Evangelische Kirchengemeinde A.B. Schäßburg
Schäßburger Gemeindebrief Nr. 39 (2/2021)

BIBELWORT ZUM GELEIT
2. Timotheus 3,14 - 15
Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernt hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. (Lutherbibel 1912)

2. Timotei 3,14 - 15
Tu însă rămâi în cele ce ai învăţat şi de care eşti încredinţat, deoarece ştii de la cine le-ai învăţat, şi fiindcă de mic copil cunoşti Sfintele Scripturi, care pot să te înţelepţească spre mântuire, prin credinţa cea întru Hristos Iisus.


PSALMGEBET
HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.
Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
Aber  wie  schwer  sind  für  mich,  Gott,  deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Wenn ich aufwache, bin ich noch immer bei dir. Ach, Gott, wolltest du doch den Frevler töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen! Denn voller Tücke reden sie von dir, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache. Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben? Ich hasse sie mit ganzem Ernst;	sie	sind	mir	zu	Feinden	geworden. Erforsche  mich,  Gott,  und  erkenne  mein  Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen
(Psalm 139)


CHRIST, DER RETTER, IST DA
von Bischof em. Wolfgang Huber („Darauf vertraue ich – Grundworte christlichen Glaubens“)
Die Weihnachtsbotschaft sagt: Gottes Wahrheit nimmt menschliche Gestalt an. Als Kind in der Krippe. Mag diese Krippe nun in einem Stall gestanden haben oder in einer Grotte, wie sie bis zum heutigen Tag in Bethlehem gezeigt wird.
Die Erzählung von der Geburt Jesu hat legendäre Züge angenommen. Das ist nicht verwunderlich. Auch heute pflegen wir ja gerade die uns wichtigsten Erinnerungen auszuschmücken – je öfter wir Grund haben, sie zu erzählen, desto stärker. Solche Ausschmückungen unterstreichen, wie wichtig uns das Geschehen ist, um das es geht. Verglichen mit den vielen zusätzlichen Figuren, die heutige Krippenspiele umfassen, und mit den vielen Hirtinnen, mit denen heute der Gleichstellung von Frauen und Männern auch am Heiligen Abend Tribut gezollt wird, ist die biblische Weihnachtserzählung sogar denkbar knapp und klar.
Sie verkündigt die Freiheit von der Furcht. Denn wir dürfen uns aufgehoben wissen in der rettenden Liebe Gottes. Diese Liebe kommt in Person: als schutzloses, hilfsbedürftiges Kind. Die Menschwerdung des Menschen, von der die Schöpfungserzählung berichtet, wird überboten und aufgehoben in der Menschwerdung Gottes. In ihr zeigt Gott sein menschliches Gesicht; dieses Gesicht verbürgt seine Menschenfreundlichkeit. »Christ, der Retter, ist da«: der Bürge für Gottes Menschenfreundlichkeit. Gott hält an uns fest, obwohl er guten Grund dafür hätte, das bleiben zu lassen. Das ist der Kern des christlichen Glaubens. Er zeigt sich in der Krippe genauso wie im Kreuz; zwischen beiden gibt es keinen Gegensatz, sondern eine enge Verbindung. Es ist sinnlos, die Krippe und das Kreuz gegeneinander auszuspielen. Beide zeigen das Gleiche: Der Kern des christlichen Glaubens ist die Menschwerdung und damit die Menschenfreundlichkeit Gottes.
In der Weihnachtsgeschichte werden dafür die stärksten religiösen Bilder der damaligen Zeit verwendet: das Bild des Messias, der am Ende der Zeit die Welt zu Gott führt, und das Bild der Jungfrau, die den Gottessohn zur Welt bringt. Diese Bilder rühren uns auch heute tief an. Aber wir dürfen sie als Gleichnisse verstehen und brauchen nicht anzunehmen, dass es bei der Geburt Jesu anders zugegangen wäre als bei jeder Geburt. Denn jede Geburt ist ein Wunder, vor dem wir ähnlich andächtig stehen wie die Hirten vor der Krippe mit dem Kind. Die Weihnachtserzählung des Lukas sieht in Maria übrigens nicht eine »Jungfrau«, sondern eine verheiratete junge Frau; schon im Neuen Testament stehen beide Aussagen nebeneinander.
Das neu geborene Kind wird als Heiland, also als Retter und Messias, vorgestellt. Doch das Kind in der Krippe entspricht überhaupt nicht dem Bild, das man sich zu jener Zeit von einem solchen Heilsbringer machte. Denn das Wichtigste an einem Messias war sein machtvolles Auftreten. Seine strahlende Zukunft muss schon an den Umständen der Geburt ablesbar sein. Deshalb erwartet man in diesem Fall eine prächtige, nicht eine schlichte Geburt.
Die Geburt Jesu ist jedoch an Schlichtheit nicht zu überbieten. Zwar wird sie ausdrücklich in die Zeit des Kaisers Augustus datiert, der ebenfalls als Heiland und Weltenherrscher verehrt wurde; doch zu ihm steht das so armselig zur Welt gebrachte Kind in einem scharfen Kontrast. Der Mensch gewordene Gott erscheint weder mit furchterregendem Gefolge noch mit glänzenden Symbolen der Macht. Seine göttliche Reinheit zeigt sich in Armut und Niedrigkeit. Und jeder spürt: Darin erweist sich Gottes Nähe weit klarer als in herrschaftlichem Pomp.
Dem entspricht, dass Hirten den neu geborenen Messias als Erste sehen dürfen. Sie gehören zum einfachen Volk, sind Wind und Wetter ausgesetzt und kennen die tägliche Not der Armen. Wer könnte glaubwürdiger bezeugen als sie, dass der Heiland dort zur Welt kam, wo sonst nur Tiere Obdach suchen? Sie nehmen die Botschaft der Engel an, machen sich zur Krippe auf den Weg und finden den verheißenen Heiland. Aber sie behalten nicht für sich, was sie erlebt haben, sondern sagen es weiter. Und vor allem: Sie preisen und loben Gott für alles. So werden die Hirten zu Vorbildern eines Glaubens, zu dem Menschen aus allen Schichten Zugang finden können. Denn die Ärmsten gehen als Erste den Weg zur Krippe.

