die Christbescherung zu sammeln. Einerseits wird dieser Brauch als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Andererseits – und hier liegt das größere Problem – beklagen sich die Nachbarmütter über folgende Schwierigkeiten: viele Gemeindeglieder findet man gar nicht mehr zu Hause, andere brüskieren die Nachbarmütter mit unschönen Kommentaren und wiederum dritten ist es peinlich zu sagen, dass sie sich das gar nicht leisten können. Auch wenn das Ganze auf Freiwilligkeit beruht, so fühlt man sich – wenn man zu Hause besucht wird – dann doch irgendwie genötigt. Aus diesen Gründen hat die Gemeindevertretung folgenden Beschluss gefasst:
Ab dem Jahr 2018 wird diese Form von Spenden sammeln nicht mehr praktiziert.
Unsere Gemeindeglieder, die für die Christbescherung spenden wollen, haben zwei Möglichkeiten, dies zu tun: entweder in der Kanzlei des Stadtpfarramtes, wenn sie ihren Kirchenbeitrag und die Grabgebühren entrichten, oder aber über Kollekten in der Kirche. Diese Kollekten werden vom Presbyterium festgelegt und rechtzeitig vorher bekannt gegeben.


200 JAHRE 
seit der Geburt von Georg Daniel Teutsch



Er war eine der bekanntesten siebenbürgisch-sächsischen Persönlichkeiten des
19. Jahrhunderts und er hat – wie kaum ein anderer – in allen Gesellschaftsbereichen gewirkt: Georg Daniel Teutsch war Bischof und Visionär, Historiker und Schulmann, Politiker und Stratege. Am 12. Dezember 2017 erfüllen sich 200 Jahre seit seiner Geburt und bereits am 19. September d. J. erfüllten sich 150 Jahre, seit er zum Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in den siebenbürgischen Landesteilen Ungarns gewählt worden war.
Georg Daniel Teutsch wurde in Schäßburg geboren und entstammte bürgerlichen Verhältnissen. Hier besuchte er die Schule, wobei die beiden Lehrer Michael G. Schuller (der spätere Schäßburger Stadtpfarrer und Gegenkandidat für das Bischofsamt) und Carl Goos (der spätere Rektor der Bergschule) einen tiefen Eindruck bei ihm hinterließen. Nach der Reifeprüfung verließ er im Alter von 19 Jahren Schäßburg, um sein Studium an der evangelisch-theologischen Lehranstalt in Wien zu beginnen. Da ihm das dort angebotene Studienprogramm nicht behagte, wechselte er bereits 1838 nach Berlin. Hier hörte er die Vorlesungen des Historikers Leopold von Ranke und wurde in seinem historischen Denken maßgeblich von ihm beeinflusst, ebenso wie auch jene des Geographen Hinrich Ritter.
Knapp 22-jährig kam er nach Siebenbürgen zurück. Da in Schäßburg zunächst keine Lehrerstelle frei war, ging er als Hauslehrer nach Karlsburg. Im Jahr 1842 wechselte er an die Bergschule nach Schäßburg, an die Schule, die später seinen Namen – Bischof-Teutsch-Gymnasium – tragen sollte, und dies bis zur Enteignung im Jahr 1948. Das Jahr 1942 ist wichtig für seinen weiteren Werdegang als Historiker, weil er zum ersten Mal an der Tagung des siebenbürgischen Landeskundevereins teilnahm. Er sollte ein verdientes Mitglied desselben werden, wobei ein Preisausschreiben des Landeskundevereins ihn dazu herausforderte, das wichtigste Werk seines Lebens zu  verfassen: „Geschichte der Siebenbürger Sachsen für das Sächsische Volk“, die so genannte »Sachsengeschichte«. Im Jahr 1845 wurde er Konrektor und im selben Jahr heiratete er Charlotte Berwerth, die aber bereits ein Jahr nach der Heirat verstarb. Im Jahr 1848 heiratet er ein zweites Mal die Schwester seiner verstorbenen Frau, Wilhelmine. Zehn Kinder haben die Teutschs von denen zwei Jungen und ein Mädchen sowie der Sohn aus erster Ehe früh versterben.
Georg Daniel Teutsch wurde 31-jährig zum Hauptmann in der Schäßburger Bürgerwehr gewählt und war als solcher an der Revolution von 1848 beteiligt. Im Februar 1849 wurde die Stadt Schäßburg geräumt, weil man einen Angriff befürchtete. Schon ab dem Sommer 1849 ging er aber wieder seiner wissenschaftlichen Arbeit nach. Im Jahr 1850 wurde er zum Gymnasialdirektor der Bergschule gewählt und hatte dieses Amt 13 Jahre inne. Die Neugestaltung des höheren Schulwesens beschäftigte ihn und es ist mit sein Verdienst, dass die Deutsch unterrichtenden Schulen die Zeit der Magyarisierung überstanden haben. Ihm ist aber auch die damalige staatsunabhängige konsistoriale Kirchenverfassung zu verdanken, die im Jahr 1861 auf der ersten Landeskirchenversammlung beschlussmäßig angenommen wurde. Im Jahr 1863 ging er ins Pfarramt nach Agnetheln, wurde 1864 zum Dechanten des Schenker Kirchenbezirkes gewählt und 1867 schließlich zum Bischof unserer Kirche.
Gerade seiner Begabung auf politischem Gebiet ist es zu verdanken, dass in der Zeit, als die Siebenbürger Sachsen als politische Entität aufhörten zu existieren – bedingt durch die Auflösung der Nationsuniversität, der politischen Selbstverwaltung –, ihnen der Lebensnerv nicht abgeschnitten werden konnte. Mit einer frappierenden Intuition hat Georg Daniel Teutsch den Puls der Zeit, in der er lebte, gefühlt und die richtigen Konsequenzen daraus gezogen. In und durch die Institution Kirche und der dazu gehörenden Schule versuchte er das aufzufangen und wettzumachen, was durch den Verlust der politischen und verwaltungsmäßigen Eigenständigkeit verloren gegangen war. Nicht ganz ohne Stolz dürfen die Schäßburger diesen so wichtigen Menschen unserer Kirche und unseres Volkes als den ihren betrachten.