Weihnachten klopft aufs Neue an die Tür. Schon ein zweites Weihnachtsfest mit Reise-, Kontakt- und andern Einschränkungen. Dabei glaubte so mancher im letzten Jahr, dass die Pandemie viel schneller in Vergessenheit geraten würde. Die Weihnachtsbotschaft sagt aber, dass der Sohn Gottes nicht in einem Palast, sondern in einem Stall geboren wird. Ins menschliche Elend kommt Gott, und er wird es verändern: irgendwie, irgendwann. Darum wünschen wir auch diesmal: Frohe Weihnachten und ein Gesegnetes Neues Jahr,
Stadtpfarrer Dr. Hans Bruno Fröhlich

Sărbătoarea Sfântă a Crăciunul bate din nou la ușă. Este deja al doilea Crăciun cu restricții de tot felul, chiar dacă mulți au crezut, că pandemia repede va fi deja dată uitării. N-a fost să fie așa. Dar tocmai pentru că în lume răul domină, Fiul lui Dumnezeu se naşte în ea s-o mântuiască. Dumnezeu vine în lume tocmai pentru neajunsurile noastre și le va schimba: dar o face atunci când și cum EL crede de cuviință. De aceea vă dorim un Crăciun fericit și un An Nou împlinit,
Prim-Preot Dr. Hans Bruno Fröhlich


Am Sonntag, dem 31. Oktober 2021 fand der Reformationsgottesdienst in der Bergkirche statt. Es predigte Pfr. emer. Mag. Klaus-Ortwin Galter. Ob sich noch jemand von den Schäßburgern und Schäßburgerinnen daran erinnert, dass Pfr. Galter vor 40 Jahren, genauer im Jahr 1981, Vikar in Schäßburg beim damaligen Stadtpfarrer Dr. August Schuller war? Sein Weg führte ihn anschließend ins nahe gelegene Rauthal, nachher nach Neustadt im Burzenland und schließlich nach Linz/Österreich, von wo er im September d. J. in den Ruhestand ging.
Lesen Sie die Predigt zu dem auf der Titelseite abgedruckten Bibelwort 2. Timotheus 3,14 - 15:

Liebe Gemeinde,
der 31. Oktober ist für Evangelische in aller Welt ein besonderer Tag, und ich verstehe ihn als ein DATUM, also etwas Gegebenes, uns Gegebenes, damit wir damit etwas anfangen.
Wir erinnern uns daran, dass Martin Luther vor mehr als 500 Jahren seine Thesen, also seine Ansichten zum Ablasshandel, angeblich per Hammerschlag, publik gemacht hat. Diese Veröffentlichung war der Auftakt zu einer Auseinandersetzung innerhalb der Kirche, deren Folgen sich damals keiner, auch Martin Luther nicht, bewusst war. Man stelle sich vor: auf der einen Seite ein Mönch, zwar Dozent und Theologieprofessor, aber an einer neuen, noch völlig unbedeutenden Hochschule in Wittenberg – auf der anderen Seite die großen Autoritäten Kaiser und Papst. Und dieser Mönch gibt nicht klein   bei,   weil   er    „kann    nicht    anders“! So sind die protestantischen Kirchen entstanden. Wir evangelischen Christen feiern heute sozusagen Geburtstag.
Es ging damals bei dem Streit zwischen Luther und dem kirchlichen Establishment nur vordergründig um eine Äußerlichkeit – den Ablasshandel. Grundsätzlich ging es um die Frage, mit der Luther so lange gerungen hatte: Ist mir Gott gnädig? Erbarmt sich der Allmächtige, unendliche und große Gott meiner? Trotz allem, was ich auf dem Kerbholz habe? Kann ich vor ihm bestehen, bei all der Schuld, die ich in meinem Leben angehäuft habe? Diese Frage hat damals viele die Menschen umgetrieben und ihnen keine Ruhe gelassen.
Die Kirche hat damals auf diese Herausforderung reagiert, aber eben nicht biblisch sondern mit einer
„Kaufhausmentalität“: da gab es das Erbarmen Gottes zu kaufen, fein säuberlich gestaffelt, thematisch geordnet, preislich differenziert … Daran hat sich Luthers Kritik zunächst entzündet und so hat das begonnen, was wir als die lutherische Reformation bezeichnen und daran erinnern wir uns heute.
Erinnerung hat allerdings 2 Seiten.
 
Wenn wir uns erinnern, dann könnte einen vielleicht Nostalgie befallen. Früher, da war Kirche einflussreich, da hatte ihre Stimme Gewicht; damals waren das besondere Gestalten und Personen in der Kirche, Originale, beeindruckende Persönlichkeiten, glaubensstarke Kämpfertypen manchmal. Früher waren die Kirchen noch voll und mit Begeisterung folgte man den Gottesdiensten. Wie gut war es damals … Und mit der Nostalgie paart sich schnell die Klage. Wie gut war es früher gegenüber heute! Was ist heute nicht alles schon den Bach runtergegangen. Was einmal als unverbrüchlich galt, ist heute kaum mehr was wert. Unverbindlichkeit, Egoismus, Beliebigkeit und Kälte haben Einzug gehalten – auch in die Kirchen.
Die andere, positive Seite von Erinnerung zeigt sich dann, wenn das Erinnern nicht im Gestern stecken bleibt. Er-innern heißt ja, etwas ins Innere holen und dann mitnehmen. Mit der Tradition zum Aufbruch!
Erinnern kann ein Segen sein, wenn Erinnern dem Leben dient und nicht der Glorifizierung des Vergangenen allein. Wenn wir uns an die Reformation erinnern, dann erwächst daraus ein Auftrag; der Auftrag nämlich, die guten Aufbrüche der Vergangenheit heute als Auftrag zu erkennen.
Ihr Lieben,
einer der Grundsätze der Reformation lautet ja:
„Ecclesia semper reformanda“ – die Kirche ist immer neu zu reformieren. Sie muss sich immer neu an der Heiligen Schrift ausrichten, darin forschen, und sie muss bereit sein, sich an den Erkenntnissen, die manchmal neu und überraschend sein können, auch zu ändern, zu verändern, sich zu re-formieren
Vier zentrale Punkte haben sie dazu benannt:
1.	Der Weg zu Gott geht nur über Jesus Christus – es   gibt   keinen   anderen   Weg   zu   ihm (solus Christus)
2.	Zu Gott kommen wir nur, wenn er uns entgegenkommt, sich offenbart, uns seine Gnade schenkt. Mit unserem Tun, und sei es das edelste werden wir vor Gott nicht bestehen. (sola gratia)
3.	Von der Nähe Gottes und von seinem Willen erfahren wir nur im Glauben. (sola fide)
4.	Und das Letzte: Von alle dem wissen wir nicht, weil wir so besonders klug wären, sondern allein aus der Schrift. (sola scriptura)

Aus dem allem ergaben sich all die Veränderungen in der Reformationszeit wie von selbst: Kirchengesetze wurden wieder daraufhin befragt, ob sie denn wirklich der Ehre Gottes und dem Wohl der Menschen dienten und nicht vielmehr dem Machterhalt und der Besitzstandswahrung bestimmter Gruppen.
Die Frömmigkeit wurde daraufhin befragt, ob sie ein Ausdruck der Freiheit sei, zu der uns Christus befreit hat oder eher ein krampfhafter Versuch, sich selber vor Gott ins rechte Licht zu rücken.
Die Gottesdienste wurden neugestaltet, weil sie zu einem „Schauspiel“ geworden waren, das nur Eingeweihte verstanden, ganz abgesehen von der Sprache.
Und so wurden die Menschen „entlassen“, in die Freiheit entlassen, verantwortlich vor Gott, sich selbst und anderen Menschen das Leben zu gestalten, nicht abhängig zu sein oder sich abhängig halten zu lassen von Autoritäten, auch nicht von kirchlichen Autoritäten.
Ich komme zum Schluss und zu einer wichtigen Frage im Umgang mit der Heiligen Schrift, die wir Evangelische ja als Richtschnur bezeichnen. Unser Umgang mit der Schrift, unsere Bindung an die Schrift  besteht  zunächst  darin,  dass  wir  in  ihr Hören und Suchen.
Johannes Calvin, der Genfer Reformator, hat seine eigene Bekehrung (eine Bekehrung, die er als getaufter Christ erlebte!) als eine „subito conversio ad docilitatem“ beschrieben. Gemeinhin übersetzt man das mit: eine Bekehrung zur Gelehrigkeit. Es gibt noch eine andere, wunderschöne Übersetzung/Übertragung, die lautet: „eine plötzliche Hinwendung zum hörbereiten Lernen und lernbereiten Hören.“ Das finde ich richtig und darum geht es im Umgang mit der Schrift, dass wir beständig Hörende und Lernende bleiben und uns der Mühe aussetzen, uns in aller Freiheit an die Schrift zu binden, die uns das rechte Fragen lehren und lebensfähige Antworten finden helfen will.
Mühsam ist das. Aber, um noch einmal Calvin das Wort zu geben: „Es ist besser auf dem Weg der Schrift zu hinken, als auf einem anderen Weg in den Abgrund zu rennen.“
Für die reformatorischen Kirchen ist es unaufgebbarer Auftrag, dass sie sich an die Schrift binden, dass die Schrift Richtschnur für ihren Glauben und ihr Handeln ist. Das haben die Reformatoren gelehrt und in ihrer Zeit gelebt. Wenn wir weiterführen wollen, was die Reformatoren taten, dann müssen wir uns der Schrift wieder aussetzen, um ihre Fragen ringen und mit ihr und in ihr nach Antworten suchen.
Das Pauluswort gilt uns also ganz direkt:
Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernt hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum.
Reformation erinnern ist ein Segen, wenn wir uns durch sie wieder zur Mitte rufen lassen. Diese Mitte heißt: „Christus, wie er uns in der Schrift bezeugt ist“.
Die Reformation war darum attraktiv, weil sie die Menschen in die Freiheit entließ, ihr eigenes Urteilsvermögen schulte, die Bibel und Christus wieder mitten ins Leben stellte. Reformation erinnern ist und wird ein Segen, wenn wir wieder beginnen, die Bibel zur Hand zu nehmen und hören, dass und wie Gott selber durch sie zu Wort kommt. Und was bräuchten wir heute und zu allen Zeiten mehr als das? Amen.
Der Friede Gottes aber, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Pfr. i. R. Ortwin Galter