JAHRESLOSUNG 2018:
Ich will dem Durstigen geben vom Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.
(Offenbarung 21,6 b)
Ausblick auf das Jahr 2018 von Pfr. i. R. Dr. Rolf Binder
Das Wasser ist für viele Menschen in manchen Gegenden unserer Erde sehr teuer, aber auch bei uns ist es nicht umsonst. Das H2O, dieses teure, wertvolle, Leben spendende Wasser, bringt uns zum Nachdenken. Weil es so wertvoll ist, wurde es zum Symbol für noch höhere Werte. Die Kraft der Fruchtbarkeit ist im fließenden Wasser gleichnishaft dargestellt. „Lebendiges Wasser“ stellen wir uns zuerst als ein sprudelndes Quellwasser vor.
„Lebendigen Wassers“, wovon das Buch der Offenbarung aber handelt, besteht nicht aus H2O, aus den Elementen Wasserstoff und Sauerstoff. Ein frischer Trank erquickt uns. Ein Lichtblick auf dem Weg der Erkenntnis und ein Trostwort erquicken noch viel mehr. Danach sind wir durstig und haben die Gelegenheit, den Durst zu stillen. Die Durstigen werden von Jesu seliggepriesen: „Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“ (Math. 5,6).
Die Seligkeit gibt uns Gott umsonst, aus Liebe, aus Erbarmen. Uns Durstigen ist Erquickung zugesagt. So hatte auch der Prophet Jesaja gepredigt: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! … Kommt her und kauft ohne Geld umsonst, beides Wein und Milch“ 55,1. Der Wein galt als ein Zeichen der Erkenntnis. Milch ist
Anfangsnahrung, so verstand es der Apostel Paulus, der den Korinthern schrieb (1. Kor 3,1f): „Wie jungen Kindern in Christo habe ich euch Milch zu trinken gegeben“. Auf dem Erkenntnisweg wird uns entsprechende Erquickung und Weiterführung angeboten.
Der Seher Johannes verkündigt uns, dass das lebendige Wasser von dem kommt, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Er vernahm die Stimme des erhöhten Herrn, der aus seiner geheimnisvollen Gegenwart dies lebendige Wasser anbietet.






 
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Herausgeber und verantwortlich für nicht namentlich gezeichnete Artikel:
Evangelische Kirchengemeinde A. B. Schäßburg

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