250 JAHRE SEIT DER ERRICHTUNG DES TÜRMCHENS ÜBER DEM CHORRAUM DER KLOSTERKIRCHE
Es ist üblich in Turmknöpfen Dokumente aufzubewahren. Darin werden nicht nur Daten über die unterschiedlichen Arbeiten an der Kirche, sondern auch wichtige zeitgeschichtliche Momente festgehalten. Vor etwa 250 Jahren, genauer im Jahr 1770 wurde das kleine Türmchen über dem Chorraum der Klosterkirche in seiner jetzigen Form durch den damaligen Kupferschmiedmeister Johannes Roth angefertigt. Im Knopf dieses Türmchens wurde bei der vorletzten Renovierung im Jahr 1955 durch Baumeister Georg Hügel ein Dokument aus dem Jahr 1770 gefunden, welches besagter Johannes Roth selber verfasst hatte. Pfr. i. R. Dr. Rolf Binder, Sohn des damaligen Stadtpredigers Dr. Hermann Binder und damals 15 Jahre alt, machte sich die Mühe dies Dokument abzuschreiben und Jahrzehnte später in seiner Arbeit „Zur Geschichte des Dominikanerklosters in Schäßburg“ (Casa de Editură Târgu Mureş 2018, Seite 224 – 228) zu publizieren. Es finden sich darin hochinteressante Informationen aus dem 17. und 18. Jahrhundert: nicht nur über den Bau des Türmchens selber, sondern auch über Stadtbrände oder den Kurrutzenaufstand und sogar eine kurze Familiengeschichte des Kupferschmiedemeisters Johannes Roth.

Doch lesen Sie selbst:
Die Turmknopfschrift 1770
„Es war im Jahr Christi 1676 diese Stadt Schäßburg durch eine unvermuthet entstandene Feüers Brunst dermaßen Verheeret und eingeä- schert, dass nicht allein alle die Privat Häuser der Bürgerschaft,   sondern   (Randnote:   Summa   die
gantze Stadt lag in der Aschen) auch die Public Häuser, insonderheit dieses Gottes Haus oder Closter Kirche dergestallt verbrennt, dass weder Orgel noch sonst was überblieben, was das Feüer nicht weggenohmen, außer der großen Sacristei und das Dach über dem Rath Hauß. Welches auff angeben des datzumahl in Arbeit gestandenen Orgel Bauer Hr. Fest, von welchem diese Berümbte Orgel erbaut worden, (:welche Gott auß Gnaden biß auff die spätteste nachkommenschafft vor allem Verderben bewahren wolle:). Dieser hatt in Eill auß dem schon verfertigten Zinn Blech zu den Orgel Pfeifen, röhren zu spritzen gemacht, und also durch das zugetragene Wasser, das Dach erhalten, welches schon angezündet war, und an vielen Balken noch zu sehn ist: es ist aber durch die Bemühung und gutte anstalten der Obrigkeit, das Dach über dem Chor noch (über der Zeile: das Dach) gemacht, und das Thürmlein drauff gesetzt, die Glocke aber das folgende Jahr, als Titt. Der
H.W.E.W. Herr Georg Schobelius Stadt Pfarr gewesen. Das Thürmlein, welches in Eill nur mit Schindeln gedeckt worden, war in der Langen Zeitt nemhl. biß A 1770 (:fehlen noch 6 Jahr von Hunderten:) in groß abnehmen kommen, dahero weil es höchst nothwenndig war, solches zu verneüern, also ist ein EhrWürdiges Consistorium nebst Einer Löbl. Comunitaet schlüssig worden, es auff eine runde arth mit einem außgetriebenen Bauch, und mit Blech zu decken, auch einem Kupffernen Knopff zu zieren, ist also solches alles auf das schleinigste und nach Möglichkeit auff das beste bestellt, und dartzu der Kupfferne Knopff, welcher von wohlmeinenden Gemüthern, und Verehrern der Gnade Gottes und seines Hausses, ist geschenket, und vergoldet, Gott wolle solches in die lange Zeitten unbeschadigt erhalten; Es Ehre und Preise Dich Herr unser Gott alles Volk, und Du Schäßburg vergiß nicht, waß Er dir guttes gethan hatt. Lobet den Herrn unsere nachkommen, und bemühet eüch, zu thun waß Gott gefällt, dass ihr in die Länge bleibet.
In diesen Bald Hundert Jahren ist unser Schäßburg in vilerley missliche umstände gerathen denn noch in den 1600 Seculo fieng sich in Siebenbürgen allerley uneinigkeit und empörungen und unter den Fürstl. Regierungen (?) an, und das 1700 Seculum hatte seinen anfang mit sehr weittern (?) außehn, A 1703 fieng sich die Kurutzen Zeitt an, und hatte der Gutti unsere Stadt mit einer großen Menge überfallen von Zeckeln, und wurde in diesem Lerm der Glocken Thurm, das niemand weiß wie, und durch was angezündet, und seyen die Glocken alle verbrennt, doch wurden Ao 1704 zwey wiedergegoßen, die größte aber wurde erst 1711 gemacht, aber man kunnt sie nicht läutten, weil sie auff der einen Seitten viell schwerer geflossen, und so ist solche wieder umgegoßen, aber ohne Henkel gerathen, doch ist sie mit Eisen verbunden worden, dass man etl. Jahre, damit geläutet, doch nur dass mann den Kleppel angeschlagen, es war aber allezeit Furcht dabey bey dem Läutten, und ist also wieder umgegossen, doch auch nicht besser gerathen, ob es schon zu etl.[ichen] Mahlen versuchet würd, war es doch vergebens: Biß dass Gott doch Seegen dartzu gab, dass Sie Ao 1768 zur Freüde der gesambten Bürgerschafft wohl gerathen, und nun so wohl zum öffentl. Gottes Dienst, als auch bey andern Begehenheitten fügl. kann geläuttet werden.
In der Zeit wie das unglück auff dem Thurm geschahe, haben diese Kriegsleütte die untere Zeillen auff dem Marck auch angesteckt und verbrennt, auch die Schesgaß, und Mayer Höffe. Anno 1714 Brennte fast die halbe Burg ab, Ao 1736 hatte die obere Zeillen gegen dem Spital gleiches unglück, wo dass Feüer biß in die Hüllgaß alles wegnahm, und nach etl. Jahren die untere Zeillen auff dem Marck wieder biß an das Stinniesche Hauß, so könnt ihr Verehrte nachkommenschaft ersehn, waß Gott über Schäßburg verhenget hatt, es war doch keine Besserung, sondern sündigten nur fort, und erzürnten Gott noch mehr, doch schonte Gott noch, vielleicht seyn noch im Verborgenen einige die mit Gebett vor dem Riß stehen, und die Straff zurück halten, insonderheitt nahm Stoltz und Hoffarth überhandt, und ich schrieb dieses in solchen Zeitten, dass die Erfahrung es wird Lehren, waß Stoltz und übermuth bringen wird: es schickt sich villes zum untergang an, es wollen unsere Gegner den Meister schelten, und werden wir Evangelische aller orthen gedrückt, Gott aber ist annoch der den Feinden seines Wortes wehren kann, und stöhren.
Titt H. Georgius Schell Consul Catholischer Religion
T.H. Michael de Hannenheim Reg: Judex Evang. Rel.
T.H. Franciscus Leichamschneider Sed.Judex Catol. Rel. T-H.Johann Krauß Aedillis Ev. Rel.
T-H. Daniel Köhler Vill. Evang.
T.H.M. Gottlieb Scech Notarius Evang.

[Der] Die Bau des Thürmleins
Es wurde mir diese Bau zu bestellen auffgetragen, derer ich mich nach möglichkeit in aller Treü angenohmen, und gefördert; ich bin zwar kein gebohrener Schäßburger, iedoch hatt mich die Vorsehung Gottes hieher bestimmt, denn meine Eltern waren in Seiden, und sonst bürtig von Creütz, mein Vatter wurde dahin auf Seiden zum Müller geruffen, woselbst Sie Beyde unter dem Segen Gottes etlich Jahre gelebet, und mich nebst noch einem Sohn gezeüget, die schickung des Höchsten aber uns alle nicht dahin bestimmt, sondern es sollte den Schäßburgern mit unserm Dasein gedienet werden, mein Seel.[iger] Vatter wurde als Müller Meister hierher beruffen, und umb uns Beyde Söhne seyn sie also leichter zu überreden gewesen, dass sie uns Bey die Stadt zur aufferziehung bringen mögten, denn mein Vatter ohnehin nicht gesonnen war, nur einen von uns sein Handwerck lernen zu lassen, seine Bemühungen waren in allem darauff gericht, dass wir was rechtes einsehn mögten, mein Bruder blieb bey der Schullen, er wurde nach Teütschland befördert, Gott bracht ihn wieder wurde befördert, hier bey der Schullen als Rector, von dannen als Mittwochs Prediger, und davon zum Pfarr auff Laßlen; ich lernte in meiner Kindheit die Music und sang den Discant; nachgehends lernte ich das Clavier schlagen, und wollte Orgelbauer werden. welches aber meinen Eltern nicht gefallen und thätten mich daß ich des Kupfferschmidt Handwerck lernete, wobey ich denn auch dachte nun mein Leben nur hiermit fortzusetzen dabey zu beschließen: seht waß die Weißheit Gottes noch wollte, ich arbeite an dem Handwerck und bemühete mich dieses recht einzusehn wie ich denn auch derowegen unter frembden lebte, ich Heürathete also nach dem ich gedachte mich mit meiner Handarbeit zu erhalten, und legte nun alles übrig gelernte gleichsam in Kasten, dass es da sollt verschlossen bleiben, aber da mir das Clavier doch unvergessl. Werden kunnte, hab ich diese
 
nicht gar auff Seitten setzen wollen; und seht was geschahe, ich heyrathete Ao 1729 und Ao 1740 haben die Ecclesia von Medias mich Zum Organisten beruffen, es wurde mir aber von der meinigten Verhindert, weill ihre Herrn Eltern Stephanus Stampp, Bey genugsamen Mitteln stunden, und sie ungern von sich lassen wollten, und also blieb ich still, und nun wie seyn die Wege des Höchsten so unerforschlich, es kamen kaum 10 Jahr herumb, so setzte mich die Vorsicht hieher zu einem Organisten, da ich denn die Orgel biß 20 Jahr versehn, und zur Ehre Gottes mit meinen Kräften bey dem Gottesdienst gedient, biß mich mein Sohn, welcher Stephanus heißet, ablöset, und nun anstatt meiner sie Orgel schlägt, und sinnt der Zeitt die Orgel steht, ist mein Sohn der 7bendste Organist, der andere Sohn Johannes ist jetzt Rector auff dem hiesigen Gymnasio, und steht ietzt darauff, wohin er als Pfarrer wird gefordert werden. Dieses sey der spätten nachkommenschafft also übergeben: Die meiste Besorgung bey diesem Thürml. lag auff mir, ich gab waß ich dartzu geben hatte, den Kupffernen Knopff hab ich umsonst geschenkt, denn es ging mit allem sehr schläffrig wenn mann von iemanden waß begehrete, so aber waß ich konnte, hab ich gethan.
Gott sieht mein Herz, vielleicht wird er mit Gütte mir vergelten meine Bemühungen, gedenke meiner Gott am Besten, Denn meine Seele sagt mirs, das nehm, ich zu Hertzen, Du wirst ja dran dencken.
Darumb hoffe ich noch.
Nun Wehrteste Nachkommenschafft, sollte dir etwa dieses noch zu lesen kommen, so sey dir hiermit zur Warnung gesagt, dass du dich hüttest vor der Sünde, und thust nach dem Wort und Willen Gottes, damit du seelig werdest. Gehabt Eüch Wohl.
1770, die 16 Julij Johannes Roth
    Kupfferschmiedt Zunftmeister und Stadt Bauinspector
    Die meinigte ist Agnetha gewesene Stampin.“

Im Herbst 2021 wurde das Türmchen mit neuem Zinkblech (Firma Rheinzink aus Deutschland) eingefasst. Die Originale der alten Schriften werden nun sorgsam im Archiv der Kirchengemeinde Schäßburg verwahrt, wobei Kopien davon im Turmknopf verstaut wurden. 
Die Tradition, der Nachwelt Informationen über die Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten weiter zu geben, will auch unsere Generation weiterführen. Folgende Schrift wurde zusammen mit den Kopien der alten Inschrift im Turmknopf hinterlegt:

RENOVIERUNG KLOSTERKIRCHE (2019 – 2021)
Mit Gottes Hilfe hat unsere derzeit kleine Gemeinde es noch einmal geschafft, die Klosterkirche einer Außenrenovierung zu unterziehen. Die umfassenden Arbeiten an Dachstuhl, Mauern und Fassaden, Strebepfeiler, Fenster/Vitralien, Elektroinstallation und Chortürmchen wurden von Sommer 2019 bis Herbst 2021 durchgeführt; mitten in der COVID-19 Pandemie.
Die Absicht, diese Renovierung durchzuführen, bestand schon seit längerer Zeit; genauer seit den Jahren 2003/2004, als die Arbeiten an der Bergkirche abgeschlossen waren. In einem ersten Versuch wurde dasselbe Architekturbüro, welches die Arbeiten an der Bergkirche koordiniert hatte, und zwar „Atelier M“ aus Sfântu Gheorghe/Sepsiszentgyörgy/Sankt Georgen beauftragt, ein Projekt zu erstellen, in der Hoffnung, dass die Finanzierung über das Rumänische Kulturministerium („Programul Național de Restaurare“) gesichert werden würde, so ähnlich wie bei der Bergkirche, nachdem die Messerschmitt-Stiftung ihren Teil der Finanzierung abgeschlossen hatte. Das Projekt wurde zwar erstellt, aber die Finanzierung erfolgte nicht. In einem zweiten Versuch wurde mit Hilfe der „ARTEX“-Stiftung ein Projekt erstellt, wobei die Finanzierung über Europäische Fonds erfolgen sollte. Auch dieses Vorhaben kam nicht zustande, weil die politischen Verhältnisse es nicht zuließen.
Um die Renovierungskosten aus eigenen Mitteln zu sichern, wurden auf Beschluss der Gemeindevertretung zwei Immobilien an die Ungarisch-Lutherische Kirche veräußert. Es handelt sich dabei um die ehemalige Jungen- und Mädchenschule („AGRO“ und „MIU“), welche 2007 unserer Gemeinde rückerstattet worden waren. Mit diesen Einnahmen (1.200.000 Euro umgerechnet 5.395.000 Lei) verfügte die Kirchengemeinde nun über eigene Mittel, um das Vorhaben durchzuführen.
Der Projektauftrag erging an das Architekturbüro „Credo-Design“ (Frau Arch. Ing. Aurora Târsoagă) aus Bukarest, weil wir damit schon gute Erfahrungen bei der Herrichtung der Fenster in der Bergkirche (im Jahr 2014) gemacht hatten. Da Schäßburg seit 1999 zum Weltkulturerbe gehört, müssen alle Genehmigungen durch das Kulturministerium erfolgen, so dass es nahe liegt mit Fachleuten aus Bukarest zu arbeiten. Ohne näher darauf einzugehen, soll hier doch festgehalten werden, dass die bürokratischen Hürden sehr hoch sind.
Das Projekt wurde in etwa zwei Jahren erarbeitet, so dass am 18. Juni 2019 mit einer Andacht im Chorraum der Klosterkirche der Baubeginn eingeleitet werden konnte. Den Arbeitsauftrag erteilte das Presbyterium an die Baufirma „WEIMAR“ aus Buzău (Inhaber Ing. Marian Weiner). Die Firma wurde von dem Architekturbüro empfohlen. Gearbeitet wurde mit folgenden Subunternehmern: Laurențiu Burlacu (Steinmetz und - einfassungen); Victor Săraru (Vitralien); Géza Jakabfi (Zimmermannsarbeiten am Dachstuhl); Gheorghe Vodă (Elektrik); Irina Sava (Freskenrestauration); Gabor Stefan (Spenglerarbeiten Chortürmchen). Für die Statik verantwortlich zeichnet das Architekturbüro „UTILITAS“ (Dr. Imola Kirizsán); die Bauaufsicht (dirigenție de șantier) wurde von Ing. Dănuț Trandafir und Verwalter Dieter M. König geführt. Die Arbeiten wurden im Dezember 2021 abgeschlossen. Die Wiedereinweihung der Kirche ist für das Frühjahr 2022 geplant (angesichts der noch immer grassierenden Pandemie kann man nur unter der „conditio jakobea“ planen). Mit der Gewissheit, dass wir mit dieser Restaurierung eine Ehrenpflicht unsern Vorfahren gegenüber erfüllt haben überlassen wir dieses Gotteshaus nun unsern Nachfahren, in der Hoffnung, dass auch weiterhin hier Gottes Wort verkündigt, sein Name verherrlicht und seine Sakramente verwaltet werden.
Das Presbyterium sowie	die leitenden Angestellten der Evangelischen Kirchengemeinde A. B. Schäßburg
Stadtpfarrer Dr. Hans Bruno Fröhlich
Kurator Dieter Zikeli	
Verwalter Dieter Michael König
Kirchenmutter Annemarie Iclozan	
Referentin Dietlinde Cravciuc 
Kirchenvater Georg Günther Müller
Gabriela Oşan 
Carmen-Karin Foaltin 
Edith Renate Barbu 
Dieter Alfred Fritsch 
Hans Bruno Roth
     Geschrieben von Dietlinde Cravciuc, am Reformationstag, dem 31. Oktober 2021


KIRCHLICHE WAHLEN IM NOVEMBER 2021
Am 7. und am 21. November d. J. fanden die kirchlichen Wahlen statt. Zu wählen war am 7. November durch die Gemeindeversammlung (alle Gemeindeglieder mit aktivem und passivem Wahlrecht) die Hälfte der Gemeindevertretung und deren Ersatzmitglieder sowie die Abgeordneten für die Bezirkskirchenversammlung und deren Ersatzmitglieder. Am
21. November d. J. kam die neukonstituierte Gemeindevertretung zusammen, um den Kurator und die Hälfte des Presbyteriums zu wählen. Die Zusammensetzung der kirchlichen Körperschaften aufgrund dieser Wahlen, ist folgende:

Der Bezirkskirchenversammlung gehören von Amts wegen Pfarrer und Kurator der Gemeinde an. Weiterhin haben die Gemeinden über 100 Seelen noch eine von der Kirchenordnung festgelegte Anzahl von Abgeordneten in der Bezirkskirchenversammlung. Für Gemeinden zwischen 300 und 500 Seelen (zu denen Schäßburg gehört) sind 3 Abgeordnete vorgesehen, wobei am 7. November folgende Personen mit einem Mandat bis zum Jahr 2025 betraut wurden: Dieter Michael König, Liselotte Baier und Alfred Dieter Fritsch.


DIE KLOSTERKIRCHE VOR UND NACH DER RENOVIERUNG 2019 - 2021








 

NACHRUF AUF WALTER LINGNER (1930 – 2021)
Am 20. April d. J. verstarb in Deutschland Walter Albert Lingner. Wir bringen in dieser Ausgabe des Gemeindebriefes einen Nachruf von Dr. Nicolae Teşculă in rumänischer Sprache, der im Jahrbuch des Stundturmmuseums Altschaessburg Nr. 14/2021 erschienen ist. Vorher aber sei hier im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde A. B. dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden der HOG Schäßburg und Ehrenbürger der Stadt Schäßburg für sein Engagement ganz herzlich gedankt: die Entstehung des Gemeindemuseum und den Beginn des Kirchentourismus hat er in den 1990-er Jahren mit Rat und Tat mitbegleitet. Vor allem aber hat er sich um die Erhaltung und Dokumentation unserer Friedhöfe, vornehmlich des Bergfriedhofs verdient gemacht. Auf sein Betreiben hin entstand eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Kirche und HOG, zwischen Ausgewanderten und Hiergebliebenen. Das ist ein bleibender Wert für unsere Gemeinschaft.
Gott lasse ihn in Seinem Frieden ruhen!

Prima dată am auzit de domnul Lingner acum 21 de ani, când m-am angajat ca muzeograf la Muzeul de Istorie şi doamna Adriana Antihi, împreună cu colegii vorbeau cu căldură despre domnul Walter Lingner, care a ajutat enorm la realizarea expoziţiei şi a manifestărilor dedicate aniversării a 100 de ani de existenţă a Muzeului de Istorie. Curând, apoi prin intermediul unui prieten, George Hundorfean, am aflat adresa de e-mail a domnului Walter Lingner şi de aici a urmat o lungă colaborare. Am comunicat pe e-mail şi telefonic, iar în anul 2004 am avut şansa să vizitez familia Lingner la Düsseldorf. Aici am fost impresionat de frumoasa locuinţă de pe strada Saganer Weg, unde de la intrare, într-o frumoasă fotografie, trona Turnul    cu    Ceas.    În    zilele
petrecute acolo, deşi la o distanţă apreciabilă de oraşul natal, m-am simţit a fi acasă la Sighişoara. Din discuţiile purtate am descoperit la domnul Lingner o	pasiune	arztoare		pentru Sighişoara,		pentru	trecutul, prezentul şi viitorul urbei natale. A ajutat enorm Muzeul de Istorie prin oferirea de informaţii şi fotografii vechi din colecţia proprie. Periodic comunicam telefonic sau prin e-mail şi mă anunţa de multe ori, că a mai pus un „mic pachet pentru Muzeul Sighişoarei” şi că îl va trimite prin intermediul liniei de autocar Schinker, care ajungea de câteva ori pe săptămână la Sighişoara. Când preluam coletul, trebuia să iau un taxi, pentru că micul pachet era voluminos şi destul de greu.
L-am simţit pe domnul Lingner ca pe un OM prin venele căruia curgea Sighişoara. Tot timpul mă întreba: Ce mai este nou la Sighişoara? Se bucura enorm de orice informaţie primită: de la starea vremii până la o activitate importantă derulată în oraş. La fel a derulat şi ultima discuţie telefonică pe care am avut-o, în acest an la data de 7 ianuarie. Deşi bolnav, când am vorbit despre Sighişoara l-am simţit că s-a bucurat nespus de mult, când i-am vorbit despre starea vremii din Sighişoara şi de proiectele, pe care dorim să le derulăm la muzeu. Din păcate a fost ultima noastră convorbire!
Domnul Walter Lingner provenea dintr-o veche familie sighişoreană. S-a născut la 28 septembrie 1930 la Sighişoara. Tatăl său, Walter Lingner, deţinea o fabrică de ţesătorie de bumbac şi o moară de aburi, Moara Lingner (devenită după naţionalizarea din 1948, Moara Munca), la care tânărul Albert a lucrat pe timpul vacanţelor. Studiile liceale le-a făcut în Sighişoara, apoi a urmat studiile universitare la Iaşi, devenind inginer textilist. De tânăr s-a implicat în viaţa sportivă sighişoreană. A activat la ehipa de handbal locală, cu care a câştigat campionatul naţional în 1946. Pe linie profesională a lucrat ca inginer, apoi ca inginer şef la Fabrica de Bumbac din Sighişoara. În anul 1953 s-a căsătorit cu Gerda Adleff, având o căsnicie fericită derulată pe o perioadă de 50 de ani şi încununată cu patru copii: doi băieţi şi două fete.

Inundaţiile catastrofale din anii 1970 şi 1975 i-au distrus agoniseala din locuinţa de pe strada Nicolae Titulescu şi în 1977b va emigra în Republica Federală Germania, stabilindu-se la Düsseldorf. Aici va lucra până la pensionare în anul 1993 la uzinele Mercedes. După pensionare va fi membru fondator şi preşedintele de onoare al Asociaţiei Locului Natal Sighişoara din Germania (HOG-Schässburg), membru de onoare al Forumului Democrat al Germanilor din Sighişoara (DFDR- Schässburg). S-a implicat într-o serie de proiecte cum ar fi: documentarea patrimoniului cultural sighişorean. A fost coautor a două monografii ale Sighişoarei: „Schäßburg – Bild einer siebenbürgischen Stadt” în două ediţii 1994 şi 1998 şi „Bildband Schäßburg, Sighişoara, Segesvár aus Vergangenheit und Gegenwart”, 2003. A coordonat 25 de numere al revistei „Schäßburger Nachrichten”. A fost sufletul aţiunilor de ajutor umanitar pentru Sighişoara, a întâlnirii sighişorenilor din Germania şi a parteneriatului Dinkelsbühl – Sighişoara. Pentru activitatea sa, în anul 1997 a primit titlul de cetăţean de onoare al Municipiului Sighişoara.
La 20 aprilie 2021 a murit un OM pentru care Sighişoara însemna existenţa! Sit tibi terra levis!


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Herausgeber und verantwortlich für nicht namentlich gezeichnete Artikel:
Evangelische Kirchengemeinde A. B. Schäßburg

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